Bereits in den letzten Schwangerschaftswochenbereitet sich das Baby auf das Stillen vor und übt das Trinken und Saugen. Der natürliche Saug- und Suchreflex bereitet es optimal auf die Nahrungsaufnahme nach der Geburt vor. Die Bedeutung des Stillens erstreckt sich dabei weit über die reine Ernährung. Es spielt vielmehr eine entscheidende Rolle in der gesundheitlichen Entwicklung von Mutter und Kind, stärkt deren Bindung und unterstützt das Neugeborene in sämtlichen körperlichen und geistigen Reifungsprozessen.
Geburtsklinik
Rund ums Stillen

Stillendes Baby
Stillen ist eines der wichtigsten Grundbedürfnisse Ihres Kindes und bedeutet viel mehr als nur Nahrungsaufnahme. Wir stehen Ihnen und Ihrem Kind in der ersten Zeit des Kennenlernens daher gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Unsere Mitarbeitenden sind nach den Richtlinien des Zertifikats „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgebildet und fokussieren eine persönliche Pflege nach dem Prinzip des „Primary nursing“, das die frühe intensive Bindung zwischen Eltern und Kind unterstützt und auch bei Problemen meistens ein erfolgreiches Stillen ermöglicht. Sollte nicht gestillt werden, stehen schonende und wenig belastende Methoden zum Abstillen zur Verfügung und eine Anleitung zur Säuglingsernährung.
Die Bedeutung des Stillens
Muttermilch besteht zu 87,5 Prozent aus Wasser. Die restlichen 12,5 Prozent haben es aber im wahrsten Sinne des Wortes in sich:
Neben Millionen lebender Zellen (unter anderem Stammzellen und weiße Blutkörperchen) sind Milchzucker und weitere Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße enthalten. Muttermilch liefert damit alle notwendigen Nährstoffe in idealer Zusammensetzung und bietet so die Grundlage für eine gesunde Entwicklung sowie einen natürlichen Schutz gegen verschiedene Erkrankungen.
Die Mutter kann über das Stillen zudem Antikörper aus früheren Erkrankungen, Infektionen und Impfungen an das Kind weitergeben und fördert somit grundlegen dessen Immunabwehr. Gleichzeitig unterstützt das Saugen an der Brust die gesunde Entwicklung des Kiefers und wirkt sich damit positiv auf die spätere Zahnstellung beim Kind aus. Die enge Bindung durch das Stillen fördert darüber hinaus die emotionale Sicherheit und schafft eine lebenslange Vertrauensbasis zwischen Mutter und Kind.
Stillende Mütter senken dosisabhängig ihr Risiko für verschiedene Krankheiten und Komplikationen. So unterstützt das Stillen etwa die Rückbildung der Gebärmutter, wodurch es seltener zu postpartalen Blutungen kommt.
Ein weiter Vorteil ist die natürliche Regulation des prä- und postnatalen Gewichts. Auch das Risiko für Diabetes, Brust- und Eierstockkrebs, Osteoporose oder Herz-Kreislauferkrankungen kann durch Stillen gesenkt werden. Zudem trägt es dazu bei, die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken und mindert so das Risiko für eine postnatale Depression.
Das gestillte Baby sollte in den ersten Wochen keine Flasche oder Schnuller bekommen, da in den ersten Lebenswochen das Risiko einer Saugverwirrung besonders hoch ist.
Besteht eine medizinische Notwendigkeit des Zufütterns, wird dieses an der Brust, per Löffel oder Becher durchgeführt.
In den ersten Tagen ist eine Gewichtsabnahme von 5-7% des Geburtsgewichtes normal. Das Geburtsgewicht sollte nach ca. zwei Wochen wieder erreicht sein. Anfangs nimmt das Baby pro Woche 180 bis 330 Gramm oder mehr zu. Ab dem 3. Lebenstag sind 5-6 nasse Windeln pro Tag und mindestens dreimal Stuhlgang täglich ein Zeichen, dass Ihr Kind ausreichend versorgt ist.
Bei Schmerzen an der Brust, Schmerzen während des Stillens und bei beanspruchten Brustwarzen melden Sie sich bitte bei unserem beratenden Personal.
Wenn Sie sich für eine Flaschenernährung entschieden haben, erfolgt eine Beratung rund um die bindungsfördernde Flaschenfütterung, bezüglich der Zubereitung, Fütterung und Hygiene.


