Frau mit Grafik Speiseröhre vor Hals als Symbolbild Reflux
Refluxzentrum
Refluxzentrum

Refluxkrankheit - kein unabwendbares Schicksal!

Was ist Reflux?
Von einem Reflux – wörtlich übersetzt „Rückfluss“ – spricht man, wenn Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt. Dies kann sich zum Beispiel in Sodbrennen oder einem bitteren Geschmack im Mund äußern. Gelegentliches Sodbrennen tritt bei vielen Menschen auf, sollten die Beschwerden jedoch regelmäßig oder sogar dauerhaft bestehen, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, da eine Refluxkrankheit vorliegen könnte.

Ursächlich für eine Refluxkrankheit ist häufig eine unzureichende Abdichtung der Speiseröhre zum Magen, z.B. durch einen Zwerchfellbruch (sog. Hiatushernie). Mögliche Symptome sind in erster Linie chronisches Sodbrennen durch Entzündung der Speiseröhre, vermehrtes Aufstoßen, aber auch chronischer Husten, Brennen im Rachen, Heiserkeit oder schlechter Geschmack im Mund. Auch Asthma kann durch Reflux verursacht sein.

 

Behandlung der Refluxkrankheit

Konservativ

  • Umstellung der Lebensgewohnheiten
  • medikamentös, z.B.
    • säurehemmende Medikamente (PPI, z.B. Pantoprazol, Esomeprazol)
    • Einnahme von Alginat (z.B. Gaviscon®)

Operativ
Das Ziel einer Operation ist die langfristige Beseitigung von Reflux. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Hiatoplastik: Vereinigung der Zwerchfellschenkel durch Naht
  • Fundoplicatio nach Toupet (270°): operatives Fixieren des Magens an der Speiseröhre
  • Roux-Y-Magenbypässe bei Adipositas

Das Grundprinzip besteht immer in einer Beseitigung des Zwerchfellbruches durch Naht und einer Stärkung des unteren Speiseröhrenschließmuskels. Das klassische Operationsverfahren ist die sog. Fundoplicatio. Dabei werden Anteile des Magens in Form einer Manschette um den unteren TeiI der Speiseröhre geführt. Wir wenden standardmäßig die 270° Fundoplicatio nach Toupet an. Die Eingriffe werden in Schlüssellochtechnik durchgeführt. Der Krankenhausaufenthalt dauert etwa 3-4 Tage.

Welche Patienten profitieren von einer Operation?
Patienten…

  • die auf die medikamentöse Therapie mit PPI gut angesprochen haben
  • mit Volumenreflux (Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre oder den Kehlkopf beim gewöhnlichen Vornüberbeugen)
  • deren Reflux nach einer Magenverkleinerung (Adipositas-Chirurgie) aufgetreten ist
  • die eine dauerhafte Einnahme eines PPI ablehnen

Ob Sie von einer Operation profitieren, lässt sich am besten in einem ausführlichen Gespräch miteinander klären.

Von der Diagnose zur Therapie
Diagnostik der Refluxkrankheit • Gastroskopie (Magenspiegelung) endoskopische Untersuchung der Speiseröhre zum Nachweis oder Ausschluss anderer Erkrankungen wie
etwa Entzündungen, Zwerchfellhernien oder Tumore

  • pH-Metrie und Impedanzmessung
  • Messung des sauren und auch des nichtsauren Rückflusses in die Speiseröhre mittels Katheter
  • High-Resolution Manometrie ein unter örtlicher Betäubung eingebrachter Messkatheter misst die Druckveränderungen während des Schluckaktes
  • Breischluck- und Computertomographie Röntgenologische Darstellung des Schluckaktes, des Refluxes und der Hiatushernie
An wen kann ich mich wenden?

Vorab:

Ein Zwerchfellbruch und eine Refluxerkrankung sollten im Vorfeld endoskopisch durch einen Gastroenterologen nachgewiesen sein.

