Modernste Diagnostik bei Erkrankungen des Pankreas und der Gallenwege

endosonographische FNP von unklaren Raumfoderungen im Pankreas
Effiziente Diagnosefindungen und Therapieentscheidungen erfordern eine interdisziplinär abgestimmte Kompetenz verschiedener Fachbereiche. Eine besondere Stärke der Sana Kliniken Düsseldorf mit den Standorten Gerresheim und Benrath ist hier die enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen für Allgemeine Innere Medizin / Gastroenterologie und der Allgemein- und Viszeralchirurgie.
Endosonographie in der Diagnostik von Pankreaserkrankungen
In der Diagnostik und Therapie von Pankreaserkrankungen hat die Endosonographie (EUS) einen festen Stellenwert. Dabei werden zwei verschiedene Schallköpfe eingesetzt, die an der Spitze des Endoskops eingebaut sind. Der radiäre Schallkopf liefert analog zur Computertomographie ein 360° Bild, während der lineare Schallkopf, ähnlich wie ein Abdomenschallkopf, ein konvexes Bild und die Möglichkeit der ultraschallgesteuerten Punktion ergibt. Beide Schallköpfe haben die Möglichkeit einer Duplex-/ Kontrastmittelsonographie sowie Elastographie, so dass sicher zwischen Gang- und Gefäßstrukturen, als auch zwischen benignen und malignen Formationen unterschieden werden kann.
Der größte Vorteil der Endosonographie im Vergleich zur Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) liegt in der durch die Ortsnähe bedingten hohen Auflösung und durch die Möglichkeit beliebig wiederholbarer Schnitte, womit auch Läsionen im Millimeterbereich sicher erkannt und eingeschätzt werden können. Ferner sind hierdurch komplikationsarme Gewebeproben von suspekten Strukturen während des Untersuchungsvorganges möglich. Die in der Durchführung sehr anspruchsvolle Methode wird überwiegend in gastroenterologischen Zentren eingesetzt – auch am Sana Standort Gerresheim. In differentialdiagnostisch schwierigen Fällen ergänzen sich die Methoden EUS, CT und MRT.
Zusammengefasst handelt es sich bei der Endosonographie um ein risikoarmes, etabliertes, nicht durch Strahlung belastetes Verfahren in der Diagnostik von Pankreaserkrankungen, das bei vielen Patienten einen sehr hohen zusätzlichen Informationsgewinn ergibt. „Therapeutisch hat die EUS vor allem in der transgastralen oder trans-duodenalen Drainage von Sekretverhalten im Oberbauch eine etablierte Indikation. Auch in der Diagnostik und Surveillance der chronischen Pankreatitis und ihrer Komplikationen hat die EUS in der Hand des Experten einen hohen Stellwert und ist belastungsarm durchführbar“, so Dr. Michael Birkenfeld, Chefarzt des Viszeralmedizinischen Zentrums und spezielle Gastroenterologie an den Sana Kliniken Düsseldorf.

Bilder aus dem Gallengang und der Gallenwegen in der Leber. Unterschiedliche Bilder mit entzündlichen oder tumorösen Verengungen, sowie Normalbefunde (Quelle: Boston Scientific)
Bei der Diagnostik der Gallengänge bietet die Cholangioskopie eine Reihe von Vorteilen gegenüber der konventionellen Cholangiographie, die nur eine indirekte Röntgendarstellung ermöglicht. Die Cholangioskopie entspricht der direkten Endoskopie der Gallenwege und erlaubt eine direkte Beurteilung von biliären Strukturen, sowie die gezielte Entnahme von Gewebeproben und die effektive Behandlung von Gallensteinen. Hierzu stehen verschiedene Techniken wie die intraduktale elektrohydraulische Lithotrypsie (EHL) oder die intraduktale Laserlithotrypsie (ILL) zur Verfügung.
Die Cholangioskopie kann immer dann angewendet werden, wenn eine detaillierte Untersuchung und Therapie der Gallenwege erforderlich sind und bietet den direkten nicht operativen Zugang zu den Gallenwegen und die Möglichkeit der breiten Interventionen ohne belastende Operation.
Die Cholangioskopie kann als direkte oder indirekte Cholangioskopie durchgeführt werden: Bei der direkten Cholangioskopie werden dünne obere Endoskope peroral eingeführt und direkt zur Penetration der Papilla duodeni major genutzt. Bei der indirekten Cholangioskopie werden sogenannte Mother-Baby-Systeme eingesetzt. Hier wird ein ultradünnes Endoskop durch den Instrumentierkanal eines Duodenoskops, wie es zur ERCP genutzt wird, transpapillär eingeführt. „In den Sana Kliniken Düsseldorf findet die indirekte Cholangioskopie mit dem SpyGlass System von Boston Scientific breite klinische Verwendung und wird regelhaft zur Zertrümmerung von Konkrementen mittels elektrohydraulischer Lithotrypsie (EHL) und zur Palliation bei Malignomen eingesetzt“, sagt Chefarzt Dr. Birkenfeld.
In der Kombination von Endosonographie und Cholangioskopie werden die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bezüglich Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Gallenwege komplettiert und an beiden Standorten des viszeralmedizinischen Zentrums der Sana Kliniken Düsseldorf angeboten. Bei entsprechendem klinischen Verdacht kann der komplette und komplexe diagnostische Prozess in einer Hand bis zur Therapie durchgeführt werden. Insbesondere die Differentialdiagnostik von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen sind eine Spezialität des Chefarztes und werden „leider noch zu wenig routinemäßig angeboten. Die anatomische Lage des Organs tief im Oberbauch erschwert den diagnostischen Zugang und ist die Domäne der Endosonographie, die wie eine Magenspiegelung unter Betäubung durchgeführt wird.“, so Dr. Birkenfeld.
Termine können über das ZBM vereinbart werden: 0211 2800 3525
