Medizinische SchwerpunkteVarikosis/Venenthrombose – Diagnose und Therapie

Krampfadern (Varizen) sind eine der häufigsten Erkrankungen der westlichen Welt. Das Vorkommen von Varizen wird bei Personen älter als 15 Jahren auf etwa 10-15 % der Männer und 20-30 % der Frauen geschätzt. Dieses Leiden hat somit eine enorme ökonomische Bedeutung. Die operative Versorgung des Krampfaderleidens sollte beschwerdeorientiert sein. Dennoch kommen heutzutage auch kosmetische Aspekte zum Tragen. Ziel der Krampfaderoperationen muss sein, die hohen Rezidivraten früherer Jahre von 40 % auf ca. 10 % zu reduzieren. Hierfür notwendig ist eine genaue Diagnostik, die durch eine farbkodierte Duplexsonografie erfolgt.

Die Operationstechnik ist heute gegenüber früher deutlich verfeinert worden. Die betroffene Vene wird nicht mehr prinzipiell insgesamt, sondern nur in ihren erkrankten Abschnitten entfernt. Hierdurch tritt die Komplikation der Schädigungen von Hautnerven deutlich seltener auf. 

 

Venenthrombosen

Tiefe Beinvenenthrombosen sind häufige Krankheitsbilder, die einer zeitnahen Therapie mit Blutverdünnern und Kompressionstherapie des betroffenen Beines bedürfen. Komplikationen dieser Erkrankung können das erkrankte Bein betreffen, bei fehlender zufriedenstellender Therapie kann es hier zur Entwicklung eines postthrombotischen Syndroms kommen, welches langfristig mit Beinschwellungen, Spannungsgefühl und Geschwüren an den Beinen einhergehen kann. Die bedrohlichste Komplikation einer tiefen Beinvenenthrombose ist allerdings das Auftreten einer Lungenarterienembolie, d.h. dass sich ein Gerinnsel aus der Beinvene löst, bis in die Lungenarterien fließt und dort eine Lungenarterie verschließt. Diese Krankheit kann asymptomatisch sein, sich durch Luftnot äußern und/oder zum plötzlichen Versterben führen. Aufgrund dieser schwerwiegenden Komplikationen ist die umgehende Einleitung der richtigen Therapie zwingend notwendig. Sollte bei Ihnen der Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose bestehen suchen Sie bitte umgehend die zentrale Notaufnahme auf.

Dialysezugänge

Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik für Gefäßmedizin ist die Anlage von Dialysezugängen durch Shuntoperationen (Verbindung zwischen Vene und Arterie des Armes) oder das Legen von unter der Haut getunnelten Kathetern. Shuntkomplikationen, wie akute Verschlüsse, werden zu jeder Zeit über unseren gefäßchirurgischen Bereitschaftsdienst behandelt. Bei Engstellen im Bereich des Shunts bieten sich auch zunehmend endovaskuläre Therapieverfahren an, wobei mit speziellen Ballons die Engstellen über einen kleinen Zugang im Bereich des Shunts aufgeweitet werden können. In seltenen Fällen erfolgen auch im Bereich von Shunts die Implantation von Gefäßstützen (Stents).