Guillain-Barré-Syndrom

Verlauf und Prognose

Definitionsgemäß wird das Krankheitsmaximum innerhalb von vier Wochen erreicht, wobei 50 % der Patienten innerhalb von einer und 80 % der Patienten innerhalb von zwei Wochen die maximale Ausprägung der Lähmungserscheinungen erleben.

Nach einer Plateauphase von zwei bis vier Wochen kommt es zur Rückbildung der Symptome, die in der Regel einige Monate in Anspruch nimmt und bei etwa 75 % zu einer weitgehenden funktionellen Restitution führt. Neurologische Langzeitdefizite lassen sich bei immerhin 60 % aller Patienten feststellen, etwa 5 % bleiben schwer behindert. Faktoren, die mit einer ungünstigen Prognose assoziiert sind, sind höheres Lebensalter (> 50 Jahre), rascher Beginn (Vollbild innerhalb von 7 Tagen), Notwendigkeit der maschinellen Beatmung, reduzierte distale Amplitude des Muskelsummenaktionspotenzials bzw. fehlende Reizantworten bei der motorischen Neurographie und vorangegangene Durchfallerkrankung, insbesondere eine Infektion mit Campylobacter jejuni. Die Mortalität beträgt selbst in spezialisierten Zentren etwa 3 - 5 %. Bei weniger als 2 % aller Fälle kann es nach Monaten oder Jahren zu einer neuerlichen Krankheitsepisode kommen. Bei mehreren Rezidiven oder einer Progressionsphase, die länger als 4 Wochen dauert, muss eine chronisch-rezidivierende Verlaufsform, die chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (CIDP, chronische Polyneuritis) vermutet werden.