Kinder- und JugendmedizinStationäre Psychosomatik für Kinder und Jugendliche

Psychosomatische stationäre Einheit im Sanaklinikum Hameln in Kooperation mit der AMEOS Klinik Hildesheim, Standort Hameln 

Information für Eltern/Angehörige 

Die stationäre psychosomatische Behandlungseinheit im Sanaklinikum Hameln wurde 2013 eröffnet. Ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Kinder- und Jugendärzten, Kinder- und Jugendpsysychiatern, Psychologen, Psychotherapeuten, Familientherapeuten, Gesundheitspflegern, Kunst- bzw. Ergotherapeuten, Lehrern sowie Sozialarbeitern, betreut 8 Kinder und Jugendliche mit chronischen Beschwerden, wie zB. Kopf-, Bauch- oder Gelenkschmerzen, die mit oder ohne körperliche Ursachen bestehen, und welche sich negativ auf die Lebensqualität und den Alltag des Kindes auswirkt.

Es werden Kinder und Jugendliche mit verschiedenen psychosomatischen Krankheitsbildern behandelt, dazu gehören: 

  • Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa)
  • chronische Kopf-, Bauchschmerzen, Ohnmachtsanfälle, Schwindel, etc. (somatoforme Störungen)
  • psychogene Krampfanfälle o.ä (dissoziative Störungen)
  • Störungen nach traumatischen Ereignissen
  • Verhaltensauffälligkeiten bei chronischen Grunderkrankungen, wie Diabetes mellitus, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma bronchiale, Epilepsie etc.
  • sowie Kinder von chronisch psychisch belasteten Eltern

Andere Erkrankungsbilder, wie Angststörungen, Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität, Zwänge, Tics, Einnässen, Einkoten, starke emotionale Schwankungen werden regelhaft begleitend beobachtet und können so therapiert werden.

Es wird ein familiäres, therapeutisches Milieu angestrebt um auffällige, störende Verhaltens- und Beziehungsmuster zu identifizieren, um sie anschließend schrittweise abbauen zu können, eine positive Beziehungsgestaltung kann so erlernt und erprobt werden.

Maßgebend für das Therapiekonzept sind, je nach Erkrankungsbild, die Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters, sowie die Leitlinien für eine pädiatrische Psychosomatik.

Die Therapiekonzepte beinhalten:

  • Spezielle Psychotherapie: Einzeltherapie, Körpertherapie, Kunsttherapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Gruppentherapie, Familientherapie, Entspannungsverfahren, Psychoedukation, Ressourcenförderung
  • Somatische Behandlung: soweit noch nicht erfolgt, Ergänzung der fehlenden Diagnostik, Festlegung medikamentöser Therapien, alltagsnahe Schulung bei chronischen Erkrankungen, Ernährungsberatung/ -therapie
  • Stationsgruppen: pädagogisch-therapeutische Milieu, Bezugsbetreuer/ -in, Pflege, gruppenpädagogische Aktivitäten, Morgen-/ Abendrunde
  • Schule für Patienten: Kleingruppen, Einzelunterricht für Grundschule, Sekundarstufe I und II  

Wie erfolgt der Kontakt? 

Der Erstkontakt zum Patienten erfolgt immer im Rahmen einer Indikationssprechstunde.

Die Sprechstunde wird interdisziplinär von jeweils einem/ -er Oberarzt/-ärztin aus der Kinder- und Jugendmedizin bzw. aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie geführt. Die Dauer beträgt ca. 1 Stunde pro Patient.  

Ein Termin für diese Sprechstunde wird von den Eltern im Sekretariat der AMEOS Klinik, Standort Hameln, Tel.: 05151/ 9567856-7 (-8) vereinbart. Eine Zuweisung ist nicht erforderlich. 

Eine Elterninformation bzw. einen Informationsbroschüre Sana Klinikum/ AMEOS, sowie ein ausführlicher Fragebogen wird der Familie des Patienten zugeschickt. Es wird gebeten, Zeugnisse und Arztbriefe zu dieser Sprechstunde mitzubringen.

Im Rahmen der Indikationssprechstunde werden die für das Krankheitsbild empfohlenen therapeutischen Optionen, wie die ambulante Therapie, die psychosomatische Tagesklinik, die Therapie in einem stationären Setting in der Kinder- und Jugendpsychiatrie  oder die Aufnahme auf unsere stationäre psychosomatische Einheit, sowie weitere erforderliche zusätzliche mögliche Untersuchungen, besprochen. 

Die Besichtigung der stationären Einheit ist regelhafter Bestandteil der Sprechstunde. Die Aufnahme auf die Station ist freiwillig in Abstimmung mit dem Patienten und beiden Eltern.

Nach Zusage der Eltern und des Kindes wird die Aufnahme geplant. Ein definitiver Aufnahmetermin wird letztendlich mit den Eltern telefonisch vereinbart.