Babyfreundliche Geburtsklinik

Das Still-ABC

A wie Ausschließliches Stillen

Ausschließliches Stillen bedeutet, dass Ihr Baby nach der Entbindung nur Muttermilch erhält und keine Muttermilchersatzprodukte oder andere Flüssigkeiten angeboten werden. Ausnahmen sind Vitamin K (für die Blutgerinnung) und Vitamin D.

Die WHO/UNICEF empfiehlt:

  • Ausschließliches Stillen für 6 Monate
  • Einführung von Beikost ab dem 7. Monat
  • Stillen bis zum 2. Lebensjahr oder darüber hinaus, wenn Sie und Ihr Kind es möchten

Muttermilch passt sich in ihren Inhaltsstoffen stets an die Bedürfnisse Ihres Kindes an. Sie bietet Immunschutz und stärkt die Bindung.

B wie Bonding

Bonding bezeichnet die innige Beziehung, die sich zwischen Eltern und ihrem Baby entwickelt.

Jede Bindung ist einzigartig und entsteht ganz individuell. Eine stabile Eltern-Kind-Beziehung wächst mit der Zeit. Bereits während der Schwangerschaft und in den ersten Momenten nach der Geburt beginnt dieser Prozess.

Eine langandauernde positive Beziehung in der Familie stärkt die Bindung und schafft Vertrauen.

In unserer babyfreundlichen Klinik fördern wir das Bonding gleich nach der Geburt. Ihr Baby wird Ihnen nackt auf die Brust gelegt. Gerade in den ersten Stunden nach der Geburt und wenn Ihr Baby sich erholt hat, kann es durch seine Reflexe die Brust suchen und korrekt finden.

Ihr Baby wird dabei warm gehalten. Dies erleichtert ihm die Anpassung nach der Geburt und ist durch die Ausschüttung eines Hormons wertvoll für die Milchbildung. Auch für den Vater ist Bonding sehr wichtig, da die Beziehung zu Ihrem Baby gestärkt wird.

C wie Clusterfeeding

Clusterfeeding ist ein bekanntes Phänomen in den ersten Tagen, manchmal auch in den ersten Wochen.
Besonders in der zweiten Nacht nach der Geburt möchten Babys in sehr kurzen Abständen an der Brust trinken, um die Milchbildung anzuregen.

Dabei bauen sie ganz physiologisch die Milchproduktion auf und steigern die Ausschüttung eines Hormons, das für die Milchbildung notwendig ist und besonders in den ersten 10 Tagen eine wichtige Rolle spielt.

Viele Mütter denken in dieser Zeit, dass ihre Muttermilch nicht ausreicht. Oft ist ihnen nicht bewusst, dass dieses Verhalten ganz normal ist. In dieser Phase ist es hilfreich, sich tagsüber möglichst viel Ruhe zu nehmen.

D wie Diabetes in der Schwangerschaft

Bei einem diagnostizierten Schwangerschaftsdiabetes bieten wir ab der 34. SW eine Beratung an.
Wir klären in dem Gespräch über Vorteile des Stillens auf und besprechen den Ablauf nach der Geburt (BZ- Kontrollen).
In dem Gespräch erklären wir zudem, wie ab der 37. SW Kolostrum gewonnen werden kann, sodass bei Bedarf Muttermilch für das Neugeborene vorhanden ist.

Terminvergabe
wochentags 09:00 - 15:00 Uhr 
Tel.: 04101-217 208 

E wie Ernährung in der Stillzeit

Eine ausgewogene Ernährung ohne übermäßige Nahrungsergänzungsmittel ist der physiologischste und zugleich einfachste Weg, eine gute Muttermilch sicherzustellen.
Nach der Schwangerschaft gibt es keine grundsätzlichen Einschränkungen und Sie dürfen wieder nach Ihren Vorlieben essen. Bitte beachten Sie jedoch, dass sich in der Stillzeit Ihr Energiebedarf erhöht, sodass Sie etwa 500 kcal zusätzlich zu sich nehmen sollten.
Die Zusammensetzung der Muttermilch ist dabei sehr stabil. Sie können diese dennoch durch gesunde Fette, wie z. B. Leinöl, positiv beeinflussen und sollten auf eine ausreichende Zufuhr wasserlöslicher Vitamine (z. B. Vitamin C) achten.

