Medizinische SchwerpunkteGastroenterologie

Der Bereich Gastroenterologie gehört organisatorisch zum Zentrum für Innere Medizin und wird von dem Chefarzt Dr. Guido Csomós geführt.

Die Gastroenterologie beschäftigt sich mit der Diagnostik und der Therapie der Erkrankungen des Verdauungstraktes: der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, der Leber, der Gallenblase, der Gallenwege sowie der Bauchspeicheldrüse. 

Ein hoch qualifiziertes Team aus Ärzten und Pflegekräften arbeitet im Rahmen des Darmzentrums eng mit den Allgemein- und Viszeralchirurgen zusammen und gewährleisten eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten. 

Die enge Kooperation mit der Radiologischen Praxis Pinneberg am Hause garantiert zudem die schnelle Diagnostik mit Hilfe modernster Bild-gebenden Verfahren (CT, MRT, Nuklearmedizin). 

Die Gastroenterologie ist Teil des zertifizierten Darmzentrums am Klinikum Pinneberg. In der wöchentlich stattfindenden onkologischen Konferenz des Darmzentrums nehmen die am Klinikum niedergelassenen Onkologen und Strahlentherapeuten sowie Pathologen aus dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf teil. Hier werden Diagnostik und Therapiekonzepte der onkologisch und hämatologisch kranken Patienten besprochen. Damit ist eine differenzierte auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmte Versorgung sichergestellt. 

Patienten mit Stoffwechselerkrankungen profitieren von der Ernährungsberatung und den konsiliarisch im Klinikum tätigen Diabetologen, auch hier eine optimale Versorgung garantieren.

Diagnostische Maßnahmen Gastroenterologie

Unsere Abteilung bietet umfangreiche moderne Diagnostik- und Therapieverfahren mittels hochauflösender Endoskope der modernsten Gerätegeneration.

Ösophago-Gastro-Duodeno-Jejunoskopie

Die Speiseröhre, der Magen, der Zwölffingerdarm und der obere Dünndarm können mittels Endoskop betrachtet werden. Die Untersuchung findet unter einer leichten Narkose statt. Alle Erkrankungen die sich an den Schleimhäuten äußern, können mittels dieser Methode erkannt werden. Durch die Endoskope können feine Instrumente geführt werden, mit denen der behandelnde Arzt aus den veränderten Bezirken feingewebliche Proben entnehmen kann. Diese werden vom Spezialisten beurteilt, um die durch die Spiegelung vermutete Krankheit zu bestätigen. Nach der Untersuchung kann sich der Patient in unseren dafür vorgesehenen Räumen ausruhen, darf jedoch 24 Stunden nach der Maßnahme nicht selber Auto fahren.

Die Chromoendoskopie ist eine Anfärbung der Schleimhaut während der Spiegelung verschiedener Organe im Magen-/Darmtrakt mit Farbstoffen, um Veränderungen der Schleimhaut auch in kleineren Bezirken sichtbar zu machen. Hierdurch können gezielte Biopsien durchgeführt und frühzeitig Neubildungen oder entartete Zellen entdeckt werden.

Sonografie im B-Bild Verfahren und Duplexsonografie

Wir untersuchen mittels Ultraschall die Bauchorgane und Gefäße, Schilddrüse, hirn-versorgenden Gefäß, Lymphknoten, die Beinarterien und Beinvenen. Die Sonografie ist das meist genutzte bildgebende Verfahren in der Medizin, da keine schädigenden Röntgenstrahlen angewandt werden. Neben der Darstellung verschiedener innerer Organe kann auch deren Durchblutung gemessen werden. Die Methode eignet sich auch zur Beurteilung des Schweregrades von Verengungen in Arterien.

Kontrastmittel-verstärkte Oberbauchsonografie

Durch Gabe eines speziellen Kontrastmittels können feinste Gefäße in verschiedenen Organen mittels Ultraschall dargestellt werden. Insbesondere bei unklaren Herden in der Leber können mit dieser Methode gutartige von bösartigen Veränderungen unterschieden werden. Weitere Indikation ist die frühzeitige Darstellung von Gefäßverschlüssen oder von Rissen (Rupturen) in Milz und Nieren.

Koloskopie

Die Spiegelung des Dickdarmes ist eine der wichtigen Untersuchungen zur Entdeckung und Behandlung von Dickdarmkrebs und seiner Vorstufen. Mit hochauflösenden Endoskopen wird die Schleimhaut des gesamten Dickdarmes untersucht und wenn nötig mit Farbstoffen angefärbt (Chromoendoskopie), um frühzeitige und kleinste Veränderungen zu erfassen. Bei dieser Untersuchung werden zudem alle anderen entzündlichen Erkrankungen des Dickdarmes und des unteren  Dünndarmes festgestellt. Die Koloskopie ist - im Unterschied zur virtuellen Koloskopie (CT- oder MR-Kolonografie) - die einzige Methode, die in derselben Sitzung auch das Entfernen von Polypen oder Tumoren ermöglicht. Die Koloskopie wird wie die anderen endoskopischen Untersuchungen mit einer leichten Sedierung durchgeführt.

Kapselendoskopie/Spiralenteroskopie

Ziel ist die Beurteilung von Erkrankungen des Dünndarms mittels einer miniaturisierten Videokamera, die in einer kleinen Kapsel geschluckt wird. Bei Vorhandensein von Polypen oder Stenosen (Verengungen) kommt  zur Behandlung die Ballonenteroskopie zum Einsatz.
Die Ballonenteroskopie wird unter den gleichen Bedingungen wie eine Magenspiegelung durchgeführt.

