HAUSTECHNIK Sana Gesundheitscampus München

Im Untergrund

Die Lebensadern des Krankenhauses pulsieren im Verborgenen. Sie versorgen das Gebäude mit Wärme, Kälte, Strom, Luft — und Sicherheit. Eine Entdeckungstour durch die komplexe und sensible Welt der Haustechnik.

Haustechnik

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Bilder: © Bernhard Kahrmann

Lautlos gleitet der Aufzug ins zweite Untergeschoss. Patienten werden sich nie dorthin verirren, auch Pflegepersonal oder Ärzte nicht, ohne Zugangsberechtigung geht hier gar nichts. Christoph Böcker öffnet die Aufzugtür mit einem digitalen Schlüssel. « Der ist so programmiert, dass ausschließlich das technisch geschulte Personal Zutritt zum Versorgungsbereich hat », erklärt der Projektleiter vom Sana Immobilien Service. « Viel zu gefährlich, wenn sich Unbefugte hier einschleichen könnten und absichtlich oder versehentlich etwas anrichten. » Das umschreibt treffend die Sonderstellung der Gebäudetechnik eines Krankenhauses — an ihr hängen im Ernstfall Menschenleben.

MOBILE STÖRMELDUNGEN

Das Herzstück der Haustechnik des Sana Gesundheitscampus München verbirgt sich in einem unscheinbaren, beigen Schaltschrank mit Display. Darin steckt die Zentrale der gesamten Gebäudeautomation, alle Anlagen des Klinikneubaus steuern, messen und regulieren sich permanent selbst. Abweichungen vom Normalwert gehen als Störmeldung sofort auf die Computer oder Handys der Haustechniker, nachts oder am Wochenende wacht die Rufbereitschaft über die Anlagen. « Die Haustechnik muss rund um die Uhr funktionieren, 8760 Stunden im Jahr. Und vieles darf noch nicht einmal eine Sekunde lang ausfallen », so Böcker.

Die OP-Lampe, der Absauger, die Klimaanlage und die Atemüberwachung während einer Operation zum Beispiel. Oder die Kontrollgeräte auf der Intensivstation. Was aber würde mit diesen überlebenswichtigen Geräten bei einem Kurzschluss passieren, oder einem Stromausfall? Böcker öffnet die Türe der Stromversorgungszentrale. Über einer langen Reihe von stählernen Standschränken surrt an der Decke die Klimaanlage. Es ist kalt hier, und ein eigenartiger Geruch nach Elektrizität hängt in der Luft. Dicke orangefarbene Kabel laufen gebündelt an der Wand entlang. Sie können bis zu 90 Minuten einem Feuer standhalten, ohne ihre Funktion zu verlieren, und führen in einen separaten Raum. « Zwei voneinander unabhängige Stromkreise sind für Krankenhäuser Vorschrift », klärt Böcker auf. « Erstens die Allgemeinversorgung für weniger sensible Bereiche und zweitens der unterbrechungsfreie Strom für die Operationsräume, die Intensivstation und die Lüftungsanlagen. »

Dieses Sicherheitsstromnetz schaltet bei Spannungsschwankungen auf Batteriebetrieb um und hält die unentbehrlichen Geräte und Anlagen am Laufen. Und für den Fall eines totalen Stromausfalls springt im Nebenraum sofort das Notstromaggregat an, ein raumfüllender Dieselmotor mit Transformator, der die wichtigen Klinikbereiche 24 Stunden lang mit Elektrizität versorgen kann.