Diabetischer FußRegelmäßige Kontrolle ist wichtig

Die Füße diabetischer Patienten bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, um Probleme zu vermeiden oder rechtzeitig zu erkennen. Hierzu sollten Patient, Hausarzt oder niedergelassener Diabetologe regelmäßig die Füße kontrollieren. Auch sind eine sorgfältige Fußpflege (Podologie) und eine diabetesgerechte Schuhversorgung von besonderer Bedeutung.

Tipps zur Fußpflege

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

nicht nur bei Diabetikern spielen die Füße eine „tragende Rolle“. Sie tragen uns im wahrsten Sinne des Wortes durch unser ganzes Leben. Damit sie dies möglichst problemlos und angenehm tun können, sollten Diabetiker auf ihre Füße achten.

Langjähriger Diabetes, kann ,insbesondere bei unzureichender Behandlung, zu Nervenschäden und Durchblutungsstörungen führen, die die Gesundheit Ihrer Füße bedrohen. Auch eine unsachgemäße Fußpflege und falsches Schuhwerk kann das Problem zusätzlich verstärken. Aufgrund der diabetischen Nervenschädigung bemerken viele Betroffene jedoch die drohenden Probleme nicht. Das Gefühl der Füße geht verloren, stattdessen können sich abnormale Empfindungen einstellen, wie z.B. Brennen, Kribbeln oder Anderes.

Damit Ihre Füße gesund bleiben bzw. Sie drohende Gefahren rechtzeitig erkennen, sollten Sie Ihre Füße regelmäßig anschauen und einige Tips zur Fußpflege beachten.

  • Füße anschauen und waschen
    Schauen Sie sich Ihre Füße mindestens 1 x täglich an, auch Zehenzwischenräume, Beugefalten und Fußsohle. Helfen Sie sich ggf. mit einem Spiegel oder bitten Sie eine andere Person um Hilfe. Waschen Sie Ihre Füße täglich mit einer milden und pH-neutralen Seife  oder Waschlotion. Offene Wunden dürfen nicht gewaschen, gebadet oder abgeduscht werden. Machen Sie keine Fußbäder. Die Wassertemperatur sollte 35 - 37°C betragen und muss bei bekannter diabetischer Nervenschädigung kontrolliert werden, z.B. mit einem Badethermometer. Trocknen Sie anschließend die Füße sorgfältig ab, auch die Zehenzwischenräume. Trocknen Sie die Füße niemals mit Hilfe eines Föns. Verwenden Sie weiche Waschlappen und Handtücher. Bürsten und Massagehandschuhe können die Haut verletzen.
     
  • Füße pflegen
    Pflegen Sie die trockene Haut 1 x täglich mit einer feuchtigkeitspendenden Creme oder einem Schaum, jedoch ohne Konservierungsstoffe oder Parfüm. An Zusatzstoffen ist lediglich der Harnstoff hilfreich, insbesondere bei Neigung zu Hornhautbildung. Die Zehenzwischenräume sparen Sie aus. Feuchtigkeit begünstigt dort insbesondere die Ausbreitung von Fußpilz. Fettende Salben, Öle oder Zinkpasten sind verboten. Sie trocknen die Haut zusätzlich aus.
     
  • Nagelpflege
    Feilen Sie Ihre Nägel, jedoch nicht zu kurz. Runden Sie die seitlichen Kanten ab, damit keine Spitzen in das umgebende Gewebe drücken. Verwenden Sie auf keinen Fall spitze oder scharfe Gegenstände, wie z.B. Scheren oder Zangen. Falls es Ihnen Mühe macht, überlassen Sie diese Tätigkeit lieber einer Spezialistin/ einem Spezialisten: der Podologin oder dem Podologen.
     
  • Besonderheiten
    Zur Behandlung von leichter Hornhaut können Sie nach der Fußwaschung Bimsstein verwenden. Raspeln oder Hobel sind aufgrund der großen Verletzungsgefahr streng verboten. Sollte die Hornhaut zu dick sein oder sich gar Schwielen gebildet haben, lassen Sie sich von einer Podologin / einem Podologen helfen. Ggf. kann dies sogar ärztlich verordnet werden. Auch die Behandlung von Hühneraugen ist nichts für den Laien selbst. Gehen zur Podologin/ Podlogen, die auch bei Nagelpilz oder eingewachsenen Zehennägeln helfen können.
     
  • Schuhe und Strümpfe
    Laufen Sie niemals barfuss oder in Strümpfen falls Sie eine diabetische Nervenschädigung haben. Ziehen Sie bei jedem Schritt geschlossene Schuhe an. Strümpfe sollten aus Naturmaterialien, wie z.B. Baumwolle bestehen, genau passen (nicht zu groß und nicht zu klein) und keine Nähte aufweisen. Wechseln Sie die Strümpfe täglich. Schuhe müssen ausreichend groß sein, in Länge, Breite und Innennhöhe. Lassen Sie sich beim Kauf fachmännisch beraten. Achten Sie auf innenliegende Nähte. Vor dem Anziehen kontrollieren Sie die Schuhe jedes Mal auf Fremdkörper, verschobene Einlagen oder Innenfutter. Besondere diabetesadaptierte Weichschaumbettungen müssen 2x jährlich erneuert werden, da sie sonst ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen können. Lassen Sie neue Konfektionsschuhe oder Bettungen durch den verordnenden Arzt vor dem ersten Tragen und im Verlauf auf Verschleiß kontrollieren. Laufen Sie neue Schuhe mit zunehmender Zeitdauer ein, so dass sich der Schuh langsam an den Fuß anpassen kann oder Sie Probleme frühzeitig bemerken. Tragen Sie am Strand oder im Schwimmbad stets Badeschuhe, gehen Sie niemals barfuß.