Wir empfehlen sich bei veganer Ernährung individuell beraten zu lassen.

Weitere Informationen zum Thema Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit erhalten sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

F wie Feinzeichen

F wie Feinzeichen der Kinder

Feinzeichen sind angeboren, und schon Säuglinge können damit ihr Befinden ausdrücken. Als Bezugsperson werden Sie lernen, diese Zeichen zu deuten und entsprechend auf Ihr Kind zu reagieren.

Im Folgenden haben wir einige Beispiele für Sie zusammengestellt:

Entspannter Säugling:

  • Weiche, ausgeglichene Bewegungen
  • Lächeln
  • Brabbeln / Lautieren
  • Blickkontakt

Der Säugling versucht, sich selbst zu beruhigen:

  • Sucht die Körpermitte
  • Zieht Grimassen
  • Gähnt
  • Berührt das Ohr
  • Wendet den Blick ab

Überreizung:

  • Schreien
  • Wegdrücken
G wie Gewicht und Zunahme

Ein Neugeborenes verliert in den ersten Tagen nach der Geburt oft an Gewicht, weil es Flüssigkeit verliert, die es im Mutterleib angesammelt hat. Diese Gewichtsabnahme ist normal und meist nach 10 Tagen wieder ausgeglichen. Eine Zufütterung ist deshalb nur bei einem Gewichtsverlust ab 10 %  nötig.

H wie Handgewinnung von Muttermilch

Zu Beginn einer Stillmahlzeit empfehlen wir eine Brustmassage, um die Milchbildung zu unterstützen und die Ausschüttung des Hormons Oxytocin zu steigern. Nach der Entbindung zeigen wir Ihnen die Technik und begleiten Sie dabei.

In der Schwangerschaft empfehlen wir Ihnen zudem unseren Stillinfo-Abend, der regelmäßig in der Klinik stattfindet.

Außerdem ist bekannt, dass Muttermilch bei Untersuchungen, insbesondere bei Blutentnahmen, den Schmerz der Kinder reduziert. Wir freuen uns daher, wenn Sie für die Vorsorgeuntersuchung (Stoffwechseltest) etwas Muttermilch in eine Spritze entleeren und mitbringen.

I wie Intuitives Stillen

Intuitives Stillen folgt auf den direkten, ununterbrochenen Hautkontakt in den ersten Stunden nach der Geburt und ist besonders in den ersten Tagen und Wochen sehr hilfreich. Ihr Baby findet dabei selbstständig die Brust, während Sie intuitiv auf seine Signale reagieren.
Es orientiert sich unter anderem am Fruchtwassergeruch an seinen Handinnenflächen. Achten Sie daher darauf, dass dieser Geruch erhalten bleibt.
Im Wochenbett unterstützt auch das Bonding (siehe Abschnitt „Bonding“) das intuitive Stillen.

J wie Jod in der Stillzeit

Jod ist sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit wichtig. Es unterstützt die gesunde Entwicklung Ihres Kindes und ist indirekt auch an der Milchbildung beteiligt.
Während der Stillzeit wird zusätzlich zur Verwendung von Jodsalz empfohlen, 100 Mikrogramm Jod in Tablettenform einzunehmen. Die Jodgabe dient dabei als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung.

K wie Kindspech

Das Kindspech ist der erste Stuhlgang des Babys. Er ist schwarz-grünlich und zäh.
Die erste Muttermilch, das Kolostrum (siehe „Stadien der Milchbildung“), wirkt abführend und verändert sich in den ersten 12–28 Stunden nach der Geburt.
Das Kindspech (Mekonium) hat sich während der Schwangerschaft im Darm des Kindes angesammelt. Es besteht aus Fruchtwasser, Verdauungssäften, Hautzellen, Schleim, Galle und Gallenfarbstoffen. Mit der Ausscheidung des Kindspechs wird auch Bilirubin (ein Abbauprodukt der Blutkörperchen) ausgeschieden. Dies steht in engem Zusammenhang mit dem typischen Gelbwerden der Neugeborenen.

