BluthochdruckHypertonie

Aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts nach haben  30 Prozent der Deutschen einen zu hohen Blutdruck (Hypertonie). Wenn eine Behandlung der Hypertonie rechtzeitig erfolgen würde, wären schätzungsweise fünfzig Prozent der Herzinfarkte und Schlaganfälle vermeidbar.

Erfreulicherweise ist die Aufklärungs- und Behandlungsquote im Vergleich zu früheren Jahren deutlich gestiegen. Etwa die Hälfte der Patientinnen und Patienten mit Hypertonie sind gut eingestellt. Allerdings wissen etwa 20 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung. Alarmierend ist darüber hinaus der ähnlich große Anteil jener, die zwar von ihrer Erkrankung wissen, diese jedoch bagatellisieren und nicht behandeln lassen.

Was ist Bluthochdruck?
Beim Bluthochdruck handelt es sich um eine Erkrankung des arteriellen Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte während der Auswurfphase des Herzens (systeolisch) und der Füllungsphase des Herzens (diastolisch) dauerhaft zu hoch sind. In Fachkreisen spricht man in diesem Fall von arterieller Hypertonie.

Woher kommt Bluthochdruck?
Bei 90 Prozent der Hypertoniker ist eine organische Ursache nicht erkennbar. Diese Art des Bluthochdrucks wird essentielle Hypertonie genannt oder auch primäre Hypertonie. Dabei muss man wissen, dass der Blutdruck im menschlichen Körper durch sehr komplexe Mechanismen reguliert wird. Es treten hier biochemische Botenstoffe, Organe, Blutgefäße und das Nervensystem miteinander in Wechselwirkung. Zu diesem Zusammenspiel gibt es in der Forschung noch viele offene Fragen. Ein möglicher Auslöser könnte zum Beispiel eine zu geringe Anzahl an Nierenkörperchen in den Nieren von Hochdruckpatienten sein. Auch ein zu hoher Kochsalzgehalt in Blutzellen und Gewebe scheint hier ein Rolle zu spielen.

Bei etwa 10 Prozent der Betroffenen sind organische Erkrankungen wie zum Beispiel die Verengung der Nierenarterien, entzündliche Erkrankungen des Nierengewebes oder bestimmte homonelle Störungen  die Ursache dafür, dass der Blutdruck zu hoch ist. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von nicht essentieller Hypertonie oder sekundärer Hypertonie. In diesen Fällen sollte soweit möglich zunächst die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Bei manchen Betroffenen sinkt bereits dadurch der Blutdruck auf einen normalen Wert.

Ab welchem Wert ist der Blutdruck zu hoch?

Normaler Blutdruck 
Ein Blutdruck von 120 / 80 mm Hg ist normal. Niedrigere Werte sind optimal. Auch Werte zwischen 120 / 80 mm Hg und 129 / 84 mm Hg sind normal. Liegt ein Blutdruck zwischen 130 / 85 mm Hg und 139 / 89 mm Hg, so gilt das als „hoch normal“. Das heißt, er ist zwar ein wenig zu hoch, aber noch normal.

Hypertonie
Erst ab einem Wert von 140 / 90 mm Hg und höher spricht ein Arzt von Hypertonie. Blutdruckwerte zwischen 140 / 90 mm Hg und 159 / 99 mm Hg werden als leichte Hypertonie bezeichnet. Ein Blutdruck zwischen 160 / 100 mm Hg und 179 / 109 mm Hg ist mittelschwer. Noch höhere Werte werden als schwere Hypertonie eingeordnet.
(Quelle: www.hochdruckliga.de/bluthochdruck.html)

Was passiert im Krankenhaus? 
Wenn Sie mit erhöhtem Blutdruck stationär eingewiesen werden, werden wir mittels Laboranalysen von Blut und Urin, Ultraschalluntersuchungen und 24 h Blutdruckmessung sekundäre Bluthochdruckursachen ausschließen oder diese herausfinden und dann einer gezielten Behandlung zuführen. In jedem Fall werden wir Ihren Blutdruck und weitere Bluthochdruckrisikofaktoren medikamentös einstellen und Ihnen aufzeigen welche nicht medikamentösen Maßnahmen Sie zusätzlich ergreifen können, um langfristig Medikamente einsparen zu können (z.B. Ausdauersport, ggf. Gewichtsreduktion, salzarme Kost, Nikotinkarenz).

Darüber hinaus werden Sie darüber unterrichtet, wie Sie zu Hause selbst den Blutdruck messen und dokumentieren und was Sie selbst bei einer Bluthochdruckkrise zur Blutdrucksenkung unternehmen können.