Die Zellen des Gebärmutterhalses erneuern sich ständig. Wenn sich die Zellen bei der Erneuerung verändern, zum Beispiel aufgrund einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), werden sie dysplastisch genannt. Das Gewebe, in dem die Zellen vorhanden sind, wird als Dysplasie bezeichnet.
Dysplasien können in unterschiedlicher Schwere vorkommen, von leicht über mittelschwer bis hin zu schwer. Eine Dysplasie wird manchmal auch als Krebsvorstufe, intraepitheliale Neoplasie oder squamöse intraepitheliale Läsion bezeichnet. Wir möchten mithilfe der Kolposkopie herausfinden, ob eine Dysplasie vorhanden ist oder nicht. Wenn eine Dysplasie vorhanden ist, muss der Grad ermittelt werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass auch eine schwergradige Dysplasie nicht gleichbedeutend mit Krebs ist. Eine Dysplasie kann sich zwar zu Krebs weiterentwickeln, was jedoch selten vorkommt und meist mehrere Jahre dauert. Sie sind hier, um sich vor Krebs zu schützen. Kein Grund zur Sorge, dass Sie Krebs haben könnten.
Kolposkopie zur Abklärung
Sie haben einen Termin für eine kolposkopische Untersuchung in unserer Praxis und fragen sich, was eine Kolposkopie überhaupt bedeutet.
Es handelt sich um eine Untersuchungsmethode, bei der wir mithilfe eines speziellen Instruments, dem Kolposkop, den Gebärmutterhals und die Scheide in 7- bis 10-facher Vergrößerung betrachten.
Der Gynäkologe sucht unter optischer Vergrößerung nach Gewebeveränderungen, wie zum Beispiel einer Dysplasie.
Was ist eine Dysplasie?
Sie nehmen auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl Platz. Es wird ein Spekulum, also ein gynäkologischer Untersuchungsspiegel eingeführt, um den Gebärmutterhals und die Scheide sichtbar zu machen.
Der Gynäkologe untersucht Gebärmutterhals und Scheide unter optischer Vergrößerung und trägt 5% ige Essigsäurelösung und später 3% ige Jodlösung auf. Sofern notwendig, wird mit einer speziellen Biopsiezange eine oder mehrere Gewebeproben - kleine ca. max. 3 mm große Gewebestücke - entnommen. Manchmal ist es notwendig eine Gewebeprobe aus dem Gebärmutterhalskanal zu entnehmen. Diese wird mit einer Kürette, einer Art kleinem Löffel gemacht. Weil dieses kaum schmerzhaft ist, kann die Probe ohne lokale Betäubung oder Narkose entnommen werden.
Die Probenentnahme kann leichte Beschwerden und Blutung hervorrufen. Die Blutung kann, falls sie überhaupt auftritt, mit einer Tamponade, einer Art speziellen Tampon oder durch Auftragen einer gerinnungsstimulierenden Substanz gestillt werden. Die Tamponade wird durch den untersuchenden Arzt entfernt.
Wenn Sie möchten, können Sie die gesamte Untersuchung auf einem Monitor mitverfolgen.
Falls Sie eine Behandlung mit geringstmöglichen Schmerzen wünschen, können wir Ihnen als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) eine Sedierung mit Lachgas anbieten. Dies würde Sie 25€ kosten.
Sprechen Sie uns gerne darauf an.
Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen, zögern Sie bitte nicht uns anzusprechen.
Ein unauffälliges Ergebnis wird Ihrem zuweisenden Frauenarzt zugesandt. Sollten weitere Untersuchungen erforderlich sein, werden wir uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.