Brustschmerzambulanz | Chest Pain UnitWichtige Fragen und Antworten

Warum eine 24 Stunden-Bereitschaft beim akuten Herzinfarkt?

Ein akuter Herzinfarkt ist ein ernster Notfall, bei dem es buchstäblich um Minuten geht. Er entsteht dadurch, dass ein Teil des Herzmuskels von der Blutversorgung abgeschnitten ist. Da das Gewebe des Herzmuskels jedoch nur kurze Zeit ohne Sauerstoffversorgung überleben kann, ist es immens wichtig, die Blutversorgung so schnell wie möglich wieder herzustellen. Am besten geling dies mittels einer mechanischen Wiedereröffnung des betroffenen Gefäßes im Herzkatheterlabor. Dies ist effektiver und sicherer als eine medikamentöse Therapie.

Wann sollte man sich in die Chest Pain Unit begeben?

Bei folgenden Zeichen im Herz- oder Brustbereich sollten Sie ohne Zeitverlust den Notarzt (112) rufen:

  • Starke Schmerzen mit einer Dauer von mindestens 15 bis 20 Minuten. Oft strahlen diese in andere Körperregionen — wie z. B. die Arme, den Oberbauch, den Unterkiefer oder in den Rücken — aus.
  • Oft macht sich ein Herzinfarkt durch ein massives Engegefühl/brennendes Gefühl im Herzbereich bemerkbar. 
  • Ein Herzinfarkt kann sich auch »unspezifisch« ankündigen — vor allem bei Frauen. Dann treten Beschwerden wie etwa Übelkeit, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch und Erbrechen auf, die auch bei harmlosen Erkrankungen vorkommen. Treten sie in zuvor noch nicht erlebtem Ausmaß auf, sollte sicherheitshalber ein Notarzt verständigt werden!
  • Häufig fühlen Herzinfarkt-Patienten Angst, die sich z. B. mit einer fahlen oder blassen Gesichtsfarbe und Kaltschweißigkeit Ausdruck verleihen kann.

Wie hilft die 24 Stunden-Bereitschaft bei akutem Herzinfarkt?

Ausführliche Informationen über die Durchführung einer Herzkatheter-Untersuchung, einer Ballonaufdehnung und einer Stentimplantation finden Sie hier.

Wie sind die Behandlungabläufe in der Chest Pain Unit?

  • Der Patient | die Patientin wird auf den Kathetertisch gelagert und steril abgedeckt.
  • Leiste und Handgelenk werden steril abgewaschen.
  • Nach einer örtlichen Betäubung wird die Arterie mit einer Nadel punktiert.
  • Über einen Führungsdraht wird eine Schleuse in die Arterie eingebracht.
  • Ein Katheter wird bis zum Herzkranzgefäß vorgeschoben.
  • Die Engstelle des Herzkranzgefäßes wird mit einem Führungsdraht passiert, u. U. wird ein Blutgerinnsel abgesaugt.
  • Über den Führungsdraht werden ein Ballon und/oder ein Stent in die Engstelle verbracht.
  • Der Ballon und/oder der Stent werden entfaltet.
  • Der Ballon und der Katheter werden entfernt, die Punktionsstelle mittels eines Druckverbandes verschlossen. 

Beim Herzinfarkt schnell handeln

Handeln Sie schnell oder bitten Sie Verwandte oder Bekannte: Rufen Sie den Rettungswagen unter 112 oder die 24 Stunden-Hotline der Brustschmerzambulanz unter 03433 21-1777!