TumorerkrankungenHerausragende Leistungsfelder unserer Klinik

Nebennierentumoren

Nebennierentumore sind eine insgesamt seltene Erkrankung. Die Tumore entstehen in der Nebennierenrinde, aber auch im Nebennierenmark. Selten sind die Tumore bösartig, häufiger aber hormonaktiv. Das bedeutet aufgrund der Funktion der Nebenniere, dass Hormone wie Adrenalin oder Cortison in großer Menge von den Tumoren produziert werden und zu Symptomen wie etwa extrem hohem Blutdruck führen können.

Häufig werden Nebennierentumore zufällig entdeckt. Manchmal wird aber auch gezielt nach Nebennierentumoren bei Patienten gesucht, die zum Beispiel durch Störungen im Hormonhaushalt auffällig werden. Besteht der Verdacht auf einen Nebennierentumor, muss zunächst mittels Blut- und Urinanalysen die Hormonaktivität des Tumors geprüft werden.

Die Therapie eines Nebennierentumors besteht in der Operation. Vorher erfolgt häufig stationär eine medikamentöse Vorbehandlung, um eine lebensgefährliche überschießende Hormonfreisetzung aus dem Tumor während der Operation zu vermeiden. Die Operation erfolgt minimalinvasiv laparoskopisch. Diese Methode ist schonend für den Patienten. Die Patienten haben weniger Schmerzen als bei der offenen Methode und erholen sich schneller von dem Eingriff. Die Entlassung erfolgt am fünften Tag nach der Operation.

Nierenkarzinome

Nierenkarzinome werden i. d. R. organerhaltend operiert. Je nach Größe und Lage des Tumors kann jedoch die Entfernung der tumortragenden Niere erforderlich sein. Wir operieren laparoskopisch, bei sehr großen und/oder laparoskopisch nicht zugänglichen Tumoren jedoch schnittoperativ. Die Zeit von der Operation bis zur Entlassung nach Hause beträgt ungefähr 4 Tage.

Es kann auch eine Tumorembolisation erwogen werden. Dabei wird ein dünner Katheter über ein Oberschenkelgefäß bis zum tumorversorgenden Gefäß vorgeschoben. Durch Einspritzen eines Verödungsmittels werden die den Tumor versorgenden Gefäße verschlossen und von der Durchblutung abgeschnitten. Dadurch ist keine Heilung zu erwarten, jedoch eine Linderung der Symptome wie z. B. dem Harnbluten. Bei bereits fortgeschrittenen metastasierten Tumoren erfolgt eine medikamentöse Nachbehandlung über unser Ambulantes Onkologisches Zentrum (AOZ).

Blasentumore - meist oberflächlich

Die meisten Blasentumoren gehen von der inneren Auskleidung der Blase aus und sind bei ihrer Entdeckung noch oberflächlich. Die Primärbehandlung besteht in der transurethralen Blasentumorresektion (TURBT). Insbesondere bei Verdacht oder bei einem bereits vorliegenden Carzinoma in situ bietet sich die photodynamische Diagnostik (PDD) an, d. h. die Endoskopie/Operation zunächst unter Weißlicht, dann unter Blaulicht. Hier können Tumoren entdeckt werden, die unter der konventionellen Weißlicht-Endoskopie nicht sichtbar sind. Dazu wird präoperativ etwa eine Stunde lang ein Medikament in die Blase instilliert. Bei diesem Verfahren wird der Tumor mithilfe einer elektrischen Schlinge entfernt. Dies geschieht unter Sicht mithilfe einer am Okular befestigten Videokamera, die das Bild auf einen Monitor überträgt. Bestätigt die feingewebliche Untersuchung den oberflächlichen Tumor, kann der Patient 2–3 Tage nach der Operation nach Hause entlassen werden.

