Neuroorthopädie

Frühkindliche Entwicklungsstörungen und Schäden des Gehirns - Cerebralparese

Jedes 500. Kind lebt mit einer Infantilen Cerebralparese. Diese ist somit eine der häufigsten kinderorthopädischen Krankheitsbilder. Der Begriff umfasst eine Gruppe von Erkrankungen mit unterschiedlicher Ursache, Erscheinungs- und Verlaufsform. Gemeinsam ist ihnen das Bild einer sensomotorischen Störung aufgrund einer frühkindlichen Schädigung des in Entwicklung befindlichen Gehirnes. Die Hirnschädigung bleibt unveränderbar, die Folge der Schädigung (Residualschaden) ist veränderlich.

Je nach Lokalisation der Schädigung entsteht eine ein- oder beidseitige, eine arm- oder beinbetonte zentrale Lähmung, eine Hemi-, Di-, oder Tetraparese oder eine entsprechende Mischform. Je nach Stadium und Lokalisation tritt eine hypotone, spastische, dystone, athetotische, ataktische oder gemischte Lähmungsform auf. In der Regel sind Großhirnareale, welche für die Bewegungssteuerung zuständig sind, am Stärksten betroffen.  Prinzipiell können jedoch alle Hirnfunktionen beeinträchtigt sein und es können assoziierte Oberflächen- und Tiefensensibilitäts-, Seh-, Sprach-, Hör- Verhaltens- und Lern- Störungen vorliegen.

Ursache
In der Regel ist die Bewegungsregion der Großhirnrinde am stärksten betroffen und die zentrale Bewegungssteuerung beeinträchtigt. Prinzipiell können jedoch alle Hirnfunktionen betroffen sein und es können assoziierte Oberflächen- und Tiefensensibilitäts-, Seh-, Sprach-, Hör- und Lern- Störungen vorliegen.

Die Summe der Störungen führt vor allem im Reifungs- und Wachstumsalter je nach Schweregrad und Lähmungsqualität (hypoton, spastisch, dyston, ataktisch, Mischform) zu Abweichungen der Bewegungsentwicklung. Das dauerhafte Muskelungleichgewicht und der Bewegungsmangel der Kinder führen zur Entstehung struktureller Muskel-Skelett-Deformitäten. Haltungs- und Bewegungsstörungen, strukturelle Muskelverkürzungen, Gelenkkontrakturen und in deren Folge Schmerzen, hoher Energieaufwand und rasche Ermüdbarkeit verursachen in der Folge eine beträchtliche Einschränkung der Lebensqualität und Lebenserwartung.

Therapie
Eine ursächliche Therapie zentraler Bewegungsstörungen ist nicht möglich, auch die Behandlungsmöglichkeiten der fortschreitenden Auswirkungen sind beschränkt, aber eine Verminderung des erhöhten Muskeltonus, des Ungleichgewichts zwischen Muskelgruppen, von Kontrakturen und Veränderungen des Kraftarms und eine Verbesserung der Wahrnehmung und Koordination können mittels verschiedener Therapieverfahren bewirkt werden.

Das Rummelsberger integrierte Behandlungskonzept für Kinder mit neuromotorischen Erkrankungen hilft durch die Kombination von modernen Funktionsorthesen, minimal-invasiven Operationen mit innovativen physiotherapeutischen Behandlungsverfahren, wie Lokomotions- und Vibrations-Therapie die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.