Enddarmerkrankungen in der heutigen Welt auf dem VormarschProktologie und Kontinenzstörungen

Erkrankungen des Enddarms

Enddarmerkrankungen stellen in unserer heutigen modernen Welt, die geprägt ist von langer sitzender Tätigkeit, ungesunder Ernährung und zu wenig Gelegenheit zur sportlichen Betätigung, ein immer häufigeres Leiden dar.

Menschen, die erblich bedingt eine Bindegewebsschwäche aufweisen, sind dadurch zusätzlich prädisponiert, Erkrankungen wie Hämorrhoiden, Marisken oder andere Erkrankung des Enddarmes zu entwickeln. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um gutartige aber äußerst schmerzhafte Leiden, die die Patienten und Patientinnen zum Arzt führen. Wir stellen dann oft fest, dass eine operative Versorgung indiziert ist, die wir mit Ihrer Hilfe durchführen.

Deshalb ist es uns ein Anliegen, Sie von diesen z.T. erheblichen Schmerzen so komfortabel wie möglich zu befreien und ein häufig verschwiegenes Leiden zu enttabuisieren.

Dass Sie sich durch unsere Hilfe schnell wieder wohl fühlen und Ihren Spaß an Hobby und Beruf wieder finden – dafür stehen wir zur Verfügung.

Wir behandeln hierbei unter anderem folgende Erkrankungen

  • Hämorrhoiden
  • Analfisteln
  • Abszesse der Analregion
  • Analfissuren
  • Perianalvenenthrombose
  • störende Marisken
  • gutartige und bösartige Enddarmtumore
  • Polypen des Enddarmes
  • Pilonidalsinus
  • Feigwarzen

Bei Problemen eines künstlichen Darmausganges bieten wir Ihnen gerne Beratung und Behandlung an.

Folgende Operationen werden in unserer Klinik unter anderem durchgeführt

  • Mariskenabtragung
  • Fissurektomie
  • Abszessentlastung
  • Beseitigung von Analvenenthrombosen
  • Klassische Operationen bei Hämorrhoiden
  • Staplerhämorrhoidopexie nach Longo
  • Abtragung von Enddarmtumoren in mikrochirurgischer Technik (Transanale Endoskopische Mikrochirurgie - TEM)
  • andere Verfahren

Ambulant oder stationär?

Erkrankungen des Enddarmes sind häufig vor ihrer Therapie sehr schmerzhaft aber auch unmittelbar danach besteht nicht selten der Bedarf einer z.T. intra- venösen Schmerzmedikation. Deshalb ist es bei manchen Operationen ratsam, einen kurzzeitigen stationären Aufenthalt anzuschließen. Andere Gründe dafür können schwerwiegende Begleiterkrankungen oder höheres Lebensalter sein.

Deshalb bieten wir diese Möglichkeit an, insbesondere bei Operationen an Hämorrhoiden, komplizierten Analfisteln oder Enddarmtumoren. Kleinere Operationen, wie die Entfernung von Marisken oder Perianalvenenthrombosen, können prinzipiell ambulant erfolgen.

Kontinenzstörungen

Kontinenzstörungen sind für die meisten Menschen ein Tabuthema. Man spricht nicht freiwillig darüber, aber der Leidensdruck, der sich meist über viele Jahre entwickelt und der häufig aus sozialer Isolation heraus entsteht, führt viele, vor allem Patientinnen dann doch in fachärztliche Behandlung.

Wir wollen Ihnen Hilfestellung geben, sich an uns zu wenden und mit uns zusammen einen Weg zu finden, der Sie von Ihren Beschwerden befreit oder zumindest eine deutliche Verbesserung Ihrer Situation bewirkt. Dieser Weg kann lang sein und ist dann als Prozess des Ineinandergreifens verschiedener Methoden zu verstehen, die ganzheitlich und integrativ sein sollen. Wir möchten für Sie einen möglichst akzeptablen Zustand Ihres Leidens erzielen und erhalten. Dass Sie sich mit unserer Hilfe wieder wohl fühlen und Ihren Spaß an Hobby und Beruf wieder finden, dafür stehen wir zur Verfügung.

