Ein Frühgeborenes liegt bei seiner Mutter im Arm.
Musiktherapie für Frühgeborene
Musiktherapie für Frühgeborene

Musik für Frühgeborene

Musiktherapie für Frühgeborene

Frühgeborene starten unter besonderen Bedingungen in ihr Leben. Ihnen fehlen wichtige Sinneseindrücke aus dem Mutterleib – wie der beruhigende Herzschlag oder die vertraute Stimme der Mutter. Diese sind im Inkubator, in dem sich Frühgeborene oft nach der Geburt befinden, schwer zu ersetzen. Genau hier setzt die Musiktherapie an – gemeinsam und in Absprache mit den Eltern.

Was passiert bei der Musiktherapie?

In den Sana Kliniken Duisburg können Frühgeborene in Absprache mit den Eltern wöchentlich Musiktherapie erhalten.

  • Musiktherapeuten spielen und singen live, um sich der Stimmung des Babys anpassen zu können.
  • Dauer ca. 10 bis 30 Minuten, je nach Stimmung des Babys, um es nicht zu überfordern.
  • Die Musiktherapie findet in der Regel vormittags bis mittags statt.
  • Oft findet die Musiktherapie statt, wenn die Mutter oder der Vater das Baby im Arm halten oder beim „Kangarooing“, um die Bindung zu stärken. Ist dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, bleibt das Baby im Inkubator, Eltern und Therapeuten sitzen dann in unmittelbarer Nähe.
  • Musiktherapeuten setzen das Instrument Sansula ein:
    • Die Sansula ist eine Art „Daumenklavier“, das sich durch sanfte, entspannende Klänge besonders für die Musiktherapie eignet.
    • Das Instrument gibt beruhigende, „fließende“ Töne ab, die sich gut an die Atemfrequenz des Babys anpassen lassen
  • Eltern können aktiv teilnehmen oder die Therapie begleitend beobachten.
    • Summen, mitsingen, sanft sprechen zur Musik.

Die Musik wird speziell auf das jeweilige Kind abgestimmt – leise, rhythmisch und beruhigend.

Warum Musiktherapie?

Schon im Mutterleib nimmt ein Baby Geräusche wahr – vor allem Rhythmus (Herzschlag und Verdauungsgeräusche der Mutter) und Stimmen. Frühgeborenen fehlt diese vertraute Klangwelt, weil sie früher auf die Welt geholt werden mussten. Denn: Vor allem im dritten Trimester ist die Prägung auf akustische Impulse entscheidend. Musiktherapie für Frühchen kann helfen, diese fehlende Erfahrung behutsam zu ersetzen. Zudem schafft Musik Nähe, Orientierung und Geborgenheit – genau das, was Frühgeborene in ihrer ersten Lebensphase neben medizinischer Expertise besonders brauchen.

Musik wirkt auf vielen Ebenen
  • Stabilisierung von Körperfunktionen: Studien zeigen, dass Musik die Herzfrequenz senken und beruhigend wirken kann. Außerdem wirkt sich Musik positiv auf die Sauerstoffsättigung von Frühchen aus.
  • Unterstützung der Entwicklung: Musik kann die Vernetzung wichtiger Hirnregionen fördern.
  • Entspannung und Wohlbefinden: Frühchen reagieren mit Ruhe, besserer Atmung und erhöhter Aufmerksamkeit.
  • Besserer Schlaf: Auch im Schlaf zeigt sich ein positiver Effekt auf Vitalparameter wie Herz- und Atemfrequenz.
Unterstützung für Eltern

Nicht nur die Frühchen profitieren: Musiktherapie kann auch die Eltern entlasten und ihnen Sicherheit geben.

  • Reduzierung von Stress und Anspannung
  • Förderung der Bindung zwischen Eltern und Kind
  • Möglichkeit, aktiv Teil der Therapie zu sein

Studien zeigen, dass der Stresshormonspiegel (Cortisol) der Eltern durch Musiktherapie gesenkt werden kann. Diesen messen unsere Experten bei den Eltern im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung der Musiktherapie. Außerdem umfasst die wissenschaftliche Begleitung ebenfalls die Messung von Atem- und Herzfrequenz sowie der Sauerstoffsättigung bei den Frühgeborenen, um die Wirksamkeit der Musiktherapie zu dokumentieren.

Kontakt

Leitung
Dr. med. Francisco Brevis Nuñez

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin, Notfallmedizin
Sonografie (DEGUM II), PÄDSIM- und PALS-Instructor

Arbeitsschwerpunkt: Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin, Simulationsmedizin

francisco.brevis@sana.de

Oberärztin
Dr. med. univ. Julia Osterholt

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin, Notfallmedizin, PALS-Instructor, Still- und Laktationsberaterin IBCLC

Arbeitsschwerpunkt: Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin

julia.osterholt@sana.de