Deshalb empfehlen wir, dass die Babys regelmäßig angelegt werden. In den ersten Tagen etwa 8–12 Mal täglich.

Weitere Informationen über Kindspech finden Sie hier.

L wie Lebenselexier Muttermilch

Muttermilch ist einzigartig! Es ist ein nicht duplizierbarer Mix aus Nährstoffen und Schutzstoffen: 

  • Fette liefern die Hälfte der Energie und enthalten über 200 Fettsäuren, wichtig für Gehirn, Sehen und Abwehrkräfte.
  • Kohlenhydrate, vor allem Laktose, decken 40 % des Kalorienbedarfs und fördern die Aufnahme von Kalzium und Eisen.
  • Proteine sind perfekt auf das Baby abgestimmt, leicht verdaulich und stärken mit Antikörpern und Enzymen die Abwehr.
  • Wasser und Mineralstoffe sichern optimale Flüssigkeitsversorgung, auch in heißen Klimazonen.
  • Über 200 Oligosaccharide wirken wie natürliche Probiotika und schützen vor Bakterien, Viren und Pilzen.
  • Dazu kommen Wachstumsfaktoren, Stammzellen und MikroRNA, die die Organentwicklung fördern.

Kurz gesagt: Muttermilch ist Ernährung, Medizin und Immunschutz in einem – maßgeschneidert für jeden einzelne Säugling.

M wie Magengröße des Säuglings

In den ersten zwei Tagen nach der Geburt ist der Magen Ihres Kindes sehr klein und noch nicht dehnbar. Das ist wichtig, weil der Säugling zunächst lernen muss, Atmen, Saugen und Schlucken zu koordinieren. Aus diesem Grund ist das zu Beginn gebildete Kolostrum dickflüssiger als die reife Muttermilch.

Stellen Sie sich den Magen wie eine kleine Kirsche vor. Um den dritten Tag herum kann er bereits 22–27 ml aufnehmen – etwa so groß wie eine Walnuss. Am 10. Tag entspricht der Magen in etwa der Größe eines Hühnereis und kann 80–140 ml aufnehmen.

Nach etwa 10 Tagen sollte Ihre Milchmenge ca. 800–1000 ml pro Tag betragen. Damit haben Sie ausreichend Muttermilch für die gesamte Stillzeit.

N wie nach Bedarf Stillen

Stillen nach Bedarf fördert das Einsetzen einer ausreichenden Milchproduktion und schützt vor einer übermäßigen Brustdrüsenschwellung in den ersten Tagen (siehe „Stadien der Milchbildung“). Regelmäßiges Anlegen in den ersten Tagen verhindert den Gewichtsverlust des Babys. Bei guter Milchbildung reicht die Muttermilch für die gesamte Stillzeit aus.

Stillen in den ersten Lebenstagen:

  • Legen Sie Ihr Baby bei den ersten Hungerzeichen an.
  • Stillen Sie alle 2–3 Stunden.
  • Wecken Sie Ihr schläfriges Baby, wenn nötig.
  • Unterstützen Sie die Bindung durch Nähe und Körperkontakt.
  • Machen Sie eine Brustmassage, um den Milchspendereflex auszulösen.
  • Informieren Sie sich über Clusterfeeding und dessen Bedeutung für die Milchproduktion.

Wir beraten und begleiten Sie gerne in den ersten Tagen.

O wie Oxytocin

Oxytocin, auch als „Bindungshormon“ bezeichnet, ist nicht nur für den Milchspendereflex verantwortlich, sondern stärkt auch Nähe, Vertrauen und Bindung zwischen Mutter und Baby. Zudem trägt es zur Stressreduktion bei der Mutter bei und hilft, den herausfordernden Alltag mit mehr Geduld und Gelassenheit zu meistern.

