SANA KLINIKEN LEIPZIGER LAND

Spezialisierte und regional vernetzte Pflege

Waschen, füttern, umdrehen – so lautet ein bekanntes Klischee über den Pflegeberuf. Cornelia Reichardt, Pflegedienstleiterin der Sana Kliniken Leipziger Land lacht: „Natürlich gehört die Grundpflege wie das Reichen der Nahrung und die Körperpflege noch immer zu den täglichen Aufgaben einer Pflegekraft. Aber die Anforderungen haben sich in den letzten Jahren doch stark gewandelt.“ Die zunehmende Ausdifferenzierung der Medizin hat den Pflegeberuf verändert. So assistieren Fachpflegekräfte im Rahmen einer hochspezialisierten Behandlungspflege bei der Schmerztherapie, beraten Diabetiker, versorgen Wunden, bieten Ernährungsberatung an, helfen Patienten mit Kontinenzproblemen und vieles mehr – und das alles tun sie nach dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis.

Mit einer spezialisierten und regional vernetzten Pflege sind die Menschen in der Klinik und danach gut versorgt.

Im Lichte dieser Entwicklung setzen auch die Kliniken in Borna und Zwenkau auf eine fachliche Zusatzqualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der fachlichen Weiterentwicklung sind auch die Anforderungen an die Pflegediagnostik und Dokumentation gestiegen. Pflegekräfte erfassen den Ernährungszustand ihrer Patienten, die Fähigkeit zur Selbstständigkeit, das Sturz- und Dekubitusrisiko und andere Kriterien. Sie leiten aus ihren Befunden pflegerische Maßnahmen ab und dokumentieren ihre Arbeit. „Die Dokumentation kostet Zeit, keine Frage, aber sie be- wirkt auch, dass wir uns stärker Gedanken darüber machen, was qualitativ gut ist oder welche Prozesse noch optimiert werden können“, erklärt Cornelia Reichardt.

GUTE PFLEGE IST VERNETZTE PFLEGE

Für Cornelia Reichardt, die ihre Karriere in der Bornaer Klinik vor 18 Jahren als Pflegekraft begann, endet gute Pflege nicht an den Klinikpforten. Ein ambitioniertes Anliegen der Pflegedienstleiterin ist die starke Vernetzung in die Region. Dafür bieten die Pflegekräfte der Klinik gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der externen stationären und ambulanten Einrichtungen – wie Pflegedienste und Pflegeheime – Workshops und Weiterbildungen an. Erste Ergebnisse dieser Pflegenetzwerktreffen sind bereits sichtbar. So wurde der Bogen für die Pflegeüberleitung gemeinsam überarbeitet. In diesen Bögen sind wichtige Informationen wie Gewicht, letzte Ernährung und Medikation für die externen Pflegekräfte vermerkt, die den Patienten nach dem stationären Aufenthalt weiter betreuen. „Mit der Pflegeüberleitung stellen wir sicher, dass der Patient nach der Klinik nahtlos entsprechend seiner Pflegebedürfnisse weiter betreut wird“, sagt Cornelia Reichardt. Und noch ein Projekt wird in diesem Jahr auf den Weg gebracht: das demenzsensible Krankenhaus. In Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und den Chefärzten der einzelnen Kliniken soll das gesamte Klinikpersonal bis hin zu den Reinigungskräften im Umgang mit Patienten geschult werden, die unter einem chronischen Abbau geistiger Fähigkeiten leiden. „Insofern muss es statt waschen, füttern, umdrehen wohl eher heißen pflegen, behandeln, weiterbilden, netzwerken, koordinieren, führen, organisieren“, resümiert Cornelia Reichardt.

DIE GESCHICHTE DER PROFESSIONELLEN KRANKENPFLEGE BEGINNT IN DEN LAZARETTEN DES KRIMKRIEGES IN DEN JAHREN 1853 BIS 1856.

Florence Nightingale, Pflegerin und Tochter aus gutem Hause, koordiniert die Versorgung der verwundeten Soldaten, organisiert Decken, Eimer, Bettpfannen, sogar Operationstische und sieht allabendlich mit einer Kerzenlichtlampe noch einmal nach den Verwundeten. Die „Dame mit der Lampe“, wie die wohl berühmteste Krankenschwester späterhin genannt wird, setzt sich nach ihrer Heimkehr für ein reformiertes Gesundheitswesen im viktorianischen England ein und gründet eine Pflegeschule in London. Heute, mehr als 150 Jahre später, müssen Pflegekräfte nicht mehr mit einem Kerzennachtlicht von Bett zu Bett gehen. Aber die Überzeugung der Florence Nightingale, dass die Gesundwerdung neben der körperlichen Verfassung auch von der Psyche, der Ernährung, den Lebensumständen und der Hygiene abhängt, gehört noch immer zu den Grundwerten einer guten Pflege.