Im Frühdienst mit Silke Lebus

Stationsalltag einer Pflegekraft

„Kein Tag gleicht dem anderen, und es ist schön, Menschen zu helfen.“
Silke Lebus

5:45 Uhr: Wenn bei Frühaufstehern gerade der Wecker klingelt, beginnt Silke Lebus ihren Dienst auf einer interdisziplinären Station für Orthopädie/Unfallchirurgie und Frauenheilkunde. Als Erstes steht die Dienstübergabe auf der Agenda der Stationsleiterin und stellvertretenden Pflegedienstleiterin. Gemeinsam mit ihren zwei bis drei Frühdienstkolleginnen und der Pflegekraft aus dem Nachtdienst bespricht sie die Vorkommnisse der Nacht. „Die meisten Patienten haben durchgeschlafen, zwei benötigten zusätzliche Schmerzmittel, ein Patient wurde aus der Notaufnahme neu aufgenommen“, sagt Silke Lebus. „Diese Nacht war eher eine ruhige.“

6:15 Uhr: „Haben Sie gut geschlafen, Frau Meier*?“ Silke Lebus startet ihre Morgenrunde. Die Stationsleiterin übernimmt den ersten Kontakt zu den Patienten, fragt nach dem Befinden, erfasst Schmerzen und die Mobilität, kümmert sich um das Messen von Fieber, Puls, Blutdruck. Die weiteren Kollegen übernehmen die Blutentnahme, helfen beim Waschen und schütteln die Betten auf.

6:45: Uhr Silke Lebus schneidet den Verband von Frau Meier auf. Die Patientin war bei Glatteis gestürzt und hatte sich eine Fraktur am Ellbogen zugezogen. In wenigen Minuten beginnt die Chefarztvisite, und Oberarzt Dr. Sascha Winter, der die Patientin operiert hat, möchte sich die Wunde vor der Entlassung noch einmal ansehen.

9:00 Uhr: Nach den Visiten und dem Patientenfrühstück geht für Silke Lebus und ihre Kolleginnen das pflegerische Tagesgeschäft weiter. Die Anordnungen der Ärzte müssen dokumentiert, Verbände gewechselt, Patienten für die bevorstehenden Operationen vorbereitet, Entlassungspapiere zusammengestellt und neue Patienten aufgenommen werden. „Wir haben fünf bis zehn Operationstermine am Tag“, erzählt Silke Lebus. „Hinzu kommen circa sieben Entlassungen und Neuaufnahmen.“

12:00 Uhr: „Kein Tag gleicht dem anderen, und es ist schön, anderen Menschen zu helfen“, sagt Silke Lebus, bevor sie bei ihren Diabetespatienten erneut den Blutzucker misst und das Mittagsinsulin verteilt. Ihre Kolleginnen geben derweil das Essen aus und gegebenenfalls helfen sie bei der Nahrungsaufnahme. Zwischendurch rufen immer wieder die Kollegen aus dem OP an und bitten, die frisch operierten Patienten abzuholen.

14:45 Uhr: Silke Lebus` Dienst endet, wie er begonnen hat. „Die Übergabe an den Spätdienst ist intensiver als die Frühübergabe“, erklärt sie. „Es findet einfach das meiste bis zum frühen Nachmittag statt.“ Zum Abschied schaut Frau Meier noch einmal vorbei. Sie hat Pralinen in der Hand und bedankt sich bei den Mitarbeitern der Station. „Es ist gut, mit dem Gefühl nach Hause zu fahren, dass die Patienten zufrieden sind“, sagt Silke Lebus, als sie die Station für heute verlässt.

*Name von der Redaktion geändert.