Während der Geburt wirkt Oxytocin wehenfördernd und schmerzlindernd. Nach der Geburt kann die Ausschüttung durch Brustmassagen, Kuscheln mit dem Baby und Stillen angeregt werden, wodurch der Milchspendereflex unterstützt wird.

P wie Präpartale Kolostrumgewinnung
  • Ab 37+0 SSW kann die manuelle Kolostrumgewinnung begonnen werden.
  • 1–2 Mal täglich, jeweils 5–10 Minuten pro Brust.
  • In den ersten Tagen dient das Kolostrum vor allem zum Üben; die gewonnenen Tropfen können zur Brustpflege verwendet werden.
  • Fangen Sie die Tropfen in 1-ml- oder 2-ml-Spritzen auf, verschließen Sie diese mit der Kappe und versehen Sie sie jeweils mit einem Aufkleber (Name und Datum der Gewinnung).
  • Das Kolostrum eines Tages kann in einer Spritze gesammelt werden. Bewahren Sie die Spritze bis zur nächsten Gewinnung im Kühlschrank auf (nicht in der Tür) und frieren Sie sie anschließend sofort ein.
  • Lagern Sie die Spritzen in einem beschrifteten ZIP-Beutel.
  • Zum Transport zur Geburt sollte der Beutel zwischen Eis-Akkus in einer Kühltasche mitgenommen werden (z. B. durch den Partner).
  • In der Klinik wird der Beutel bis zum Gebrauch weiter eingefroren.

Bei Fragen steht Ihnen das Team der Station C3a unter der Telefonnummer 04101-217 331 gerne zur Verfügung.

Q wie Quatsch und Mythen zum Stillen

Rund ums Stillen gibt es viele Empfehlungen, und jeder hat eine andere Meinung. Auch Familienmitglieder bringen ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen mit. Doch vieles hat sich im Laufe der Zeit verändert.

Deshalb empfehlen wir Ihnen, sich auf folgender Seite zu informieren: Mythen zum Stillen

R wie Rooming-in

Rooming-in ist ein zentraler Bestandteil des babyfreundlichen Konzepts. Es gibt Ihnen die Möglichkeit, Zeit mit Ihrem Baby zu verbringen und es in Ruhe kennenzulernen. So können Sie die Signale Ihres Babys besser deuten und Vertrauen zueinander aufbauen.

Wir möchten Ihre Sicherheit im Umgang mit dem Baby stärken und stehen Ihnen zur Seite, wenn Sie Unterstützung benötigen. Durch das Personal wird eine Trennung vermieden, und alle notwendigen Abläufe werden gemeinsam mit Ihnen durchgeführt.

S wie Spannungen in der Brust

Während des Stillens oder in den ersten Tagen nach der Geburt kann es zu schmerzhaften Schwellungen oder Verhärtungen der Brust kommen. Häufig treten zusätzlich ein Spannungs- oder Druckgefühl, eine lokale Rötung sowie Wärme in der betroffenen Brust auf. In manchen Fällen können auch Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommen.

Mögliche Ursachen könnten sein:

Milchbildungsbeginn (ca. 3.–4. Tag nach Geburt):
Durch den Start der reichlichen Milchbildung sowie die verstärkte Durchblutung der Brust entsteht ein vorübergehendes Spannungsgefühl, da sich Milch, Blut und Lymphe im Gewebe sammeln.

Milchstau:
Wenn Milch nicht ausreichend abfließen kann, staut sie sich in der Brust. Häufige Ursachen sind unregelmäßiges Stillen, ungünstige Stillpositionen oder Saugprobleme, Druck durch Kleidung, Stress oder Krankheit sowie eine ungünstige Anwendung von Pumpe oder Stillhilfen. Auch ein zu schnelles Abstillen kann begünstigend wirken.

Brustentzündung (Mastitis):
Dringen Bakterien über kleine Verletzungen an der Brustwarze ein, kann sich eine Entzündung entwickeln. Typisch sind meist einseitige Schmerzen, Fieber (oft über 38,5 °C), Schüttelfrost und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl.

