OP SANA KRANKENHAUS GERRESHEIM

Alles im grünen Bereich

In den Operationssälen des Krankenhauses arbeiten unterschiedliche Berufsgruppen zusammen. Über viele Stunden hinweg auf engstem Raum und bei höchster Konzentration. Einblicke in einen Mikrokosmosmit eigenen Regeln und Ritualen.

Operationssaal

Operationssaal

Operationssaal

Bilder: © Bernhard Kahrmann

Wenn Anett Bergmann morgens um kurz vor sieben Uhr die Tür zum Operationstrakt aufschließt, beginnt für sie ein Arbeitstag, in dem nichts dem Zufall überlassen bleiben darf. Noch sind die sieben Operationssäle im Sana Krankenhaus Gerresheim leer, doch in den nächsten Stunden dreht sich dort alles um die größtmögliche Sicherheit der Patienten auf den OP-Tischen. Bergmann ist als stellvertretende OP-Leitung und operationstechnische Assistentin, kurz OTA, dafür verantwortlich, dass für jede anstehende Operation die richtigen Instrumente, Geräte und Materialien bereitliegen. Sie und ihr Team sorgen auch für die Auffüllung der Vorratsschränke im OP-Bereich, bestellen Hüft- und Knieprothesen, Nahtfäden, Tupfer oder Platten für die Versorgung von Knochenbrüchen. Die meiste Zeit des Tages aber steht Bergmann direkt neben dem Operateur am OP-Tisch und assistiert ihm bei den Eingriffen.

VOLLE AUFMERKSAMKEIT VORAUS

« Wir OTAs müssen nicht nur jeden Handgriff der jeweiligen Operationen kennen, sondern im Kopf auch immer schon einen Schritt weiter sein », erklärt Bergmann. « Bevor der Operateur nach der Pinzette fragt, muss ich sie schon in der Hand haben. »

Vorausschauendes Handeln ist im OP-Betrieb Voraussetzung dafür, dass keine unnötige Hektik entsteht und sich jeder voll auf seine Aufgabe konzentrieren kann. Als Erstes am Morgen schaut sich Bergmann am Computer den am Vortag bereits festgelegten Tagesplan an. Wurden Operationen über Nacht abgesagt, weil die Patienten krank geworden sind? Stehen besondere Anforderungen an, etwa spezielle Implantate für Patienten mit Nickelallergie? Um 7.35 Uhr trifft sich das OPPflegeteam zur Frühbesprechung. Danach absolvieren die Azubis gemeinsam mit ihren Betreuern den Saalcheck: Lichter einschalten, Gerätefunktionen prüfen. Kontrollieren, ob im OP alles am richtigen Fleck ist. 22 Operationen stehen heute auf dem Plan — von der Kniespiegelung über Hüftprothesen, Kaiserschnitte, Brustdrüsenentfernungen, Lungenspülungen, Bypass am Bein und Stent für die Beckenarterie bis hin zur Oberschenkelamputation.

« Die ersten Eingriffe des Tages haben wir schon am Vorabend vorbereitet, damit es morgens gleich zügig vorangeht », sagt Bergmann. « Der Tag im Operationstrakt ist immer eng durchgetaktet, und wenn Notfälle kommen oder sich OPs verzögern, greift der OP-Koordinator ein und stellt die Pläne um. »

Im Operationssaal zählt jede Minute, schließlich ist der OP-Bereich der kostenträchtigste jeder Klinik. Bis zu 1000 Euro kostet die OP-Stunde, auch deshalb haben Pünktlichkeit, Disziplin und vorausschauende Planung hier oberste Priorität.