Besondere medizinische BehandlungsverfahrenHerausragende Leistungsfelder unserer Klinik

Die Anästhesiologie hat sich vom ursprünglichen Fach, der auf Narkosen spezialisierten Ärzte, zu einem Querschnittsfach mit Kompetenz in hochwertiger perioperativer Krankenversorgung auch in der Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin entwickelt. Tragende Elemente dieser vier Säulen sind fundierte Kenntnisse der Physiologie und Pathophysiologie vitaler Organfunktionen, der Pharmakologie und der Hämostaseologie. Im Mittelpunkt unserer Klinik steht der einzelne Patient, der individuell mit persönlicher Zuwendung durch unsere Mitarbeiter betreut wird. Dadurch tragen wir dazu bei Ängste, Sorgen, Schmerzen und Unsicherheiten beim Patienten ab- und Vertrauen für die Behandlungsphase aufzubauen. Dabei sind wir von dem Gedanken getragen, die Würde eines jeden Patienten zu achten.

Klinische Anästhesiologie

Die präoperative Vorbereitung und Risikostratifizierung des Patienten erfolgt hauptsächlich in einer eigens dafür eingerichteten Prämedikationsambulanz. In Bezug auf die Anästhesiologie hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Ergebnisqualität in der operativen Medizin insbesondere bei Patienten mit risikoerhöhenden Begleiterkrankungen (z.B. Koronare Herzerkrankung, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, obstruktive Lungenerkrankungen, chronische Erkrankungen etc.) nicht allein von den Fähigkeiten des Operateurs, sondern in erheblichem Maße von der Kompetenz des Anästhesiologen bei der Vorbereitung auf den Eingriff, der Qualität des Anästhesieverfahrens, der Überwachung vitaler Organfunktionen sowie der postoperativen Behandlung abhängig ist. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der Tatsache wider, dass das Risiko an einer Narkose zu versterben in den letzten 50 Jahren in den westlichen Industrieländern von 1:3000 auf über 1:160000 gesunken ist.

Mit Hilfe neuroaxialer Regionalanästhesieverfahren (z.B. Spinal-, Periduralanästhesie) sind wir in der Lage, die Sicherheit und Zufriedenheit der Patientinnen in der geburtshilflichen Abteilung unseres Hauses (1.776 Geburten in 2019) zu optimieren. Ein wesentliches und äußerst dankbares Arbeitsfeld unseres Fachgebietes ist die postoperative Schmerztherapie. Abgesehen davon, dass eine wirksame Schmerzlinderung das operative Gesamtergebnis positiv beeinflusst, hat der Patient darauf natürlich einen Anspruch. Der operierte Patient kann sich z.B. über eine individuell programmierbare Pumpe per Knopfdruck ein schmerzhemmendes Medikament intravenös verabreichen (on-demand-Analgesie). Eine solche patientenkontrollierte Analgesie (PCA) trägt in idealer Weise dem individuellen Schmerzempfinden Rechnung. Eine selektive Blockade peripherer Nerven über entsprechend platzierte Katheter erlaubt eine effiziente Schmerzausschaltung, die vor allem nach unfallchirurgischen oder orthopädischen Eingriffen eine frühzeitige Bewegungstherapie ermöglicht und damit ein optimales Operationsergebnis sichert.

Zu unseren akutschmerztherapeutischen Leistungen zählen folgende routinemäßige Katheterverfahren, die durch unseren gut strukturierten Akutschmerzdienst angelegt und betreut werden:

  • Interskalinärer Plexuskatheter
  • Vertikaler infraklavikulärer Plexuskatheter
  • Axillärer Plexuskatheter sowie Nervus Radialis-, Medianus- und Ulnarisblockaden
  • Thorakale und lumbale Periduralkatheter
  • Nervus Femoraliskatheter
  • Verschiedene Ischiadicakatheter
  • Fußblöcke
  • Peniswurzelblockaden
  • Bloodpatches bei postpunktionellem Kopfschmerz, z.B. nach Liquorpunktionen