Wichtig sind Ruhe und häufiges Stillen, insbesondere an der betroffenen Brust. Die Stillposition sollte ggf. angepasst werden, sodass das Kinn des Babys in Richtung der verhärteten Stelle zeigt. Nach dem Stillen kann Kühlung (z. B. mit Kohlblättern) lindernd wirken. Bei Bedarf kann vorsichtig abgepumpt werden. Enge Kleidung sollte vermieden werden.

Wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von 24 Stunden bessern oder Fieber auftritt, sollte eine Hebamme oder ein Arzt/eine Ärztin kontaktiert werden. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, ggf. mit Schmerztherapie oder Antibiotika. Ein Abstillen ist in der Regel nicht sinnvoll, da es die Symptome verschlechtern kann.

T wie Tee

Gestillte Babys benötigen keine zusätzliche Flüssigkeit wie Tee oder Wasser, solange sie noch nicht dreimal täglich Beikost erhalten. Mit der Einführung der Beikost sollten die Kinder zur Mahlzeit gestillt werden.

Fencheltee
Bei Babys, Kleinkindern und stillenden Müttern sollte Fencheltee vermieden bzw. bei Kleinkindern nur sehr sparsam verwendet werden. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt Tees auf Basis von süßem Fenchel erst ab einem Alter von 4 Jahren. Grund dafür sind Hinweise, dass das enthaltene Estragol die Leber verändern kann. Außerdem enthält Fenchel hormonähnliche Substanzen.

Mehr dazu finden Sie auf der Website der Verbraucherzentrale.

U wie Unterstützung

Wir unterstützen Sie gerne nach der Entbindung. In Kooperation mit der Familienbildungsstätte in Pinneberg bieten wir unser Milchcafé in den Räumen der Bahnhofsstraße 18–22 an.

Wir sind mittwochs von 09:00 bis 10:30 Uhr für Sie da. Die Teilnahme ist kostenlos und eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 

V wie Vorteile des Stillens

Für das Baby:

  • Stärkt die Infektabwehr
  • Schützt vor dem plötzlichen Kindstod
  • Kolostrum stabilisiert den Blutzucker, wirkt abführend und enthält viele Immunglobuline
  • Fördert die Entwicklung
  • Besonders wichtig für Frühgeborene
  • Schützt vor Übergewicht, Diabetes und Leukämie
  • Dient der Allergieprophylaxe
  • Trainiert die Kiefermuskulatur

Für die Mutter:

  • Reduziert nach der Entbindung die Blutungsgefahr
  • Schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen und bestimmten Krebsarten
  • Senkt das Risiko für Osteoporose
  • Verringert das Risiko für Diabetes im Alter
  • Spart Kosten
W wie Was empfiehlt die WHO

Die Empfehlung der WHO lautet:
Stillen in den ersten 6 Monaten ausschließlich.

Weltweit wurden und werden Muttermilchersatzprodukte häufig so vermarktet, dass Mütter vom Stillen abgehalten werden. Als Reaktion darauf entstand 1981 der WHO-Kodex, der den Verkauf industriell hergestellter Säuglingsnahrung reguliert. In den 1970er Jahren führte die aggressive Vermarktung zu einem Rückgang der Stillraten. Ein in Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind.

Unsere Klinik ist mit dem Babyfreundlich-Zertifikat ausgezeichnet und arbeitet nach den Richtlinien des Kodex.

Kurz gesagt:

  • Keine Werbung für Muttermilchersatzprodukte; der Kodex gilt für alle Milchprodukte und Getränke bis zum 3. Lebensjahr. In der EU speziell bis zum 7. Monat, was zu einer intensiven Bewerbung von Folgenahrung führte.
  • Keine Interessenkonflikte für die Klinik oder das Personal.

Daher gilt bei uns:

  • Keine Geschenke von Herstellern von Muttermilchersatzprodukten, Flaschen oder Saugern – weder für das Personal noch für Eltern.
  • Der Einkauf erfolgt zu üblichen Preisen, ohne Sondervergünstigungen.
  • Kein Werbematerial in Zeitschriften.
  • Keine Fortbildungen durch Hersteller.

