LAUSITZER SEENLAND KLINIKUM

"Puppendoktorin" seit 40 Jahren

Mit ihren schulterlangen schwarzen Zöpfen und ihrer großen Brille ist sie bei Groß und Klein bekannt – „Puppendoktor Pille“ oder im Lausitzer Seenland Klinikum in Hoyerswerda auch Kinderkrankenschwester Bärbel Bennewitz. Seit fast 40 Jahren arbeitet die Sympathieträgerin hier in der Kinderklinik.

„Wenn ich in das Kostüm von der bekannten Puppendoktor Pille schlüpfe, erkennen mich heutzutage eher die Eltern als die Kinder unserer Station“, erzählt die Kinderkrankenschwester und schmunzelt. Puppendoktor Pille war in der DDR eine erfolgreiche Kinder-Serie. Daran angelehnt hat sich Bennewitz ein Kostüm besorgt und erfreut seit jeher Kinder und Erwachsene bei Veranstaltungen des Klinikums. Kinder werden somit behutsam an das Thema Krankenhaus herangeführt. Dabei arbeitet „Frau Puppendoktor Pille“ im Klinikum heute sogar nach modernen Ansätzen interdisziplinär mit anderen Abteilungen zusammen – zumindest bei Veranstaltungen: Zum Team der Puppenklinik gehören mittlerweile auch die Radiologie, Endoskopie und der OP.

Bärbel Bennewitz ist seit 40 Jahren Kinderkrankenschwester und als Puppendoktorin bekannt wie ein bunter Hund.

KINDERKRANKENSCHWESTER ALS TRAUMJOB

Als Älteste von neun Geschwistern war für Bärbel Bennewitz schon recht früh klar, dass sie einmal mit Kindern arbeiten möchte: „Als dann einer meiner jüngere Brüder einmal im Krankenhaus lag, stand es für mich fest: ich werde später Kinder pflegen.“ Ihre dreijährige Berufsausbildung zur examinierten Kinderkrankenschwester hat sie 1977 erfolgreich am Hoyerswerdaer Klinikum absolviert. Seit jeher arbeitet sie hier: „Wir Kinderkrankenschwestern haben einen tollen Beruf. Die Kinder geben uns immer viel Kraft und sie können manchmal sogar Vorbilder sein.“ Dabei seien Kinder gerade keine "Miniaturausgaben" von Erwachsenen, betont Bennewitz.  "Sie benötigen eine ganz andere, viel intensivere Zuwendung und man muss sich in sie hineinversetzen können.“

Wenn „Puppendoktor Pille“  frei hat, schaut sie sich auch mal aktuelle Kindersendungen an. „Ich muss doch mitreden können. Wie könnte ich sonst die Beziehungsprobleme der Figuren bei ‚Spongebob Schwammkopf’ mit meinen Patienten besprechen.

Dass jemand Erwachsenes bei dem Thema mitreden kann, erstaune viele Kinder. Gleichzeitig helfe das Sprechen, die Kinder bei Untersuchungen abzulenken. „Natürlich hat man als Kind Angst vor einer Spritze oder einer Blutentnahme, ganz klar. Aber wenn wir ehrlich sind und den Kindern sagen, dass  - bildhaft gesprochen -  eine kleine Biene kommt, dann ist es für sie auch in Ordnung.“

GEDULD UND PHANTASIE

Dass sich Bärbel Bennewitz hier und da mehr Zeit für ihre Patienten nehmen muss, würde sich auszahlen und ihrem Beruf als Kinderkrankenschwester auch Rechnung tragen: „Schon mit Kleinigkeiten kann man den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ebenso benötigen aber auch die Eltern und Angehörigen Fürsorge durch uns Kinderkrankenschwestern.“ Insgesamt erfordere der Umgang mit kranken Kindern und ihren Angehörigen emotionale Stabilität. „Bemerkenswert ist, dass Kinder sogar mit schwerwiegenderen Erkrankungen ganz anders umgehen als Erwachsene. Sie gewöhnen sich nicht nur schneller an neue Umstände, sie gehen auch unvoreingenommen an Situationen heran.“

KINDER ALS PERSÖNLICHKEITEN ERNST NEHMEN

Was ist nun das Besondere am Beruf der Kinderkrankenschwester? Gibt es vielleicht sogar eine Erfolgsformel? „Man muss offen mit den Kindern umgehen. Denn Kinder merken, wenn etwas nicht stimmt und machen dann auch nicht mit. Man muss Kinder auch als Persönlichkeiten akzeptieren. Das ist nicht für alle Erwachsenen selbstverständlich.“

Und eines sei ganz besonders wichtig, sagt Bennewitz: „Ob mit Patienten, Angehörigen oder mit Kollegen,  - man solle immer im Gespräch bleiben, Spaß an der Arbeit haben und mit Empathie herangehen" So wie es die beliebte Kinderkrankenschwester im Lausitzer Seenland Klinikum seit fast 40 Jahren macht.