Borna

Dr. med. Thomas Bürkigt im Interview

Gefäßerkrankungen: Hohes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall

Von einer Sekunde auf die andere verkrampft beim Laufen die Wade und die Schmerzen im Bein werden schnell so stark, dass es Betroffenen unmöglich ist, weiterzugehen. Menschen mit Symptomen einer so genannten Schaufensterkrankheit wissen oft nicht, dass sie es mit einer schweren Gefäßerkrankung zu tun haben, die gravierende Folgen haben kann. Welche genau, das erläutert Dr. med. Thomas Bürkigt, leitender Oberarzt der <link http: www.kliniken-leipziger-land.de leistungsspektrum fachabteilungen klinik-fuer-allgemein-visceral-mic-und-gefaesschirurgie.html external-link-new-window external link in new>Klinik für Allgemein-, Viszeral-, MIC- und Gefäßchirurgie und Leiter des <link http: www.kliniken-leipziger-land.de leistungsspektrum kompetenzzentren zentrum-fuer-gefaessmedizin.html external-link-new-window external link in new>Zentrums für Gefäßmedizin am Sana Klinikum Borna.

Schaufensterkrankheit, was ist das eigentlich?
Bürkigt: Menschen, die unter der so genannten Schaufensterkrankheit leiden, müssen wegen großer Schmerzen in den Beinen oft stehen bleiben. Dies geschieht dann gern an Orten, an denen es nicht so sehr auffällt, Schaufenster etwa oder auch Fahrpläne. Der plakative Name beschreibt dieses Verhalten.

Was steckt dahinter?
Blutgefäße sind die Haupttransportwege des Körpers. Bei Menschen, deren Gefäße gesund sind, kann das Blut ungehindert durch den Körper fließen. Wo der Blutfluss jedoch – etwa durch Ablagerungen in den Gefäßen – erschwert ist, kann es zu ernsten Komplikationen kommen. Dann drohen Krankheiten wie die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit – kurz: pAVK. Diese kompliziert klingende Bezeichnung ist der medizinische Sammelbegriff für Verengungen oder Verschlüsse der die Extremitäten versorgenden Blutgefäße, die Krankheiten wie etwa die Schaufensterkrankheit zur Folge haben.

Warum ist die pAVK so gefährlich?
Obwohl in Deutschland etwa 4,5 Millionen Menschen an Durchblutungsstörungen der Beine und des Beckens leiden, bleibt die pAVK lange unentdeckt. Dabei ist sie ein deutlicher Warnhinweis darauf, dass schwere Gefäßveränderungen im Körper vorliegen. Diese können nicht nur zum Verlust eines Beines führen, sondern bringen auch andere hohe Risiken mit sich: Sind die Arterien in den Beinen verengt, liegt mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 50 Prozent auch eine Verengung der Herzkranzgefäße und der Halsschlagadergefäße vor, die für Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich sind.

Sind Durchblutungsstörungen ein Problem der älteren Generation?
Die Gefahr einer Arterienverkalkung der Beine nimmt zwar mit dem Alter zu, allerdings sind auch immer mehr Menschen unter 40 von der Krankheit betroffen. Nicht zuletzt deswegen, weil die Vorsorge oft vernachlässigt oder ein ungesunder Lebensstil gepflegt wird. Rauchen, Bewegungsmangel gestörter Fettstoffwechsel, Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes: All das begünstigt eine Verengung der Gefäße.

Was kann man dagegen tun?
Jeder, der etwas für seine Gefäße tun möchte, der sollte als erstes mit dem Rauchen aufhören und sich regelmäßig Bewegung gönnen. Sportarten wie Gehen und Walken eignen sich sehr gut. Bei Diabetikern ist wichtig, dass der Zucker gut eingestellt ist. Liegen Gefäßverengungen und ein Diabetes gleichzeitig vor, steigt das Amputationsrisiko signifikant an.

Janet Schütze
Tel.: 03433 21-1075
<link>janet.schuetze@sana.de