Während des Stillens oder in den ersten Tagen nach der Geburt kann es zu schmerzhaften Schwellungen oder Verhärtungen der Brust kommen. Häufig treten zusätzlich ein Spannungs- oder Druckgefühl, eine lokale Rötung sowie Wärme in der betroffenen Brust auf. In manchen Fällen können auch Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommen.
Mögliche Ursachen könnten sein:
Milchbildungsbeginn (ca. 3.–4. Tag nach Geburt):
Durch den Start der reichlichen Milchbildung sowie die verstärkte Durchblutung der Brust entsteht ein vorübergehendes Spannungsgefühl, da sich Milch, Blut und Lymphe im Gewebe sammeln.
Milchstau:
Wenn Milch nicht ausreichend abfließen kann, staut sie sich in der Brust. Häufige Ursachen sind unregelmäßiges Stillen, ungünstige Stillpositionen oder Saugprobleme, Druck durch Kleidung, Stress oder Krankheit sowie eine ungünstige Anwendung von Pumpe oder Stillhilfen. Auch ein zu schnelles Abstillen kann begünstigend wirken.
Brustentzündung (Mastitis):
Dringen Bakterien über kleine Verletzungen an der Brustwarze ein, kann sich eine Entzündung entwickeln. Typisch sind meist einseitige Schmerzen, Fieber (oft über 38,5 °C), Schüttelfrost und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.
Wichtig sind Ruhe und häufiges Stillen, insbesondere an der betroffenen Brust. Die Stillposition sollte ggf. angepasst werden, sodass das Kinn des Babys in Richtung der verhärteten Stelle zeigt. Nach dem Stillen kann Kühlung (z. B. mit Kohlblättern) lindernd wirken. Bei Bedarf kann vorsichtig abgepumpt werden. Enge Kleidung sollte vermieden werden.
Wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von 24 Stunden bessern oder Fieber auftritt, sollte eine Hebamme oder ein Arzt/eine Ärztin kontaktiert werden. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, ggf. mit Schmerztherapie oder Antibiotika. Ein Abstillen ist in der Regel nicht sinnvoll, da es die Symptome verschlechtern kann.