Adipositaszentrum

Fakten zu Adipositas

Immer mehr Menschen erkranken an Adipositas

Als Adipositas wird ein starkes Übergewicht mit einem Body Mass Index (Gewicht in kg/Körpergröße in m²) von über 30 kg/m² bezeichnet. Berechnen Sie Ihren BMI 

Adipositas ist ein Risikofaktor für chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einzelne Krebserkrankungen und geht mit einem höheren Risiko einher, frühzeitig zu sterben. Im Jahre 2000 definierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Adipositas als Krankheit. Bereits 2003 sprach das Bundessozialgericht vom Vorliegen einer Krankheit und das Europäische Parlament hat in einer Resolution von 2006 die Mitgliedsstaaten aufgefordert, Adipositas offiziell als chronische Krankheit anzuerkennen. Im Juli 2020 hat der Deutsche Bundestag Adipositas als eigenständige Krankheit anerkannt. Diese Anerkennung stellt einen bedeutenden Meilenstein für die Betroffenen dar und macht Hoffnung, dass sich die Versorgung in Deutschland nachhaltig verbessert. Bereits jetzt werden die Kosten für eine Adipositas-Behandlung häufig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Unser Team vom Regio Adipositaszentrum berät Sie gern, sprechen Sie uns an!

Ursachen und Risiken

Die Ursache für Übergewicht ist auf den ersten Blick recht einfach. Bei den meisten Menschen ist Übergewicht die Folge eines Ungleichgewichtes zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch. Nimmt man mehr Kalorien auf als man verbraucht, werden die überschüssigen Kalorien vom Körper als Fett eingelagert. 

Entgegen weit verbreiteter Annahmen ist Adipositas oft, aber nicht immer eine Folge von zu viel Essen und zu wenig Bewegung. Es ist ein Vorurteil zu meinen, dass adipöse Menschen an ihrem Übergewicht selbst schuld seien. Es gibt mehr Faktoren, die zu einer Gewichtszunahme beitragen.

  • Familiäre Veranlagung: Ein Gendefekt kann bewirken, dass Betroffene kein Sättigungsgefühl haben. Andere genetische Faktoren können einen Einfluss darauf haben, wie vollständig der Körper die Nahrung verwertet. Das Körpergewicht wird größtenteils genetisch beeinflusst, nur ein geringerer Teil unterliegt Umwelteinflüssen. 
  • Sozialisation: Manche Menschen haben seit frühester Kindheit gelernt, auf Stress mit Essen zu reagieren. Für ihr Belohnungszentrum im Gehirn ist dies der einzige Weg Anspannung abzubauen.
  • Essstörungen: Binge-Eating-Störung ist die häufigste Essstörung bei Erwachsenen. Es kommt dabei zu Heißhungerattacken, bei denen kein Sättigungsgefühl eintritt und sich die Betroffenen nicht selbst steuern können.
  • Rauchstopp: Die Entwöhnung vom Rauchen geht oft mit einer Gewichtszunahme einher, die von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen kann.
  • Hormonelle und körperliche Erkrankungen: Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion, ein polyzystisches Ovarialsyndrom bei Frauen oder ein Testosteronmangel bei Männern können zu Übergewicht führen. Ebenso können ein schmerzhafter Gelenkverschleiß, chronische Rückenschmerzen oder Lähmungen mit Immobilisation dazu führen, dass man sich weniger bewegen kann und zunimmt.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, z.B. bei Diabetes mellitus Typ 2 (Insulin, Metformin),  bei chronischen Entzündungen (Kortison) oder bei psychischen Erkrankungen, können das Gewicht erhöhen.

Folgeerkrankungen

Adipositas geht mit einer erhöhten Rate von Folgeerkrankungen einher, darunter: 

  • Bluthochdruck, Atherosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Bösartige Tumore, Krebs
  • Fettleber
  • Lungenerkrankungen, Schlafapnoe
  • Arthrose
  • Unfruchtbarkeit, Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Harninkontinenz
  • Gallensteine

Häufig bessern sich diese Folgeerkrankungen deutlich durch eine dauerhafte Gewichtsabnahme oder können sogar ganz abklingen.

Stigmatisierung und Diskriminierung

Adipositas ist kein rein medizinisches oder körperliches Problem, sondern hat zahlreiche psychosoziale Auswirkungen. Die negative Bewertung von adipösen Menschen ist sehr weit verbreitet, man sagt ihnen Willensschwäche, Disziplinlosigkeit oder gar Faulheit nach. Betroffene, die diese negative Stigmatisierung annehmen, haben weniger Selbstvertrauen und Selbstachtung und entwickeln häufiger Depressionen und Ängste. Diese Selbststigmatisierung bewirkt außerdem, dass Betroffene sich abwerten und ein benachteiligendes Verhalten gegenüber sich selbst zeigen, z.B. wenig Unterstützung bei der Gewichtsreduktion suchen. Hier kann die Verhaltenstherapie gute Dienste leisten.

Körperkontur

Eine erhebliche Gewichtsabnahme, ob nach einer Adipositasoperation oder nach einer konservativen Therapie, führt in den meisten Fällen zu einem großen Hautüberschuss, der zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen im Alltag führen kann. Die großen Hautlappen am Rumpf oder an den Armen und Beinen führen zu Einschränkungen der Beweglichkeit, zu Schmerzen und Entzündungszuständen mit unangenehmer Geruchsbildung. Die chronischen Entzündungen der Haut können in vielen Fällen trotz hautärztlicher Behandlung nicht zur Abheilung gebracht werden. Dadurch kann unter Umständen eine Wiedereingliederung in das Berufsleben erschwert oder sogar verhindert werden. In der Folge kann es zu Depressionen und psychischen Belastungssituationen kommen. Damit es gar nicht erst dazu kommt, ist die chirurgische Wiederherstellung der Körperkontur von entscheidender Bedeutung. Hierzu beraten Sie unsere Spezialist:innen für Plastische und Ästhetische Chirurgie gerne.

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