Prostatakrebs erkennen

Vorsteherdrüse

Prostatakrebs erkennen und behandeln

Prostatakrebs ist eine vergleichsweise langsam wachsende Tumorart, die hauptsächlich bei Männern ab dem 60. Lebensjahr auftritt. Wird der Tumor bereits im Frühstadium erkannt, bestehen gute Aussichten auf ein beschwerdefreies Leben.

Die Prostata und ihre Funktion

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein etwa kastaniengroßes Organ, das die Harnröhre des Mannes ringförmig umschließt. Sie produziert Sekrete, die zusammen mit den im Hoden gebildeten Samenzellen und einem weiteren Sekret der Samenbläschen die Samenflüssigkeit bilden. Die Prostataflüssigkeit bietet den Spermien ein optimales Milieu zur Reifung und Fortbewegung.

Häufigkeit von Prostatakrebs

„Das Prostatakarzinom ist mit ca. 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland“, erläutert Dr. Ousman Doh, Chefarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie der Regio Kliniken. „Diese hohe Zahl lässt sich jedoch auch auf die zunehmende Sensibilisierung für das Thema sowie immer präzisere Früherkennungsuntersuchungen zurückführen.“

Prostatakrebs erkennen: Symptome und Beschwerden

Gerade bei älteren Männern entwickelt sich der Tumor an der Prostata eher langsam und verursacht gelegentlich keinerlei Beschwerden. Zunächst breitet er sich im Inneren der Prostata aus. Erst im fortgeschrittenen Stadium können sich Metastasen in anderen Körperregionen bilden.

Mögliche Symptome für Prostatakrebs:

  • Häufiges Urinieren
  • Abschwächung des Urinstrahls bis hin zum Harnverhalt
  • Blut in Sperma oder Urin
  • Im fortgeschrittenen Stadium auch Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Müdigkeit, Gewichtsverlust

Gut zu wissen: Probleme beim Wasserlassen sind nicht zwangsläufig Anzeichen für einen bösartigen Tumor. Zu unterscheiden ist das Prostatakarzinom von einer gutartigen Prostatavergrößerung, die bei nahezu jedem Mann ab 75 Jahren in unterschiedlicher Ausprägung auftritt.

Individuelle Früherkennung und Behandlung

Ab dem 45. Lebensjahr können Männer jährlich eine kostenlose Tastuntersuchung in Anspruch nehmen. Zusätzlich ist die Bestimmung des PSA-Spiegels im Blut möglich, deren Kosten jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden.

Abhängig vom Tumorstadium und Alter des Mannes genügt es häufig, das langsam wachsende Prostatakarzinom zu überwachen. Fortgeschrittene Tumore werden einer Operation oder Strahlentherapie unterzogen.

Risikofaktoren und Vorsorge

Obwohl bei jedem zehnten Mann im Laufe seines Lebens Prostatakrebs diagnostiziert wird, gibt es über die Ursache wenig gesicherte Erkenntnisse. Neben dem Alter gilt eine genetische Veranlagung als Risikofaktor. Wenngleich die meisten Erkrankungen zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr diagnostiziert werden, sind familiär vorbelastete Männer schon in jungen Jahren potenziell gefährdet.

Vermeintliche Faktoren wie zu seltene beziehungsweise häufige Ejakulationen oder Verzehr bestimmter Lebensmittel gelten gemäß aktuellem Forschungsstand als widerlegt. Ousman Doh: „Sie selbst können aktiv Einfluss auf Ihr Erkrankungsrisiko nehmen: Verzichten Sie auf das Rauchen, ernähren Sie sich ausgewogen, halten Sie ein normales Körpergewicht und bewegen Sie sich ausreichend. Damit tun Sie auch viel für Ihre Fitness und Ihr Wohlbefinden.“

Kontakt

Sana Dr. Ousman Doh

Dr. Ousman Doh

Chefarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie, Regio Kliniken

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