Ziel des Kodex:
Förderung des Stillens und eine gute Aufklärung der Eltern zur Ernährung ihres Kindes.

Ein Wort zu Babyklubs der Hersteller:
Bei Geschenken fühlen sich Eltern oft verpflichtet zu Dankbarkeit oder Gegenleistung.
Denken Sie daran: Sie entscheiden – nicht die Werbung.

X wie XXL - weil Sie die Größte sind

Sie leisten jeden Tag etwas ganz Besonderes.
Mit Ihrer Geduld, Ihrer Liebe und Ihrer Hingabe schenken Sie Ihrem Kind nicht nur Nahrung, sondern auch Geborgenheit, Nähe und Sicherheit.
Stillen ist weit mehr als ein natürlicher Vorgang - es ist ein Ausdruck tiefer Fürsorge und Stärke.

Auch wenn es manchmal anstrengend ist, gehen Sie diesen Weg mit viel Herz. Dafür verdienen Sie großen Respekt und Anerkennung. Ihr Einsatz bringt Ihrem Kind zahlreiche Vorteile.

Y wie Yes we can - Babyfreundlich

Seit 2014 sind wir als eine von nur etwa 100 Kliniken in Deutschland nach den strengen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) als „Babyfreundliche Geburtsklinik“ zertifiziert. Dieses Qualitätssiegel konnten wir bereits dreimal erfolgreich re-zertifizieren.

Es ist ein Versprechen an Sie und Ihr Baby: Wir fördern gezielt die Bindung zwischen Eltern und Kind, unterstützen die gesunde Entwicklung Ihres Neugeborenen und schaffen eine Atmosphäre, in der das Stillen gut gelingt.

Selbstverständlich begleiten wir Sie mit derselben Aufmerksamkeit und wertvollen Tipps, wenn das Stillen einmal nicht klappt oder Sie aus bestimmten Gründen nicht stillen möchten.

In all unserem Handeln steht eines im Mittelpunkt: Ihrem Kind einen sicheren und liebevollen Start ins Leben zu ermöglichen und Ihnen verlässlich, kompetent und fürsorglich zur Seite zu stehen.

Z wie Zufütterung

Um den Stillprozess nicht zu unterbrechen, geben wir den Säuglingen in den ersten Wochen keine künstlichen Sauger oder Schnuller. So kann sich das Stillen optimal etablieren.
Bei medizinischer Notwendigkeit arbeiten wir mit alternativen Fütterungsmethoden. Dabei steht in erster Linie Muttermilch im Vordergrund, als zweite Gabe ggf. Muttermilchersatzprodukte.

Mögliche Fütterungsmethoden:

Drip-Drop-Methode
Manche Säuglinge ermüden schnell an der Brust und benötigen etwas Unterstützung, um ausdauernd zu saugen. Bei der Drip-Drop-Methode wird dem Säugling tröpfchenweise Milch an der Brust zusätzlich gegeben. Diese Methode ist besonders für den Beginn der Stillzeit geeignet.

Zufüttern an der Brust
Diese Methode wird von uns bevorzugt, da sie das Stillen fördert. Der Säugling saugt korrekt an der Brust, die Milchbildung wird angeregt, und es bleibt im direkten Hautkontakt. Nach einer kurzen Stillphase kann dem Säugling mit Hilfe einer Magensonde, die in den Mund gelegt wird, zusätzliche Nahrung verabreicht werden – meist durch Schwerkraft und Saugen des Säuglings. Bei größeren Mengen oder längerer Zufütterung kommen auch spezielle Brusternährungssets zum Einsatz.

Becher- und Löffelfütterung
Für die Gabe kleiner Mengen eignet sich diese Methode unter fachlicher Anleitung.

Fingerfeeding
Der Einsatz eines Fingerfeeders sollte sorgfältig abgewogen werden und nur nach individueller Beratung erfolgen.