Funktionsdiagnostik des Dünndarmes

Einige Erkrankungen, die mit den Leitsymptomen Durchfall oder Verstopfung einhergehen, sind durch Funktions- oder Bewegungsstörungen des Dünn- und Dickdarms zu erklären. Um diese nachzuweisen, verfügen wir über zwei Methoden: H2-Atemtest und Röntgentransitzeit mit Pellets: Durch den H2-Atemtest kann eine Aufnahmestörung von verschiedenen Substanzen (Milchzucker, Fruchtzucker, usw.) oder eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarmes nachgewiesen werden. Die Messung der Röntgentransitzeit mit Pellets ist eine wichtige Untersuchung, welche zwischen langsamem Transit und Auslass-Störung bei der chronischen Verstopfung unterscheidet.

Therapieverfahren in der Gastroenterologie

Verödung von Varizen (Krampfadern) in der Speisröhre und im Magen

Es handelt sich hierbei um eine ergänzende Untersuchung, die unter den gleichen Bedingungen wie eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens durchgeführt wird. Ziel ist die Beseitigung von Krampfadern, die sich in der Speiseröhre oder im Magen ausgebildet haben. Die Untersuchung wird in einer Kurznarkose durchgeführt. Am häufigsten werden die Krampfadern in der Speiseröhre mittels Gummibändern abgebunden. In ausgewählten Fällen kann die Behandlung auch durch eine Verödung (Aethoxysklerol) oder mit einem Gewebekleber (Histoacryl) erfolgen.

Bougieren von Stenosen und Legen von Stents in der Speiseröhre und im Dickdarm

Verengungen in der Speiseröhre können verschiedene Ursachen haben. Bei gutartigen Verengungen der Speiseröhre infolge eines sauren Refluxes bilden sich häufig im unteren Drittel der Speiseröhre Engen aus, die zu deutlichen Schluck- und Ernährungsstörungen führen. Auch bösartige Erkrankungen können zu Einengungen der Speiseröhre oder des Dickdarmes führen, die, wenn sie nicht chirurgisch beseitigt werden können, durch eine endoskopische Aufweitung oder das Legen eines Plastik- oder Metallstents überbrückt werden können. Sowohl das Aufdehnen als auch das Legen von Plastik- oder Metallstents in die Speiseröhre wie auch im Dickdarm werden in einer leichten Narkose durchgeführt.

Polypektomie, Mukosektomie

Werden während einer Oesophago-Gastroduodenoskopie oder Koloskopie Polypen entdeckt, werden sie in derselben Sitzung entfernt. Kleinere Polypen werden im Allgemeinen mit einer elektrischen Schlinge oder einer Biopsiezange entfernt (Polypektomie). Bei einer Mukosektomie wird zusammen mit der dazugehörigen Schleimhaut entfernt. Auch diese Maßnahme wird im meist ambulant durchgeführt. Bei sehr großen Abtragungsflächen oder Blutungskomplikationen ist jedoch eine stationäre Überwachung erforderlich.

ERCP, Papillotomie, Steinentfernung, -zertrümmerung, Stenting

Alle diese Maßnahmen finden an den Gängen der Bauchspeicheldrüse und der Galle statt. Mittels eines Endoskops mit einer Seitenblickoptik werden unter einer leichten Narkose die Einmündungsstelle beider Gangsysteme aufgesucht sowie die Gallengänge bildhaft dargestellt. So können sowohl Steine als auch Verengungen in den Gangsystemen sichtbar gemacht und behandelt werden. Die Untersuchung wird vorwiegend unter stationären Bedingungen durchgeführt.

PEG/PEJ – „künstliche Ernährung“

Die Indikation zur Durchführung einer Perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) oder perkutanen endoskopischen Jejunostomie (PEJ) ist bei schweren Schluckstörungen oder Patienten gegeben, die nicht fähig sind, ausreichende Mengen an Nahrungsmitteln zu sich zu nehmen. Während einer kurzen Narkose werden eine Gastroskopie durchgeführt und eine Verbindung zwischen Bauchdecke und Magen durch einen dünnen Schlauch hergestellt. Über diesen Schlauch kann direkt Nahrung und Flüssigkeit in den Magen oder Dünndarm eingebracht werden.

Leberpunktion

Gezielte Probeentnahmen aus der Leber bei umschriebenen Veränderungen sind mittels Punktion durch spezielle Schallköpfe Ultraschall-gesteuert möglich. Während der gesamten Maßnahme kann der Verlauf der Punktionsnadel verfolgt werden, wodurch eine gezielte Entnahme von Gewebeproben aus verschiedenen Abschnitten der Leber möglich ist. Das Entnehmen von Gewebeproben aus der Leber wird in örtlicher Betäubung oder in Einzelfällen manchmal auch in einer Narkose durchgeführt. Komplikationen sind äußerst selten. Der Patient wird vier bis sechs Stunden nachbeobachtet. Die Entlassung ist nach einer sonografischen Kontrolle möglich.

Endosonografie und endosonografische Feinnadelpunktion

Die Endosonographie wird eingesetzt, um feingewebliche Proben aus verborgenen Organen wie Lymphknoten im Brustkorb, im Bauchraum und der Magenwand, in den Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber zu entnehmen. Der Untersuchungsablauf gleicht einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie. Mit einem Unterschied: Das eingeführte Endoskop enthält neben der Möglichkeit des Spiegelns des oberen Magen-Darmtraktes auch ein Ultraschallgerät. Mit Hilfe des Ultraschallbildes können die Organe in der Nachbarschaft der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarmes untersucht und mit einer feinen Nadel, die durch das Gerät eingeführt wird, Zellen entnommen werden. Die Endosonographie wird in ausgewählten Fällen auch in therapeutischer Absicht zum Einlegen von Drainagen angewendet (Pankreas, Gallenwege).