Hameln

Karl-Heinz-Müller erstellt Gesichtsschilde mit dem 3D-Drucker 500 Gesichtsschilde für das Sana Klinikum

Ein reges Treiben in den Räumen des Schülerforschungszentrums (SFZ) in Hameln gibt es derzeit nicht, wohl aber im Hause des dortigen Kursleiters Karl-Heinz Müller. Gemeinsam mit Dr. Sebastian Gärtig, Oberarzt der Kinderklinik am Sana Klinikum Halmen-Pyrmont, entwickelte der Handwerksmeister und Lehrer für Fachpraxis die Idee zur Produktion von Gesichtsschilden. 250 dieser Visiere (Face Shields) hat Müller bereits für das Klinikum mit Hilfe von 3D-Drucker hergestellten, weitere 250 Stück werden folgen. Sie sollen gegen die Übertragung von Covid-19 helfen.

Von der Ressourcenknappheit in Kliniken in Bezug auf Schutzkleidung, insbesondere Masken, erfuhr Karl-Heinz Müller über die Nachrichten. „Corona beeinflusst uns alle. Ich habe mich gefragt, wie ich selbst helfen kann“, erklärt der Familienvater, dessen Kinder gemeinsam mit den Kindern von Oberarzt Dr. Gärtig den Kindergarten besuchten. Die gemeinsame Idee war schnell geboren, bis zur Umsetzung dauerte es nur wenige Tage. Seit zwei Jahren beschäftigt sich der Hamelner hobbymäßig mit 3D-Druckern. Er selbst besitzt vier eigene 3D-Drucker. Zwei weitere durfte er sich vom  Schülerforschungszentrum leihen. Hier leitet der Lehrer für Fachpraxis der Eugen-Reintjes-Schule einen Kurs für die Klassen 8 bis 12. Junge Menschen aus den Schulen des Landkreises im Fach MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) können hier gemeinsam forschen und neue Technologien kennenlernen. Aus dem Bereich Informatik und Technik stammt auch der 3D-Druck, der im SFZ unter Anleitung von Müller im Kurs „Vom Arduino zum 3D-Drucker“ kennengelernt und erlernt werden kann.

Die Anleitung zu Herstellung von Faceshields hat er aus dem Internet. Insgesamt drei Anläufe habe er gebraucht, bis das erste Gesichtsschild erstellt war. Die nachhaltig produzierte Druckvariante besteht aus Maisstärke. Mit Hilfe von gelochten Overheadfolien, die an die Halterung geknöpft werden, entsteht ein Gesichtsschild, das den Träger zusätzlich vor einer Tröpfcheninfektion schützt. Die Visiere sind für den täglichen Gebrauch einsetzbar und können für die erneute Verwendung desinfiziert werden. Den Prototyp präsentierte Dr. Gärtig dann im Krisenstab des Sana Klinikums. Dort zeigten sich Geschäftsführung und Ärzte begeistert und bestellten gleich 500 Exemplare. Pro Faceshield benötigt der 3D-Drucker ca. eine Stunde. Die Halterungen bietet Müller dem Klinikum zum Selbstkostenpreis an. „Ich bin stolz auf mein Produkt. Es ist kostengünstig und bietet viele Vorteile, weil man darunter wenig schwitzt, die Folie wechselbar ist und das Material aus einem nachwachsenden Rohstoff besteht. Ich freue mich, damit den Menschen unter die Arme greifen zu können, die in dieser Krise an vorderer Front arbeiten und ihr Bestes geben. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Die Natur macht was sie will. Die Technik hilft dem Menschen“, so Müller.

Natalie Arnold
Sana Klinikum Hameln Pyrmont GmbH
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