Die nötigen Untersuchungen können z.B. in einer unserer gastroenterologischen Abteilungen stattfinden. In einer Konferenz werden alle Patienten interdisziplinär besprochen
und bei Notwendigkeit eine Operation im Klinikum Lichtenfels empfohlen.

Im Falle eines sogenannten "Thoraxmagens" kann die Vorstellung auch direkt in der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Lichtenfels erfolgen.

Was können Sie selbst zur Linderung der Beschwerden beitragen?

Was können Sie selbst zur Linderung der Beschwerden beitragen?

  • Verzichten Sie auf späte Mahlzeiten - ein Abstand von mindestens 4 Stunden bis zum Schlafengehen ist ideal - Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, damit die Schwerkraft dem Zurückfließen der Magensäure entgegenwirkt - Verzichten Sie auf üppige Mahlzeiten, verteilen Sie die Nahrungsaufnahme lieber auf mehrere kleine Portionen - Reduzieren Sie Übergewicht
  • Verzichten Sie auf Rauchen, Kaffee und Alkohol
  • Verzichten Sie auf die folgenden Nahrungsmittel: Schokolade, Fruchtsäfte, säurehaltiges Obst wie Apfel und Orangen

Sollten diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, ist es ratsam, nach den genauen Ursachen für Ihre Beschwerden zu suchen und diese zu beheben. Sinnvollerweise
führt Ihr Weg zunächst zum Gastroenterologen und anschließend in ein Refluxzentrum, in dem alle nötigen Fachdisziplinen Hand in Hand zusammenarbeiten.

    Sprechstunden

    Sprechstunden

    Terminvereinbarung unter:
    Telefon 09571 12-2385 (Lichtenfels)
    oder 09561 22-6333 (Coburg)

    Bitte bringen Sie zum Erstgespräch ihre Befunde/ Unterlagen über die bisherige Refluxbehandlung mit.

    Dazu können u.a. zählen:

    • Endoskopie-Befunde (in jedem Fall!)
    • Arztbriefe
    • OP-Berichte
    • Röntgen- und Laborbefunde
    • Histologie (feingewebliche Untersuchungen)


    Anhand dieser Unterlagen können wir einen ersten Einblick in lhre Krankengeschichte erhalten und die nächsten Schritte festlegen.
    Gerne können Sie uns bei Fragen zunächst auch direkt kontaktieren.

    Kompetenz und Erfahrung

    Das Refluxzentrum an den Sana Kliniken Lichtenfels und Coburg besteht aus einem interdisziplinären Expertenteam, das sich seit vielen Jahren mit der Refluxkrankheit beschäftigt. Dadurch kann eine professionelle Behandlung gewährleistet werden.

    Unsere Patienten erhalten eine umfassende Diagnostik und Therapie, die nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen angewendet wird. Unsere Behandlungsmethoden umfassen konservative und operative Verfahren. Wir erstellen für Sie ein gemeinsam abgestimmtes, individualisiertes und an Ihre Lebensumstände angepasstes Behandlungskonzept, um das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können.

    Kontakt

    Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie
    Sana Klinikum Lichtenfels

    Prof. Dr. Emilio Domínguez M.A. FEBS- DES
    Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie,  spezielle Visceralchirurgie und Gefäßchirurgie

    Sekretariat
    Manuela Grebner
    Ulrike Holhut

    Telefon 09571 12-2385
    Fax 09571 12-2985

    Chefarzt Innere Medizin/Gastroenterologie
    Sana Klinikum Lichtenfels

    Dr. med. Holger Göbel, PhD
    Facharzt für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie,
    medikamentöse Tumortherapie, Diabetologe (DDG)

    Sekretariat
    Claudia Schmidt, Marina Schmidt, Petra Schütz
    Telefon 09571 12-2309

    Chefarzt Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Diabetologie
    Sana Klinikum Coburg

    Dr. med. Dirk Mayer, PhD
    Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

    Sekretariat
    Iris Behnsch
    Telefon 09561 22-6333
    iris.behnsch@sana.de