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Refluxzentrum

Bis zu 25% der Bevölkerung leiden an Sodbrennen bzw. an einer Refluxkrankheit und ist somit als Volkserkrankung zu bezeichnen. Die Refluxkrankheit, oder auch GERD (gastro-ösophageale Refluxerkrankung) wird durch ein krankhaftes Zurückfließen (Reflux) von Mageninhalt in die Speiseröhre (Ösophagus) hervorgerufen.

Ein natürlicher Ventilmechanismus am Übergang von der Speiseröhre in den Magen verhindert normalerweise den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Der Reflux von saurem Mageninhalt löst dann neben den klassischen Symptomen Sodbrennen und Schmerz hinter dem Brustbein auch Beschwerden wie Asthma, chronischer Husten und Heiserkeit aus. Als Folgen eines langjährigen und unbehandelten Refluxes können narbige Verengungen (Stenosen) und in seltenen Fällen sogar Speiseröhrenkrebs entstehen.

In den meisten Fällen kann eine Refluxkrankheit rasch diagnostiziert werden. Atypische Symptome können allerdings die Diagnostik erschweren. Hier muss die klinische Expertise durch differenzierten Einsatz von apparativer Diagnostik ergänzt werden, um dann eine passende Behandlung einleiten zu können.

Das Refluxzentrum Hoyerswerda trägt dieser Problematik Rechnung. Ein interdisziplinäres Team aus Chirurgen, Internisten und HNO-Ärzten haben sich zusammengeschlossen um für jeden Refluxpatienten die passende Diagnostik, sowie eine individualisierte konservative und operative Therapie zu finden. Wir beraten natürlich auch Patienten mit bisher fehlgeschlagener Reflux-Therapie und zu einer 2. Meinung.

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Kooperationspartner

  • Dr. med. Michael Bierbaum (niedergelassener Gastroenterologe)
    Dr. med. Sven Leuschner (niedergelassener Gastroenterologe)
    John-Chris Pollack ( niedergelassener HNO –Facharzt)
    Dr. med. Rosch ( niedergelassener HNO –Facharzt)

Die Refluxerkrankung (GERD)

Ursachen der GERD

Die Refluxkrankheit beruht in den meisten Fällen auf einer Erschlaffung des unteren Speiseröhren-Schließmuskels (unterer Ösophagussphinkter). Der Schließmuskel dichtet dabei die Speiseröhre außerhalb des Schluckaktes nicht mehr ausreichend gegenüber dem Magen ab. Besonders im Liegen und beim Bücken tritt dann saurer Mageninhalt in die Speiseröhre und reizt die Schleimhaut der Speiseröhre. Die ätzende Magensäure schädigt dabei die Schleimhaut, wodurch in vielen Fällen ein brennender Schmerz (Sodbrennen) entsteht.  Es gibt verschiedene Faktoren, die einen Reflux verursachen und somit die Refluxkrankheit begünstigen:

  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • unpassende Essgewohnheiten
  • Fettleibigkeit (Adipositas)
  • Stress
  • Alkohol, Nikotin (Rauchen)
  • Medikamente (Anticholinergika, Calciumantagonisten, Nitrate, Theophyllin, Betablocker)
Symptome und Spätfolgen
  • Sodbrennen (saures Aufstoßen, brennender Schmerz hinter dem Brustbein)
  • Druckgefühl hinter dem Brustbein
  • Mundgeruch
  • Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • Zurücklaufen von Nahrungsresten
  • Übelkeit, Erbrechen

Die Refluxkrankheit kann auch eine Reihe von Symptomen außerhalb der Speiseröhre verursachen:

  • Reizhusten (Refluxbronchitis), Auslösen oder verstärken eines Asthmas bronchiale bzw. einer chronischen Bronchitis
  • Heiserkeit durch Reflux induzierte Reizung des Rachens und Kehlkopfs
  • Schlafstörungen

Bei einer unbehandelten Refluxerkrankung können folgende, teilweise schwerwiegende Folgerkrankungen auftreten:

  • Enzündliche und/oder narbige Verengungen der Speiseröhre (Stenosen)
  • Schleimhautveränderungen der unteren Speiseröhre, des sogenannten Barrett-Ösophagus. Diese Veränderung stellt ein erhöhtes Risiko für einen Speiseröhrenkrebs dar.
Formen und Diagnostik

Je nach Enzündung der Speiseröhre (Refluxösophagitits) unterscheidet man zwischen zwei Formen der Refluxkrankheit:

  • NERD (non-erosive refllux disease): Refluxkrankheit ohne Refluxösophagitis
  • ERD (erosive reflux disease): Refluxkrankheit mit Refluxösophagitis

Zur sicheren Stellung der Diagnose einer Refluxkrankheit empfehlen die medizinischen Leitlinien eine Reihe von Untersuchungen. Am Refluxzentrum Hoyerswerda können alle diese empfohlenen Untersuchungsmethoden angeboten werden:

  • Magenspiegelung (Ösophago-Gastroskopie)
  • ph-Metrie und Impedanzmessung
  • High-Resolution Manometrie
  • Computertomographie
Behandlung der GERD

Nach der Diagnostik einer Refluxkrankheit können wir Ihnen eine ganz individuelle und leitliniengerechte Therapie anbieten.

Konservative (nichtoperative) Therapie

Die Anpassung bzw. Umstellung der Lebensgewohnheiten steht an erster Stelle im mehrteiligen (multimodalen) Behandlungskonzept:

  • Oberkörperhochlagerung nach dem Essen oder nachts
  • Gewichtsreduktion
  • Vermeiden unverträglicher Speisen oder Getränke
  • Nikotinverzicht
  • Ernährungsberatung

Die medikamentöse Therapie zur Einschränkung der Säureproduktion im Magen durch sogenannte Protonenpumpeninhibitoren ist heute ein sehr erfolgreiches Therapiekonzept. Einige Patienten bedürfen einer lebenslangen, dauerhaften Medikamenteneinnahme.

Chirurgische Therapie

Die operative Behandlung wird heute mittels minimal invasiver Techniken (Laparoskopische Verfahren, Robotisch assistiert) durchgeführt und besteht aus 2 Schritten:

  • Die Hiatoplastik (Beseitigung des Zwerchfellbruches) wird mittels Naht oder in manchen Fällen mit einer Kunststoffnetz-Verstärkung durchgeführt.
  • Die Fundoplicatio (Wiederherstellung des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen mittels Magenmanschette. Es werden momentan 2 verschiedene Formen der Fundoplicatio angeboten und bei uns routinemäßig durchgeführt:
    • Fundoplicatio nach Nissen (360°)
    • Fundoplicatio nach Toupet (270°).

Kontakt

Refluxsprechstunde

montags von 11:30 – 14:00 Uhr

Terminvereinbarungen

über das Ambulanzzentrum unter
Telefon: 03571 44-5555