Interdisziplinäre Intensivmedizin

Für die intensivmedizinische Patientenversorgung stehen 35 Intensivbetten auf der Station A13 und A11A, sowie 10 IMC-Betten auf der Station A11B, incl. 24 invasiver Beatmungsmöglichkeiten, zur Verfügung. In der Therapie des kritisch kranken Patienten kommen moderne Beatmungsverfahren, differenziertes Airway-Management (z.B. Dilatationstracheotomien, Bronchoskopien, Videolaryngoskopie), extrakorporale Nierenersatzverfahren (z.B. CVVHDF), Immunadsorptionen (z.B. bei GBS, Myasthenien), erweitertes hämodynamisches Monitoring (z.B. Echokardiografie, PiCCO), erweiterte Analgosedierungsverfahren (z.B. BIS-Monitoring, Anaconda) sowie therapeutisches Temperaturmanagement (z.B. Coolguard nach Reanimation) zur Anwendung. Hierbei arbeiten wir eng mit allen beteiligten Fachabteilungen zusammen, um unsere Patienten optimal und individuell versorgen zu können.

Insbesondere in der aktuellen Zeit betreuen wir an Sars-CoV-19 erkrankte Patienten unter Berücksichtigung ständig neuer Erkenntnisse insbesondere der Therapie bei sog. ‚Lungen- und Multiorgan-Versagen‘ (ARDS und MOV) unter strenger Einhaltung aller möglichen Hygienemaßnahmen.

Die Patientenversorgung orientiert sich an dem interdisziplinären Therapieansatz unter der organisatorischen und medizinischen Leitung der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin. Durch unsere moderne Intensivmedizin und der dazugehörigen Organisationsform ist es uns möglich, die Ergebnisqualität in diesem Bereich ständig zu verbessern, die Liegedauer zu verkürzen und somit die begrenzten intensivmedizinische Ressourcen optimal einzusetzen. Zusätzlich stellen wir ein Reanimations-Team, welches zu innerklinischen Notfällen in allen Bereichen gerufen wird. Ebenso stellen wir einen sog. Notfallkoordinator, welcher als Schnittstelle und Organisator zwischen Rettungsdienst/Leitstellen/Notärzten und Klinik fungiert, als auch den Schockraummanager.

Notfallmedizin

Die Sana Kliniken Duisburg verfügen über eine eigene Rettungswache (Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug). Hier erfolgt die Besetzung des Notarzteinsatzfahrzeuges 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr ausschließlich durch Ärzte der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin.Der ärztliche Leiter des Instituts ist ebenfalls als Leitender Notarzt der Stadt Duisburg tätig.

Siehe auch unter Fachbereich: Institut für Notfallmedizin

Die Versorgung externer Notfälle im Schockraum der Klinik ist durch ein standardisiertes Schockraum-Management festgelegt. Für die hierzu notwendige Infrastruktur und Ablauforganisation und Schulung der Mitarbeiter zeichnet die Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin verantwortlich.

In regelmäßigen Abständen findet ein spezielles Schockraumtraining statt. Das Institut für Notfallmedizin am Klinikum Duisurg steht in enger Kooperation mit diveresen anderen universitären Instituten für Notfallmedizin bundesweit.

Zentral-OP

Zur Durchführung operativer Eingriffe stehen in den Sana Kliniken Duisburg zehn OP-Säle mit modernsten Narkosearbeitsplätzen und eine perioperative Anästhesiestation (PAS) zur Verfügung. Darüber hinaus werden weitere anästhesiologische Arbeitsplätze in den Bereichen CT, MRT, Endoskopie (gastroenterologisch, pulmonologisch), zentrale Notaufnahme, Herzkatheterlabor, Kreißsaal und in der Kinderklinik vorgehalten.

Die ärztliche Koordination obliegt im anästhesiologischen Bereich dem ärztlichen OP-Manager, einem dafür qualifizierten Oberarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin.

Leistungsstatistik

Anästhesietechniken

  • 71% Allgemeinanästhesie
  • 25% Regionalanästhesie
  • 4 % sonstige

ASA-Klassifikation

  • ASA 1: 28,1%
  • ASA 2: 42,5%
  • ASA 3: 23,8%
  • ASA 4: 4,7%
  • ASA 5: 0,9%

Aufnahmeart

  • ambulant: 9,7%
  • stationär: 90,3%