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FrauenmilchspendeIm Einsatz für die Kleinsten

Muttermilch stellt die optimale Ernährung für Säuglinge da: Sie bietet eine ideale Zusammensetzung von Proteinen, Fetten und Co., damit alle Bedürfnisse von schnell wachsenden Säuglingen gedeckt sind. Besonders Frühgeborene oder auch kranke Säuglinge profitieren von einer Ernährung mit Muttermilch.

Allerdings hat nicht jede Frau die Möglichkeit, ihr Kind mit Muttermilch zu ernähren – beispielsweise durch eine Krankheit oder auch Probleme in der Milchbildung. Sogenannte Formularnahrung bietet zwar eine Alternative, kann jedoch die Entwicklung von Nerven-, Verdauungs- und Immunsystem nicht so positiv beeinflussen wie Frauenmilch. Daher empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Versorgung mit gespendeter Frauenmilch.

Und davon profitieren auch am Sana Klinikum Offenbach Neu- und Frühgeborene dank einer Kooperation mit dem DRK-Blutspendedienst und der Frauenmilchbank Frankfurt. Dabei steht die Sicherheit der kleinsten Patientinnen und Patienten jederzeit im Vordergrund. Jede Spenderin und jede Frauenmilchspende werden – ähnlich wie bei einer Blutspende – umfassend auf relevante Krankheitserreger untersucht. Ebenso ist durch eine Qualitätskontrolle sichergestellt, dass die benötigten Nährstoffe weiterhin in der Frauenmilch enthalten sind.

Häufige Fragen rund um die Frauenmilchspende

Was ist eine Frauenmilchspende und was bringt sie?

Bei einer Frauenmilchspende versorgt nicht die eigene Mutter, sondern eine andere Frau den Säugling mit Milch. Da es sich um eine „fremde“ Milch handelt, heißt es auch Frauenmilch und nicht, wie gewohnt, Muttermilch.

Durch eine Frauenmilchspende können Säuglinge optimal mit Nährstoffen versorgt und gestärkt werden. Vor allem Frühgeborene profitieren von dieser humanen Alternative zur Muttermilch (im Vergleich zu Formularnahrung bspw. auf Kuhmilchbasis).

Was ist der Ablauf bei einer Frauenmilchspende?

Spendereinwilligung, Registrierung und Screening I

Ist eine stationäre Patientin mit einem Neugeborenen aus Sicht der Ärztinnen und Ärzte geeignet für eine Spende, führen diese ein Aufklärungsgespräch und leiten die erste Blutuntersuchung ein. 

Milchspende

Eine Einweisung in den Spendeprozess erfolgt durch eine Laktationsberatungsfachkraft des Perinatalzentrums, damit Milch unter hygienischen Bedingungen bereitgestellt werden kann.

Transport zum Blutspendedienst

Nach erster Prüfung der gespendeten Milchfläschchen im teilnehmenden Perinatalzentrum wird die Rohmilch unter Wahrung der Kühlkette zum Blutspendedienst Frankfurt am Main transportiert.

Wareneingang und Kontrolle

Nach dem Wareneingang und der Prüfung auf Unversehrtheit wird die gespendete Rohmilch gewogen und zusammen mit den Spendedaten in der Blutspende-Software dokumentiert.

Pooling und Abfüllen der Milchfläschchen – Pasteurisierung

Nach dem Auftauen der Rohmilch einer Spenderin wird diese vermengt und in neue voretikettierte Fläschchen abgefüllt. Zur Abtötung potenzieller Krankheitserreger wird die Milch für 30 Minuten bei 63°C pasteurisiert. Die Milchfläschchen werden schnell runtergekühlt und eingefroren.

Qualitätskontrolle und Screening II

Von jedem Herstellungslauf wird eine Flasche für spätere etwaige Analysen für ein Jahr gefroren gelagert, eine weitere wird hinsichtlich verbleibender Keime und enthaltener Nährstoffe untersucht. Nach erneuter Blutuntersuchung der Spenderin und nach Abschluss der Untersuchungen aus der Qualitätskontrolle kann die Milch freigegeben werden.

Abgabe an Neonatologie und Füttern der Neugeborenen

Die freigegebene pasteurisierte Frauenmilch wird nun von unseren Depotfahrer/innen an teilnehmende Perinatalzentren ausgeliefert und dort von medizinischen Kollegen an Neugeborene verfüttert. Die Milchfläschchen können durch Nährstoffzugabe individuell den Bedürfnissen des zu ernährenden Kindes angepasst werden.

Welche Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen gibt es für die gespendete Milch?

Grundsätzlich gilt: Die Frankfurter Frauenmilchbank profitiert von den jahrzehntelangen Erfahrungen und höchsten Sicherheitsstandards des DRK-Blutspendedienstes. Das kommt vor allem den empfangenden Säuglingen zu Gute.

Vor und nach der Spende erfolgt je eine Blutuntersuchung, um relevante Krankheitserreger auszuschließen. Die gespendete Frauenmilch selbst wird unter streng definierten hygienischen Bedingungen transportiert, ebenfalls hinsichtlich Keime und auch Nährstoffen geprüft sowie permanent gekühlt. Eine Flasche mit Spenderinnen-Milch wird für ein Jahr gefroren gelagert, damit später weitere Analysen bei Bedarf möglich sind.

Unser Kooperationspartner: DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg I Hessen

Schon 2019 hat der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen gGmbH Institut Frankfurt die Frankfurter Frauenmilchbank initiiert und etabliert. Erster Kooperationspartner der Frauenmilchbank war das Universitätsklinikum Frankfurt, das Sana Klinikum Offenbach beteiligt sich seit 2022 als zweiter Partner in ganz Hessen an dem Projekt.

Die Frankfurter Frauenmilchbank schließt für unsere allerkleinsten Patienten eine wichtige Versorgungslücke mit dem unverzichtbaren Lebensmittel Frauenmilch.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Frauenmilchbank.

Ihr Ansprechpartner

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Dr. med. Matthias Engler

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

Telefon 069 8405-3930
Telefax  069 8405-4455
E-Mail: matthias.engler@sana.de