Medizinische SchwerpunkteWirbelkörperbrüche

Es werden im wesentlichen drei verschiedene Arten von Wirbelkörperbrüchen unterschieden:

  • unfallbedingt, auch bei jungen Patienten, kann es zu Brüchen mit und ohne Schädigung des Rückenmarks kommen. Eine gefürchtete Folge dieser Verletzung ist die Querschnittslähmung. Unfallmechanismus ist meist ein Sturz aus großer Höhe (>3 Meter) oder Hochrasanztraumen (KFZ-Unfall).
  • bei älteren Patienten, vor allem Frauen mit Osteoporose, kommt es häufig bei "normalen" Stürzen oder auch ohne Unfall zu Brüchen und Einsinterungen von einem oder mehreren Wirbelkörpern. Eine Schädigung des Rückenmarks oder eine Querschnittslähmung sind hier die Ausnahme.
  • Wenn ein Wirbelkörper durch gut- oder bösartige Tumoren oder Absiedlungen (Metastasen) geschwächt wird, kann es auch hier zu spontanen (ohne Unfall) Brüchen oder Einsinterungen kommen. Auch hier kann das Rückenmark betroffen sein. Oft wird die Bruchgefahr im Rahmen der Tumorbehandlung schon vorher erkannt und kann behandelt werden.

Medizinische Behandlungsverfahren

Die konservative Behandlung mit Schmerztherapie, Krankengymnastik und Muskeltraining kommt bei wenig schmerzhaften und stabilen Wirbelkörperbrüchen zum Einsatz. Manchmal wird auch ein Korsett verordnet, um die Bildung eines "Buckels" (pathologische Kyphose) zu vermeiden.

Die Vertebroplastie/Kyphoplastie wird bei Osteoporose-bedingten schmerzhaften Wirbelkörperbrüchen eingesetzt, um eine schnelle Schmerzlinderung zu erreichen. Wir führen den Eingriff in Vollnarkose durch. Über zwei je 1 cm große Schnitte werden dicke Nadeln in den Wirbelkörper eingeführt und dieser dann mit Knochenzement stabilisiert. Die Operation dauert ca. 20 Minuten und erreicht in 80 bis 90 Prozent der Fälle eine direkte deutliche Schmerzreduktion oder Schmerzfreiheit. Der Patient kann am 1. Tag nach der Operation aufstehen und voll belasten.

Der Unterschied der Kyphoplastie zur Vertebroplastie besteht darin, dass bei der Kyphoplastie der Wirbelkörper vor der Zementeinspritzung mit einem Ballon aufgerichtet wird. In unserer Klinik stehen beide Operationsmethoden zur Verfügung. Das Verfahren eignet sich auch zur Behandlung von tumorbedingten Wirbelkörperbrüchen oder bruchgefährdeten Wirbelkörpern.

Der Fixateur Interne kommt bei instabilen Wirbelkörperbrüchen ohne wesentliche Osteoporose zum Einsatz, wenn die Gefahr der "Buckelbildung" (Kyphose) oder einer Schädigung des Rückenmarks besteht. Hierbei wird der Wirbelkörper mit Schrauben und einem Verankerungssystem aus Titanstahl stabilisiert, das nach sechs Monaten wieder entfernt wird. Hiermit lässt sich meist eine gute Aufrichtung des Wirbelkörpers erreichen. Die Operation mittels Fixateur Interne gehört ebenfalls zu unserem Standardprogramm.