Hameln

Verwendung des Vorhofohrverschlusses in der Kardiologie des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont

Verfahren neu im Einsatz

Hameln, 11.09.2017. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung weltweit. Betroffene Patienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Daher kommt mit dem sogenannten Vorhofohrverschluss ab sofort ein neues Verfahren zur effektiven Schlaganfallvorbeugung in der Kardiologie des Sana Klinikums-Hameln Pyrmont zum Einsatz.

In Europa leiden über sechs Millionen Menschen an Vorhofflimmern. Als Vorhofflimmern wird das schnelle und unregelmäßige Schlagen der Vorhöfe bezeichnet. Das Blut kann nicht mehr mit Kraft in den Körper gepumpt werden. Durch die reduzierte Pumpleistung sammelt sich Blut in den Vorhöfen. Dort kann es zu einer Gerinnselbildung kommen. Gelangt ein solches Gerinnsel in eine Hirnarterie, kann dies einen Schlaganfall verursachen. 90% der für einen Schlaganfall verantwortlichen Blutgerinnsel bilden sich im linken Vorhofohr, einer beutelförmigen Verlängerung des linken Vorhofs.

Um die Gerinnselbildung im Vorhof zu vermeiden, werden Patienten mit Vorhofflimmern langfristig mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt, d.h. künstlich zum Bluter gemacht. Bestehen Unverträglichkeiten gegen die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten oder besteht ein unvertretbar hohes Blutungsrisiko, können diese Medikamente zur Schlaganfall-Prophylaxe nicht eingesetzt werden. Diesen Patienten kann seit Oktober 2016 geholfen werden. In der Klinik für Kardiologie kommt unter der Leitung von PD Dr. Daniel Griese ein neues Behandlungsverfahren zum Einsatz, auf das sich Oberarzt Özden Dirik und Frau Tatiana Menshova spezialisiert haben.

Da bei dauerhaftem Vorhofflimmern die Gefahr der Thrombenbildung im linken Vorhof besonders groß ist, kann ein sogenannter Vorhofohr- Okkluder Abhilfe schaffen. Ein Vorhofohr- Okkluder ist –vereinfacht gesagt eine Art „Stöpsel“, der das Vorhofohr dauerhaft verschließt. Er wächst innerhalb weniger Monate ein und wird vollständig von der Herzinnenhaut überzogen, sodass, wenn keine anderen Gründe für eine Blutverdünnung bestehen, dauerhaft auf diese verzichtet werden kann. Die Implantation des Vorhofohr- Okkluders wird in unserem Herzkatheterlabor unter Intubationsnarkose durchgeführt. Im Allgemeinen ist der Eingriff nach etwa einer Stunde beendet.

In den Verlaufskontrollen zeigten sich durchweg sehr zufriedenstellende Ergebnisse, so dass die medikamentöse Therapie der Patienten minimiert bzw. komplett beendet werden konnte.

Pressekontakt:

Dr. Tina Küttner
Sana Klinikum Hameln Pyrmont GmbH
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