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OP-Schwestern

Hand in Hand im OP-Saal

OP-Schwestern sind unverzichtbar im Operationssaal. Anett Kubiak und Marika Scheider stehen seit Jahrzehnten mit am Tisch, wenn Patienten im Sana-Herzzentrum Cottbus operiert werden. Hoch konzentriert, zuverlässig und in einem Team, das so gut eingespielt ist, dass es sich fast wortlos versteht.

Marika Scheider und Anett Kubiak bringen es zusammen auf fast 60 Jahre OP-Erfahrung. Schon bevor Marika Scheider vor 25 Jahren im Cottbuser Herzzentrum anfing, war sie als OP-Schwester im Einsatz. Anett Kubiak kennt die Spezialklinik noch viel länger. Seit 1998 kümmert sie sich dort um die Herzpatienten, erst auf der kardiologischen Station und seit dem Jahr 2000 im OP-Saal. Gemeinsam mit den anderen Mitarbeitenden bilden sie ein eingespieltes Team. Hand-in-Hand-Arbeit. 100 Prozent Vertrauen. Ohne viele Worte. „Es geht immer um das Leben der Menschen, die sich in unsere Hände begeben. Da ist es wichtig, dass man sich kennt und vertraut“, weiß Marika Scheider.

Anspruchsvolle Herz-OPs

Die Operationen am Herzen sind eine Klasse für sich. Mehr als 105.000 Patienten sind seit der Gründung der Cottbuser Spezialklinik vor 30 Jahren hier behandelt worden. Bei über 34.000 Operationen am offenen Herzen kam die Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz. Tausende Male wurde das SHC-Team zu Lebensrettern. „Wir arbeiten auch im Herzzentrum mit einer sterilen Schwester am Tisch und einem Springer. Aber die Eingriffe sind hier anders als in anderen Krankenhäusern: Die Operationen dauern oft lange, brauchen häufig viel Vorbereitungszeit bis alle Instrumente und das Material für die Nähte parat liegen und wir haben selten wache Patienten im OP“, erklärt Marika Scheider.

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Wettlauf gegen die Uhr

Der Aufwand spiegelt sich auch in Zahlen wider: So werden jeden Tag mehr als 1700 verschiedene Instrumente im OP-Bereich benötigt. Nach jedem Eingriff werden sie In der hauseigenen Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte wieder für den nächsten Einsatz vorbereitet. „Am Anfang dachte ich: Die 1000 Instrumente merkst du dir nie. Aber inzwischen kann man das direkt nach dem aus dem Bettfallen“, sagt Anett Kubiak mit einem Augenzwinkern. Schnelles und sicheres Handeln brauchen sie und ihre Kolleginnen auch. Denn die OP-Schwestern übernehmen mehrmals im Monat Ruf- und Bereitschaftsdienste. 

Wenn Patienten außerhalb der regulären OP-Zeiten als akute Notfälle im Herzzentrum Hilfe brauchen, zählt jede Minute. Dann müssen die diensthabenden OP-Schwestern binnen kürzester Zeit einsatzbereit sein, denn oft geht es um Leben oder Tod. „Zwischen dem Anruf und dem Eintreffen in der Klinik liegen nur Minuten. Da heißt es: aufstehen, anziehen, Zähne putzen, einen Snack schnappen und losfahren“, beschreibt Anett Kubiak. Und Marika Scheider kann sich noch an eine ganz besondere Fahrt von ihrer Heimatstadt ins Herzzentrum erinnern: „Bei Glatteis hatte sich ein LKW quer auf die Bundesstraße geschoben. Vollsperrung. Ich hab der Polizei gesagt, dass ich für einen Notfall ins Herzzentrum muss und die haben mich dann mitten in der Nacht durch die Wälder geleitet, damit ich noch pünktlich ankomme.“

Starkes Team - Volle Konzentration

Ruhe bewahren, konzentriert bleiben – das zählt nicht nur im Notfall, sondern bei jedem Eingriff. „Als instrumentierende Schwester folgt man der OP noch aufmerksamer, um dem Operateur auch ohne Ansage zu jeder Zeit das richtige Instrument reichen zu können. Aber auch ein Instrumenteur ist immer nur so gut wie sein Springer“, betont Marika Scheider, wie wichtig Team-Arbeit im Saal ist.

„Konzentrationsfähigkeit und Teamgeist sind in unserem Job genauso wichtig, wie die Bereitschaft ständig dazuzulernen und sich ein großes Wissen anzueignen“, erklärt Anett Kubiak. Genau das geben die beiden erfahrenen OP-Schwestern auch jungen Nachwuchskräften wie den operationstechnischen Assistenten, die im Cottbuser Herzzentrum ausgebildet werden, mit auf den Weg.  Denn für Neulinge wie für gestandene Profis gilt: Die Sicherheit des Patienten steht stets an oberster Stelle.