Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung mit charakteristischer, symmetrischer Fettverteilungsstörung überwiegend an den Extremitäten, typischerweise bei Frauen. Kennzeichnend sind Schmerzen (Druck‑, Berührungs‑ und Spontanschmerz) und ein Schwere‑ bzw. Spannungsgefühl der betroffenen Gliedmaßen. Da die Ursache bislang nicht kausal behandelbar ist, zielt die Therapie auf die Symptomminderung, Verbesserung der Lebensqualität und Verhinderung von Sekundärfolgen. In unserer Klinik für plastische Chirurgie bieten wir insbesondere die operative Therapie‑Option Liposuktion an – eingebettet in ein interdisziplinäres Versorgungskonzept.
Chirurgie III
Lipödem
Die Leitlinie betont, dass nicht allein morphologische Veränderungen entscheidend sind, sondern insbesondere das Vorhandensein von Beschwerden wie Schmerz, Druckempfindlichkeit und Schweregefühl. Eine Stadieneinteilung (I–III) sollte nicht allein zur Schweregradbewertung herangezogen werden. Differentialdiagnostisch sind Adipositas, Lymphödem oder andere Fettverteilungsstörungen auszuschließen.
Bilder: www.dgpraec.de/patienten/op-infos/lipoedem/
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1. Konservative Therapie
• Medizinische Kompressionstherapie zur Reduktion von Schmerzen und Verbesserung der Funktion
• Bewegungstherapie und moderates Krafttraining zur Förderung der Mobilität und Beschwerdelinderung
• Hautpflege und ggf. manuelle Lymphdrainage im Rahmen der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE)
• Gewichtsmanagement zur Stabilisierung oder Reduktion von Übergewicht, um das Beschwerdebild nicht zu verschlechtern.
2. Operative Therapie – Liposuktion
Für Patientinnen, bei denen die konservative Therapie nicht ausreichend ist oder das Beschwerdebild stark ausgeprägt ist, kommt die Fettabsaugung (Liposuktion) als mögliche Option in Betracht. Sie ersetzt nicht die konservativen Maßnahmen, sondern ergänzt diese.
https://register.awmf.org/assets/guidelines/037-012l_S2k_Lipoedem_2024-01_01.pdf
Bei der Erstvorstellung erfolgt eine umfassende Beratung und Untersuchung. Wir klären, welche Regionen behandelt werden sollen und welches Verfahren sich am besten eignet. Falls eine medizinische Indikation besteht, kann ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden.
Indikationskriterien / Voraussetzungen
• Nachweislich unzureichende Wirkung konservativer Maßnahmen.
• Gewichts‑ bzw. BMI‑Stabilität.
• Fachärztliche Diagnosestellung im Vier‑Augen‑Prinzip.
• Durchführung in einer qualitätsgesicherten Einrichtung gemäß G‑BA‑Richtlinien.
• Planung der OP: ambulant oder stationär
• Operationsdauer: 1 bis 3 Stunden
• Kompressionswäsche: dauerhaft, mindestens 6 Wochen postoperativ
• Rückkehr in den Alltag: nach 7 Tagen
• Sport: nach 4–6 Wochen


