Medizinische SchwerpunkteGastroenterologie

Die Gastroenterologie befasst sich mit Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der mit diesem Trakt verbundenen Organe Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. Schwerpunkte innerhalb des Fachgebietes sind die Endoskopie (Spiegelungen im Verdauungstrakt, Bauchhöhle und Gallenwegssystem) und die gastroenterologische Onkologie (bösartige Erkrankungen des Verdauungstraktes, Leber und Bauchspeicheldrüse). Wichtige gastroenterologische Erkrankungen sind z. B. Ulkuserkrankungen (Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür), Tumoren des Verdauungstraktes (Darmkrebs), Lebererkrankungen wie Leberzirrhose und Hepatitis (Hepatologie), Darmerkrankungen wie die entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und die Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. Eine große Gruppe von Erkrankungen umfasst die sogenannten Funktionsstörungen (funktionelle Dyspepsie, Reizdarmsyndrom). Zur Diagnosestellung und Behandlung stehen uns modernste und hochspezialisierte Geräte zur Verfügung (siehe auch Schwerpunkt Endoskopie).

Hepatologie

Ein weiterer Schwerpunkt der Medizinsichen Klinik sind die Erkrankungen der Leber und ihre Folgen, wie die Leberzirrhose, gut- und bösartige Lebertumore und entzündliche Veränderungen der Leber und der Gallenwege (Primär biliäre Zirrhose, Sklerosierende Cholangitis, Autoimmunerkrankungen der Leber und Gallenwege). Zur genauen Diagnosestellung stehen spezielle Kontrastmittel-Ultraschallverfahren und die schonende Minilaparoskopie (Spiegelung der Leber) zur Verfügung.

Gastroenterologische Onkologie

Tumore des Magen-Darm-Trakts und der Leber zählen zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Die Medizinische Klinik hat sich in Zusammenarbeit mit der Chirurgischen Klinik, der Onkologischen Tagesklinik im MVZ (Leiter: Dr. med. M. Dommach) und der Universitätsstrahlenklinik (Direktor: Prof. Dr. W. Budach) auf die Dignostik und Therapie von Tumoren des Magen-Darn-Traktes, der Leber und Bauchspeicheldrüse spezialisiert. Hierbei werden alle Patienten in einer gemeinsamen wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Damit wollen wir sicherstellen, dass unsere Patienten die jeweils bestmögliche Behandlung nach modernsten Erkenntnissen bekommen. In einem hochspezialisierten und zertifizierten Darmkrebszentrum werden unsere Patienten mit Darmkrebs fachübergreifend behandelt und betreut.

Endoskopie und endoskopische Interventionen

Die Endoskopie ermöglicht einen Einblick in die Verdauungsorgane des Menschen. Dazu befindet sich eine kleine Kamera an der Spitze eines beweglichen Endoskops. Zu den wichtigen Untersuchungen zählen die Magen (Gastroskopie) - und die Darmspiegelung (Koloskopie). Bei einer Magenspiegelung kann man zum Beispiel Magengeschwüre oder Entzündungen der Speiseröhre feststellen, um sie dann einer entsprechenden Behandlung zuzuführen. Ein wichtiges Ziel der Darmspiegelung ist die Diagnose von Polypen (Schleimhautwucherungen), da diese als Krebsvorstufen gelten. Wird während einer Koloskopie ein Polyp entdeckt, kann er in der gleichen Behandlung von Innen (endoskopisch) entfernt werden. Dazu werden spezielle Instrumente über den Arbeitskanal des Endoskops vorgeführt und der Polyp entfernt.
Die technische Ausstattung umfasst die neuste Generation von Video-Endoskopen. Die Bildübertragung erfolgt mittels hochauflösender HDTV-Technik. Für die Diagnostik von Gallenwegs- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (ERCP: endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie) steht uns seit kurzem eine spezielle Röntgenanlage zur Verfügung, die neben einer excellenten Bildqualität die dreidimensionale Betrachtung der Gallenwege ermöglicht. Wird während einer ERC eine behandlungsbedürftige Erkrankung wie eine Verengung eines Gallengangs (Stenose) festgestellt, kann auch hier eine Therapie von Innen erfolgen: Engstellen können aufgedehnt werden (Dilatation) oder durch ein Plastik- oder Metallröhrchen (Stent) offengehalten werden. Für die Betrachtung der Leberoberfläche stehen uns spezielle kleine Endoskope zur Verfügung, die durch die Bauchwand in die Bauchhöhle vorgebracht werden (Mini-Laparaskopie). Hiermit können auch Veränderungen im Frühstadium erkannt und punktiert werden. Die meisten endoskopischen Untersuchungen werden unter einer leichten Sedierung (Verabreichung eines Schlafmittels über eine Vene) durchgeführt. So werden die Endoskopien als wenig belastend empfunden. Die Überwachung unserer Patienten während und nach der Untersuchung ist durch speziell geschultes Endoskopie-Personal und eine modernste apparative Ausstattung gewährleistet.