Therapie folgender Erkrankungen

  • Stuhlhalteschwäche
  • Vorfall des Enddarms (Anal-, Rektumprolaps)
  • Schließmuskelverletzungen
  • Schließmuskelfehlfunktionen
  • Rektozelen
  • Chronisches Verstopfungssyndrom
  • Kontinenzprobleme infolge Enddarmerkrankungen

Vor der Rückverlagerung eines künstlichen Darmausganges bieten wir Ihnen die notwendige Beratung an.

Kooperationspartner im Sana Klinikum Offenbach

  • Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Klinik für Urologie und Kinderurologie
  • Medizinische Klinik II
  • Neurologische Klinik
  • Zentralinstitut für diagnostische und interventionelle Radiologie
  • Physiotherapie
  • Ernährungsteam
  • Psychoonkologie

Untersuchung und Therapie

Notwendige Untersuchungen

Insbesondere bei der Therapie von Inkontinenzerkrankungen bedarf es in den meisten Fällen einer umfangreichen Diagnostik. Der Grund dafür liegt in der Ursachenvielfalt.

Vor jeder Therapie von Inkontinenzerkrankungen führen wir regelhaft eine Ultraschalluntersuchung des Enddarmes und der Beckenbodenmuskulatur, eine Druckmessung der Schließmuskulatur sowie eine Röntgenuntersuchung des End- und Schleifendarmes durch.

Bei bestimmten Erkrankungen machen sich weitere Untersuchungen notwendig wie ein Elektromyogramm des Beckenbodens oder ein radiologisches Schnitt-bildverfahren (MRT etc.). Darüber hinaus ziehen wir unsere gynäkologischen und urologischen Behandlungspartner zur Behandlung hinzu.

Um den optimalen Behandlungserfolg zu erzielen und alle Untersuchungsbefunde geschlossen zu bewerten, besprechen wir komplexe Fälle im Rahmen einer Kontinenzkonferenz mit allen beteiligten Kollegen. Damit wird die Ganzheitlichkeit der Therapie gewährleistet.

Die 3 Säulen der Therapie

Säule 1 – Konservative Therapie

Die Beckenbodengymnastik ist ein wesentlicher Bestandteil der konservativen, d.h. der nichtoperativen Behandlung der Schwäche des Beckenbodens. Zur Kräftigung der Beckenboden- und Schließmuskelmuskulatur sollte eine konservative Therapie jeder Operation für mindestens 3 Monate vorgeschaltet werden. Manchmal sind auch 6 Monate oder ein längerer Zeitraum je nach Schweregrad notwendig. Wir helfen Ihnen geeignete Behandlungspartner zu finden. In vielen Fällen ist eine Biofeedbacktherapie / Elektrostimulationstherapie notwendig.

Hierbei arbeiten wir eng mit geschultem Personal zusammen, das Sie in die Bedienung der Geräte, die Sie mit nach Hause nehmen, einweist und berät. Auch diese Therapie wird jeder Operation für 3 bis 6 Monate vorgeschaltet.

Säule 2 – Additive, ergänzende Therapie

  • Stuhlregulierung
  • Bewegungstherapie
  • Intimhygiene
  • Stuhlgewohnheiten

Hierzu zählt die Herstellung einer optimalen Stuhlkonsistenz durch Eindickung bei zu dünnen Stühlen mit beispielsweise Flosamen. Bei zu harten Stühlen Erweichen durch z.B. Milchzucker und einer ausreichenden Trinkmenge von mindestens 2 Litern. Eine regelmäßige Bewegung führt zu besserer Darmtätigkeit.

Säule 3 – Operative Therapie

Nach einer konservativen Therapie wird der erreichte Erfolg überprüft und deren Wirkung gemessen. Anhand dieser Ergebnisse wird gemeinsam festgelegt, ob eine operative Behandlung notwendig ist.

  • Schließmuskelrekonstruktionen
  • STARR-Operation
  • Transtaroperation
  • Laparoskopische Resektionsrektopexie
  • andere Verfahren

Ihre Ansprechpartner bei Fragen zur Proktologie und Kontinenzstörungen

Oberarzt

Dr. med. Markus Mann

Dr. med. Markus Mann

Facharzt für Chirurgie

Tel.: 069 8405-3090

Oberarzt

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Dr. med. Till Wöhleke

Facharzt für Chirurgie
Schwerpunkte: Proktologie, Hernienchirurgie

Tel.: 069 8405-3090