Bei fortgeschrittenem Tumorwachstum kann, je nach individueller Situation, die radikale Zystektomie nötig sein, die vollständige Entfernung der Blase. Ein künstlicher Harnausgang im Unterbauch (Ileumkonduit) oder die Ileum-Neoblase sind dann die bevorzugten Verfahren für die Harnableitung. Eine neue Blase kann aus einem ausgeschalteten Dünnedarmsegment geschaffen werden, die an die Harnröhre angeschlossen wird und damit eine Blasenentleerung ohne künstlichen Ausgang erlaubt. Diese beiden Operationen stellen große Eingriffe dar mit einer entsprechend langen Rekonvaleszenz. Die meisten Patienten können nach 2–3 Wochen entlassen werden. Eine Polychemotherapie, d. h. eine weiterführende Therapie bei metastasierten Blasentumoren, erfolgt in enger Kooperation mit dem Ambulanten Onkologischen Zentrum (AOZ) unseres Hauses.

Nierenbecken- und Harnleiterkarzinom

Nierenbecken- und Harnleiterkarzinom: Geht das bösartige Wachstum nicht von der Niere, selbst sondern von der inneren Auskleidung von Nierenbecken und Harnleiter aus, so muss bei einer offenen Operation nicht nur die Niere, sondern auch der Harnleiter mitsamt der Einmündung in die Harnblase entfernt werden. Dies geschieht über einen Flankenschnitt und einen Schnitt im Unterbauch oder kombiniert laparoskopisch/offen.

Prostatakarzinom - häufigster Tumor beim Mann

Wird das Prostatakarzinom im Frühstadium entdeckt, lässt es sich gut behandeln und auch heilen.

Die Operation erfolgt auf schonende Weise minimalinvasiv laparoskopisch. Die bedeutet, dass die Prostata mit Samenblasen über fünf Instrumente, die über ca. 1–2 cm lange Schnitte in den Bauchraum eingeführt werden, entfernt wird. Der Eingriff erfolgt gefäß- und nerverhaltend, um Folgen der Operation wie zum Beispiel Inkontinenz und Impotenz zu minimieren. Diese Operation wird in unserer Klinik über 200-mal im Jahr durchgeführt. Die Entlassung des Patienten erfolgt in der Regel am 4. bis 5. postoperativen Tag. Der Patient wird mit einem Katheter über die Harnröhre entlassen, der während der Operation eingelegt wurde. Am 10. Tag nach der Operation wird der Katheter ambulant in unserer Klinik unter Röntgenkontrolle entfernt. Danach geht der Patient in eine Anschlussheilbehandlung, die während des stationären Aufenthaltes von uns eingeleitet wird.

Manchmal kann die die Operation aus technischen Gründen nicht laparoskopisch erfolgen. In diesem Fall wird dann die Prostata offen über einen Unterbauchschnitt entfernt. Lehnt ein Patient die Operation ab oder ist zu alt oder schwer vorerkrankt, so besteht die Möglichkeit einer Bestrahlung der Prostata.

Dieses Verfahren nennt sich High-Dose-Rate-Brachytherapie (HDR), es wird gemeinsam mit der Strahlenklinik durchgeführt. Über den Damm werden Hohlnadeln in die Prostata implantiert. Über diese kann dann eine Strahlenquelle eingebracht werden und gezielt die Prostata unter Schonung der umliegenden Organe bestrahlt werden. Abhängig vom Tumorstadium kommen die Patienten entweder 2- oder 3-mal zu einer Bestrahlungssitzung im Abstand von 3 Wochen zu uns. In manchen Fällen ist zusätzlich noch eine äußere Bestrahlung notwendig.

Kinderurologie

Fehlbildungen des Urogenitaltraktes sind relativ häufig im Vergleich zu denen anderer Organsysteme und fallen zumeist im Kindesalter auf. Die Korrektur dieser Abweichungen ist neben der Behandlung anderer urologischer Krankheitsbilder, die auch bei Erwachsenen vorkommen, die Hauptaufgabe der Kinderurologie.

Mit modernster Diagnostik und Therapie helfen wir unsere kleinen Patienten bei Krankheitsbildern wie etwa:

  • Phimose
  • Hypospadie
  • Reflux
  • Harnleiterstenose
  • Lageanomalie des Hodens

Steinbehandlung - schmerzfrei und effektiv

Die meisten Steinpatienten können wir mit dem Lithotriptoren behandelt, mit der die Steine in nahezu jeder Lokalisation geortet und zertrümmert werden können. Mit Musik Ihrer Wahl und nahezu schmerzfrei. Steine, welche nicht der Stoßwellentherapie zugänglich sind, können heutzutage ebenfalls auf minimalinvasivem Weg mittels kleinster optischer Systeme und unter Zuhilfenahme von winzigsten Drahtkörbchen und Fasszangen endoskopisch aus dem Harntrakt entfernt werden.

