Medizinische SchwerpunkteDie Rotatorenmanschette

…wenn alltägliche Dinge schwerfallen

Oft sind es ganz normale Tätigkeiten im Alltag, die Patienten schwerfallen, berichten unsere Patienten in der Schulter-Sprechstunde: Das Kämmen der Haare, das Tragen von Einkaufstüten oder das Anziehen der Jacke. Die Ursache kann ein Riss der Rotatorenmanschette sein. Mediziner sprechen dann von der sogenannten Rotatorenmanschettenruptur. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Schultergelenks hierzulande. Die damit einhergehenden Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. 

Prof. Dr. Richard Stangl und OA Dr. Lars Eden sind seit vielen Jahren auf die Versorgung von Erkrankungen und Verletzungen der Schulter spezialisiert. In der Schulter- und Ellenbogenklinik am Krankenhaus Rummelsberg sorgen wir dafür, dass Sie so schnell wie möglich wieder in Ihr gewohntes Leben zurückkehren – und dass die alltäglichen Dinge wieder kein Problem für Sie darstellen.

...die Aufgabe: Die Stabilisierung des Schultergelenks

Was wie ein Zungenbrecher klingt, ist extrem wichtig für eine intakte Schulter: die Rotatorenmanschette. Sie besteht aus vier Muskeln, welche das Schulterblatt zum Tuberculum majus bzw. minus des Oberarmknochens – besser bekannt als Humerus – ziehen. Da die Platte aus den Sehnen der Schulterrotatoren gebildet wird und am Ansatz zu einem gemeinsamen, verstärkten  Sehnenanteil verschmelzen, hat sich der Begriff Rotatorenmanschette etabliert. Die tägliche Aufgabe: Die Stabilisierung des Schultergelenks, da es aufgrund einer relativ kleinen Gelenkpfanne nur eine schwache knöcherne Führung gibt. Insofern bietet das Schultergelenk zwar sehr viel Bewegungsfreiheit, aber eben wenig Stabilität. Bei Verletzungen der Schulter kann es zu Sehnenabrissen im Bereich der Manschette kommen, der sogenannten Rotatorenmanschettenruptur.

…was ist eine Ruptur der Rotatorenmanschette?

Die vom Schulterblatt bis zum Oberarmknochen verlaufenden Muskeln der Rotatorenmanschette bewegen den Arm zur Seite und nach oben, drehen ihn nach außen und innen und stabilisieren den Arm am Oberkörper. Diese Sehnen verlaufen direkt um das Gelenk in einem engen knöchernen Kanal zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach. Im Laufe des Lebens kann es dabei zunächst unbemerkt zu Verschleißerscheinungen (Degeneration) kommen. Im Extremfall kann ein Loch in den Sehnen bzw. ein Abriss der Sehnen entstehen. Ist dies der Fall, sprechen die Mediziner von einer Rotatorenmanschettenruptur. Am häufigsten ist die Supraspinatussehne betroffen, die oberhalb des Oberarmkopfes läuft.

…wie entsteht eine Rotatorenmanschettenruptur?

Für einen Riss bzw. Ruptur der Rotatorenmanschette gibt es viele Ursachen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Verschleißerscheinungen, also der Degeneration, und einem Trauma. Letzteres kann ein Sportunfall oder einem Sturz geschuldet sein. Die degenerativ bedingten Sehnenrisse sind weitaus häufiger. In diesem Fall sind die Sehnen der Schulter altersbedingt geschädigt und haben an Stabilität und Elastizität verloren. Hier reicht oftmals eine alltägliche Bewegung aus - wie beispielsweise ein Stoßen am Türrahmen –, um die vorgeschädigte Sehne zu verletzen.

…gibt es Symptome, die auf eine Ruptur hinweisen?

„Viele Patienten klagen über eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung und Kraftverlust in der betroffenen Schulter“, weiß der leitende Oberarzt Dr. Lars Eden. Auch der nächtliche Schmerz ist typisch für Schultererkrankungen und hält den Betroffenen vom Schlafen ab. Durch den Wegfall des Muskelzuges und der eingenommenen Schonhaltung ergibt sich eine deutliche Einschränkung was die Beweglichkeit anbelangt. Ein Anheben des Armes nach vorne oder zur Seite ist kaum mehr möglich.

…wie lässt sich ein Riss der Rotatorenmanschette diagnostizieren?

Funktionstest geben erste Hinweise auf einen Sehnenriss. Hierbei prüfen Prof. Dr. Richard Stangl und OA Dr. Lars Eden in der Schultersprechstunde die Beweglichkeit und Kraft der Schulter des Patienten. Dabei wird oft festgestellt, dass bei einem vorliegenden Riss der Rotatorenmanschette der Arm nicht mehr nach vorne bewegt werden kann oder auch nicht mehr zur Seite. Zudem ist ein Kraftverlust in der Sprechstunde festzustellen. Neben der umfassenden klinischen Untersuchung komplettieren bildgebende Verfahren die Untersuchung. Auch bei einer Muskel-Sehnen-Verletzung ist eine Röntgenaufnahme, mit der nur knöcherne Strukturen dargestellt werden können, sehr wichtig. Nur so kann der Behandler verlässlich erkennen, ob die Manschette den Oberarmkopf noch stabil im Gelenk führt und ihn zentriert. Mit Ultraschall-Untersuchungen und eine MRT-Aufnahme lässt sich der Zustand der Weichteile im Inneren der Schulter beurteilen. Risse des Muskel-Sehnen-Apparates lassen sich mittels Sonografie gut darstellen. Auch etwaige Ergüsse sind so abbildbar. Den genausten Blick ins Gelenk bietet jedoch die MRT-Untersuchung. Etwaige verletzte Strukturen können so zuverlässig festgestellt werden. OA Dr. Eden betont hier: „Risse in der Rotatorenmanschette sind häufig und mit zunehmenden Alter häufen sich diese. Nicht jeder Riss muss aber einen Krankheitswert haben. Erst wenn der klinische mit dem MRT-Befund übereinstimmt und konservative Therapiemaßnahmen nicht geholfen haben, erfolgt die Empfehlung zur Operation.“