Lymphchirurgie

Manche Menschen leiden unter dauerhaften Schwellungen an Armen oder Beinen. Die Ursache ist häufig ein Lymphödem – das bedeutet: Die Lymphflüssigkeit kann nicht mehr richtig abfließen und staut sich im Gewebe. Dies kann nach Operationen (z. B. bei Krebs), Verletzungen oder auch angeboren auftreten. Die Schwellungen sind nicht nur unangenehm, sondern können auch zu Hautproblemen, Bewegungseinschränkungen und wiederkehrenden Entzündungen führen.

Wann hilft eine Operation?Wenn konservative Behandlungen wie Lymphdrainage, Kompressionsstrümpfe oder physikalische Therapie keine ausreichende Besserung bringen, kann die plastische Chirurgie helfen – mit speziellen mikrochirurgischen Techniken.

Operative Techniken

1. Lymphgefäßtransplantation (Lymphgefäß-Transplantat):
Dabei werden feine Lymphgefäße aus einer gesunden Körperregion entnommen und an die geschädigte Stelle verpflanzt. Mit Hilfe eines OP-Mikroskops werden sie an vorhandene Lymphbahnen oder Venen angeschlossen, um den Abfluss der Lymphflüssigkeit zu verbessern.

2. Lymphknoten-Transfer (Lymphknotentransplantation):
Lymphknoten mit ihrer Umgebung (z. B. aus der Leiste oder dem Halsbereich) werden entnommen und in die betroffene Region eingesetzt. Ziel ist, dort eine neue "Lymphstation" aufzubauen, die den gestörten Lymphabfluss unterstützt.

3. Lympho-venöse Anastomosen:
Hier werden kleinste Lymphgefäße direkt mit Venen verbunden, sodass die Lymphflüssigkeit auf diesem Weg abfließen kann. Diese Methode eignet sich besonders in frühen Stadien des Lymphödems.

Zusammenfassung des Ablaufes
  • Planung der OP in Narkose
  • ggf. kann eine Bildgebung in Form von CTA oder Sonographie erforderlich sein
  • Operationsdauer:  2 bis 6 Stunden.
  • Stationäre Aufenthaltsdauer: 2 bis 7 Tage
  • Nachsorge: Der Behandlungserfolg wird regelmäßig kontrolliert – und gemeinsam mit Ihnen besprechen wir, welche Schritte sinnvoll sind.

Tipp: eine gute Nachsorge ist maßgebend für den Erfolg operativer Prozeduren. Dazu gehört:

  • Lymphdrainage
  • konsequentes Tragen von Kompressionskleidung
  • Bewegungstherapie