Krankheitsbilder

Rückenschmerzen - Herr Doktor, ich habe Rücken!

Kommt die Sprache auf Rückenschmerzen, sind in der Regel Schmerzzustände gemeint, die im unteren Rücken auftreten. Da der Rücken mit vielen Nerven versorgt wird und im Laufe des Lebens Verschleißerscheinungen auftreten können, ist es schwer, die Ursachen für Rückenschmerzen zu finden, so dass eine ausführliche Diagnose und Anamnese nötig ist. Mediziner unterscheiden: 

  • akute Rückenschmerzen (Dauer: wenige Tage bis sechs Wochen)
  • chronischen Rückenschmerzen (Dauer: mehr als sechs Wochen)

Akute Rückenschmerzen treten dabei weitaus häufiger auf als chronische Rückenschmerzen. Ursache für Rückenschmerzen sind in der Regel körperlicher (organischer) oder psychischer Natur (z.B. Stress im Arbeitsleben).  Außerdem können Fehlhaltungen und Fehlbelastungen zu Muskelverspannungen im Rückenbereich führen, die über kurz oder lang zu Rückenschmerzen führen.

Rückenschmerzen: Symptome

Neben den eigentlichen Rückenschmerzen treten bisweilen auch andere Symptome auf,  wie z. B.: 

  • einschießende oder stechende Schmerzen
  • Muskelschmerzen
  • ins Bein ausstrahlende Schmerzen
  • Probleme, sich gerade aufzurichten
  • eingeschränkte Beweglichkeit.

Neben diesen kann es auch zu Beschwerden kommen, die viele Betroffene nicht unmittelbar als Vorboten für Rückenschmerzen einordnen: 

  • Muskelverspannungen
  • Abgeschlagenheit
  • Morgensteifigkeit der Gelenke
  • Morgensteifigkeit des Rückens

Umgehend einen Arzt aufsuchen sollten Sie, wenn Sie Symptome wie Schwächegefühl, Taubheitsgefühle in den Beinen oder Armen, Kribbeln, Lähmungserscheinungen in den Beinen oder Armen, Schmerzen in den Beinen oder im Genitalbereich auftreten oder wenn Stuhlgang oder Urin nicht gehalten werden können.

Wie werden Rückenschmerzen behandelt?

Einem ausführlichen Patientengespräch (Anamnese), in dem die Ursache für die Rückenschmerzen allmählich eingekreist werden, folgt eine klinische Untersuchung sowie bei entsprechender Indikation eine bildgebende Diagnostik, um strukturelle Ursachen auszuschließen. Ist das passiert, dann steht dem behandelnden Arzt eine Bandbreite an konservativen Mitteln zur Verfügung. Die jeweilige Therapie ist dann sehr individuell und hängt vom jeweiligen Patienten und dessen Befunden ab. Zu den konservativen Therapiemaßnahmen gehören unter anderem:

  • Chirotherapie
  • Akupunktur
  • Osteopathie
  • Kinesiotaping
  • Neuraltherapie (Spritzen)
  • schmerzlösende oder muskelentspannende Medikamente

Wichtig ist, dass der Patient selbst zur Heilung beiträgt. Eine Faustregel lautet »33 Prozent macht der Arzt, 33 Prozent der Physiotherapeut und 33 Prozent der Patient. Wenn einer davon nicht richtig mitmacht, dann kommen die Schmerzen sehr schnell wieder«. Das heißt, Rückenschmerz-Patienten müssen im Rahmen ihrer Fähigkeiten selbst aktiv werden: Bewegung, Dehnung, Rücken- und Bauchmuskeltraining helfen, dem unspezifischen Rückenschmerz extrem vorzubeugen. Erst wenn Patienten – bei Ausschöpfung aller konservativer Maßnahmen und fleißigem Training  – immer noch unter einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität leiden und ein struktureller Schaden als Ursache nachgewiesen worden ist, kommt eine Operation in Frage.