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Diagnostik und Therapieformen bei erblich bedingtem HaarausfallEigenhaartransplantation für mehr Lebensqualität

Geheimratsecken, kahle Kopfhaut oder lichte Haare können Zeichen für einen übermäßigen Haarausfall sein, was bei Betroffenen oftmals zu psychischer Belastung führt. Eine Eigenhaartransplantation bei einem erblich bedingten Haarausfall kann wieder zu mehr Lebensqualität verhelfen. Dr. Sonia Fertsch, Assistenzärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie an den Sana Kliniken Düsseldorf im Krankenhaus Gerresheim, klärt über die zur Verfügung stehende Diagnostik und die unterschiedlichen Therapieformen auf.

Charakteristika des erblich bedingten Haarausfalls

Um eine passende Therapieform für betroffene Patienten zu finden, muss der Haarausfall zunächst einmal genau bestimmt werden. „Grundsätzlich unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen des Haarverlustes“, erklärt Dr. Fertsch. „Am häufigsten tritt ein erblich bedingter (androgenetischer) oder ein diffuser Haarausfall auf.“ Bei einem erblich bedingten Haarausfall reagieren die Haarwurzel auf das Hormon Testosteron und fallen aus. „Der diffuse Haarausfall hingegen betrifft meistens Frauen und kann durch Stress, hormonelle Veränderungen, Diäten oder Krankheiten ausgelöst werden“, weiß die Expertin. Bei dieser Form des Haarausfalls zeigt sich ein mehr oder weniger ausgeprägter Volumenverlust. Der typische Verlauf des androgenetischen Haarausfalls beginnt an der Stirn (frontal) und an den Schläfen (temporal). Später schreitet der Ausfall am oberen Hinterkopf (Vertex) fort, bis die kahle Fläche schließlich über die gesamte Schädeldecke hinweg reicht. Ein Haarkranz um den gesamten Hinterkopf bleibt stehen.

Diagnostik bei Haarverlust

Haarausfall kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen verschiedene Gründe haben. „Oft sind Schilddrüsenkrankheiten, hormonelle Veränderungen oder auch ein Vitalstoffmangel die Ursache. Dies hat aber nicht immer gleich einen Haarverlust zur Folge hat, sondern auch immer dünner werdendes Haar", erklärt die Ärztin. „Eine medikamentöse Behandlung ist in diesen Fällen meist ausreichend. Stellt der behandelnde Arzt jedoch eine genetische Ursache fest, ist die einzige Behandlungsmöglichkeit eine Haartransplantation." Um die passende Haarverpflanzungsmethode gegen den Haarverlust zu bestimmen, muss der Haarausfall in einem ersten Schritt individuell klassifiziert werden. Dafür nutzen Chirurgen das Hamilton-Norwood-Schema. Dieses Schema unterteilt den androgenetischen Haarausfall (Alopecia androgenetica) in sieben verschiedene Stadien. Zudem bedarf es eines gründlichen Anamnesegespräches und gegebenenfalls einiger Laboruntersuchungen, um die richtige Therapie für Betroffene zusammen zu stellen.

Verschiedene Therapieformen bei der Eigenhaartransplantation

Nach ausreichender Diagnosestellung wird in einem nächsten Schritt eine passende Therapieform zusammengestellt, die individuell auf den Betroffenen zugeschnitten ist. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

FUE-Methode: „Follicular Unit Extraction“

Bei der FUE-Methode werden mit einer winzigen elektronischen Stanze Haare am Hinterkopf entnommen und in das gewünschte Areal verpflanzt. Die Hinterkopfhaare haben den Vorteil, dass sie sich nicht von hormonellen Schwankungen beeinflussen lassen und die verpflanzten Haare somit ein Leben lang erhalten bleiben.

FUT-Methode: „Follicular Unit Transplantation“

Anstatt jede Haarwurzel einzeln zu entfernen, wird bei der FUT-Therapie ein Hautstreifen vom Hinterkopf samt Haarwurzeln entnommen. Diese werden in sehr kleine Haartransplantate geschnitten und dann verpflanzt.

PRP-Behandlung (plättchenreiches Plasma/ Platelet Rich Plasma)

Bei einer PRP-Behandlung wird durch spezielle Aufarbeitung des körpereigenen Bluts ein plättchenreiches Plasma gewonnen und mit feinen Nadeln unter die Kopfhaut gespritzt. Das Serum hat aufgrund der Plättchen viele Wachstumsfaktoren, die die Mikrozirkulation stimulieren und die Neubildung neuer Hautzellen und Haarwurzelzellen fördern. Somit werden die Haarwurzeln stimuliert, sodass der Haarausfall verlangsamt und der neue Haarwuchs gleichzeitig unterstützt wird.

Medikamentöse Behandlung

Haarausfall kann ebenfalls mit Medikamenten therapiert werden. Diese können Patienten auch zusätzlich zu einer Haartransplantation ergänzend einnehmen. Die richtige Medikation bestimmt der behandelnde Arzt.

  

Kontakt

Dr. med. Sonia Fertsch

Dr. Sonia Fertsch

Assistenzärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, Sana Kliniken Düsseldorf, Gerresheim

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