RheumatologieMedizinische Klinik III

Unter den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises werden Erkrankungen zusammengefasst, die den Bewegungsapparat, d.h. Gelenke, Muskeln und Bindegewebe betreffen, sowie manchmal auch verschieden innere Organe und die Haut, darunter häufig die Nieren. In der Regel handelt es sich um eine nicht durch Erreger ausgelöste Entzündungsreaktion, die Ausdruck eines fehlgeleiteten körpereigenen Immunsystems ist. Diese Krankheitsbilder verlaufen oft schleichend und können deshalb in der Mehrzahl der Fälle ambulant abgeklärt werden. Bei akuter und heftiger Entzündungsreaktion und / oder Beteiligung innerer Organe muß eine stationäre Abklärung und Therapieeinleitung erfolgen. Oft wird ein interdisziplinäres Team aus Radiologen, Kardiologen, Lungenfachärzten Nephrologen etc. gebraucht, die alle in unserer Klinik vorhanden sind.

Zu diesen Erkrankungen gehören:

  • Entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis,   Spondyloarthritiden/Morbus Bechterew/ Spondylitis ankylosans, reaktive Arthritiden),
  • Entzündliche Weichteilrheumatische Erkrankungen/Kollagenosen (z.B. Systemischer Lupus erythematodes, Skerodermie, M. Sjögren, Dermatomyositis/ Polymyositis, Mischkollagenose, Overlapsyndrome, rezidivierende Polychondritis),
  • Gefäßrheumatische Erkrankungen (primär und sekundär systemische Vaskulitiden) der großen/mittelgroßen und kleinen Gefäße, z.B. Granulomatose mit Polangiitis (ehemals M Wegener), Mikroskopische Polyangiitis, eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (ehemals Churg Straus Syndrom), Panarteriitis nodosa, Takayasu-Syndrom, Riesenzellarteriitis, M. Behcet)
  • Autoinflammatorische Syndrome (z.B. M. Still bei Erwachsenen, Familiäres Mittelmeerfieber),
  • Gelenkbeteiligung bei Granulomatosen/ Sarkoidose.
  • Organbeteiligung, führend Nierenmanifestation, bei Autoimmunerkrankungen
  • Stoffwechselbedingte Gelenkerkrankungen (Hämochromatose, schwere Gichtarthritis)
  • Diagnose erregerbedingter (septischer) Gelenkentzündungen
     

Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • Rheumatologisch-immunologische Labordiagnostik, einschließlich Autoantikörper
  • Ultraschall von Abdomen und Gelenken, Duplexsonographie der Gefäße einschließlich A. temporalis
  • Gelenkpunktionen und Injektionsbehandlungen
  • Kapillarmikroskopie
  • Knochendichtemessung/DXA Osteodensitometrie, Einleitung und Überwachung einer antiresorptiven Therapie bei Osteoporose
  • Röntgen (konventionell, CT und MRT) des Bewegungsapparates/Wirbelsäule und Skelettszintigraphie (Radiologische Abteilung )
  • Biosieentnahmen Niere, Haut, Gefäße, Muskel, ggf. Sonographie- oder CT-gesteuert
  • Diagnose und Therapie komplikativer Erkrankungen unter Immunsuppression wie systemische Infekte
  • Gabe immunsuppressiver konventioneller Basistherapeutica /DMARDs oral und s.c. und intravenös
  • Einleitung einer Basistherapie mit Biologica und JAK-Inhibitoren
  • Intravenöse Gabe von gefäßerweiternden Medikamenten (Rheologica, z.B. Ilomedin) bei Vasculitis-induzierten Hautgeschwüren
  • Plasmapheresebehandlung bei komplexen immunologischen Erkrankungen mit Multiorganbeteiligungen, z.B. Antibasalmembranantikörpersyndrom /Goodpasturesyndrom
  • Parenterale und orale Cortisonpulstherapie
  • Krankengymnastik, Physiotherapie durch die hausinterne Physiotherapieabteilung