Harninkontinenz der Frau und des Mannes

In unserer Inkontinenz-Sprechstunde beschäftigen wir uns mit der Diagnostik und Therapie der männlichen Inkontinenz, insbesondere nach operativen Eingriffen (z. B. Prostataentfernung über die Harnröhre oder Radikale Prostataentfernung) sowie der Diagnostik und Therapie von Inkontinenz, Blasenentleerungsstörungen und Senkung des Beckenbodens bei Frauen. Es stehen modernste diagnostische sowie konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Andrologie – Fertilitätsstörungen des Mannes

Bei unerfülltem Kinderwunsch liegt in etwa der Hälfte der Fälle die Ursache beim Mann. Die Abklärung der möglichen männlichen Infertilität wird in unserer Klinik zunächst in der andrologischen Sprechstunde ambulant durchgeführt.

Im Normalfall werden die männlichen Geschlechtsorgane per Ultraschall oder falls notwendig mit der farbkodierten Duplexsonographie untersucht. Mittels Blutentnahme wird der  Hormonstatus geprüft, der weitere Hinweise auf die Ursache geben kann. Schließlich vervollständigt die Untersuchung des Spermas, das Anfertigen eines sogenannten Spermiogramms, die Diagnostik. Ggf. wird im Rahmen dessen auch ein Abstrich zur Identifizierung verschiedener Erreger durchgeführt. Dies gibt Aufschluss über Anzahl, Form und Beweglichkeit der Spermien.

Bei manchen Männern ist die Entnahme von Spermien aus dem Nebenhoden (MESA) oder Entnahme von Hodengewebe (TESE) über einen kleinen Hautschnitt am Hodensack notwendig. Sollten während der Operation mikroskopisch keine Spermien nachgewiesen werden können, so kann man mithilfe starker Vergrößerung durch ein Spezialmikroskop manchmal einzelne spermientragende Hodenkanälchen erkennen und hieraus doch einzelne Spermien für eine künstliche Befruchtung entnehmen (Mikro-TESE). Die Eingriffe können ambulant erfolgen.

Liegt ein Verschluss der Samenleiter vor, so kann dieser in manchen Fällen durch eine mikrochirurgische Umgehung der Engstelle und Verbinden des durchgängigen Samenleiteranteiles direkt mit dem spermatragenden Nebenhodenkanälchen behoben werden (Epididymovasostomie). Auch wenn eine operative Durchtrennung der Samenleiter (Vasektomie) stattgefunden hat, lässt sich diese Operation mit einer guten Erfolgsrate wieder rückgängig machen (Vaso-vasoneostomie). In enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kinderwunschzentren der Region kann dies ein erfolgreicher Schritt zur Vaterschaft sein.

Erektionsstörungen und Penisdeviation

Die Impotenz ist zwar keine lebensbedrohliche, jedoch eine das Wohlbefinden des Mannes erheblich belastende Erkrankung. Die Ursachen können verschiedenster Natur sein und im Allgemeinen beim niedergelassenen Urologen in der Praxis abgeklärt werden.

Eine spezielle Diagnostik, die zur Abklärung von Veränderungen des Blutgefäßsystems und der Schwellkörper erforderlich ist und unter stationären Bedingungen durchgeführt wird, ist die pharmakodynamische Cavernosometrie und -graphie. Dabei wird zunächst durch Injektion eines Medikaments und anschließende Infusion von Kochsalzlösung in den Penis eine künstliche Erektion erzeugt. Durch Registrierung der notwendigen Menge und der entstehenden Drücke lassen sich Rückschlüsse auf die Ursache der Erektionsstörung ziehen. Die dann folgende Kontrastmitteldarstellung stellt die Schwellkörper selbst sowie die ableitenden Venen dar. Wird bei dieser Untersuchung eine Schwellkörperinsuffizienz gefunden, d. h. die Unfähigkeit der Schwellkörper, das eingeströmte Blut zu halten und steif zu bleiben, so kommt als operative Behandlung die Implantation einer Schwellkörperprothese in Betracht.