Medizinische SchwerpunkteRotatorenmanschetten-Ruptur

Die Schulter ist aufgrund ihres hohen Bewegungsumfanges relativ verletzungsanfällig. Zum Beispiel beim Sportler mit Überkopfsportarten, aber auch mit zunehmendem Alter können Risse in der Rotatorenmanschette auftreten (Sehnenplatte der Oberarmkopf-umgreifenden Muskulatur). Prinzipiell gibt es verschiedene Entstehungsmechanismen. Der rein aufgrund eines Unfalls entstandene Riss einer gesunden Sehne ist dabei eher selten und erfordert eine große Krafteinwirkung beim Unfallgeschehen. Häufiger sind schleichend aufgrund von Sehnenabnutzung entstandene Risse oder die Kombination aus beiden, d.h. durch einen Unfall reißt eine bereits vorgeschädigte Sehne ab.

Symptome

Wird ein Riss der Rotatorenmanschette festgestellt, bestehen oft schon seit Monaten oder Jahren Schulterschmerzen in unterschiedlicher Intensität. Beschwerden treten häufig bei Arbeiten in Überkopfhöhe auf. Aufgrund der oft gleichzeitig vorliegenden Entzündung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach treten zudem oft  Entzündungsschmerzen nachts auf. Durch die fehlende Kraft aufgrund der gerissenen Sehnen, sowie aufgrund der Schmerzen kommt es häufig auch zu Einschränkungen der Beweglichkeit. Im Extremfall kann direkt nach einem Sturzereignis der Arm fast nicht mehr bewegt werden.

Diagnostik

Zunächst wird vom Arzt die genaue Krankheitsgeschichte erhoben und eine klinische Untersuchung mit verschiedenen Tests durchgeführt. Röntgenaufnahmen zeigen die Stellung des Gelenkes, Verschleißerscheinungen des Gelenkes sowie Verkalkungen, die zu einem schmerzhaften Engpass unter dem Schulterdach führen können. Bei Schmerzen nach einem Sturzereignis sowie chronischen Schulterschmerzen sollten weitere Untersuchungen wie z.B. eine Kernspintomographie durchgeführt werden.

Behandlung

Zur Behandlung stehen prinzipiell die konservative und die operative Maßnahme zur Verfügung. Die jeweilige Entscheidung für eine der beiden Therapien muss dabei im Einzelfall individuell gestellt werden und hängt von vielen Faktoren ab. Dabei spielt die Lokalisation des Sehnenrisses, die Schmerzintensität, die Einschränkung im Alltagsleben, sowie der Aktivitätsgrad und sportliche/berufliche Anspruch des betroffenen Patienten eine Rolle. Von Bedeutung sind ferner Größe und Alter des Risses, sowie degenerative Veränderungen des gerissenen Sehnengewebes.  An konservativen Maßnahmen kommen Krankengymnastik in Verbindung mit entzündungshemmenden Medikamenten oder auch Injektionen zur Anwendung.

Führt dies nicht zum Erfolg oder liegen massive Schmerzen vor, sollte eine Operation nicht zu lange hinausgeschoben werden. Bei der Operation wird zunächst durch eine Arthroskopie (Schulterspiegelung) die Situation genau beurteilt und über weitere Maßnahmen entschieden. Begleitend wird häufig eine knöcherne Enge unter dem Schulterdach behandelt und der entzündete Schleimbeutel entfernt. Je nach Art des Risses erfolgt eine arthroskopische oder „mini-offene“ Behandlung des Risses der Sehnenplatte.

Die Nachbehandlungsschemata entnehmen Sie bitte der entsprechenden Seite unserer Homepage.