Medizinische SchwerpunkteVordere Kreuzbandruptur

Das Kniegelenk weist einen komplexen Aufbau aus Bändern, Sehnen und Menisken auf. Den Kreuzbändern kommt vor allem die Aufgabe der Stabilisation des Gelenkes nach vorne und hinten zu. Sie verlaufen zentral im Kniegelenk zwischen Oberschenkel und Unterschenkel. Eine Verletzung der  Bandstrukturen kommt oft bei Sportunfällen und nach Stürzen vor. Eine häufige und oft schwerwiegende Verletzung stellt der Riss des vorderen Kreuzbandes dar.

Symptome

Typische Akutsymptome nach Unfall sind Schmerzen sowie eine rasch zunehmende Schwellung des Kniegelenkes, bedingt durch einen sich ausbreitenden Bluterguss.

Handeln Sie bei Verdacht auf eine Kreuzbandverletzung nach dem PECH-Schema:

  • P wie Pausieren/Unterbrechen der sportlichen Aktivität,
  • E wie Eis zur lokalen Kühlung des Kniegelenks,
  • C wie Compression, also einen Druckverband anlegen und
  • H wie Hochlagern der verletzten Extremität.

Diagnostik

Typischerweise ist ein deutlicher Gelenkerguss erkennbar bei schmerzhaft eingeschränkter Kniebeweglichkeit. Röntgenaufnahmen dienen dem Ausschluss eines Knochenbruches. Mit Hilfe der Kernspintomographie (MRT) werden Verletzungen von Bändern und Menisken mit hoher Sensitivität festgestellt. Nach Abschwellen des Kniegelenkes, oft nach 7-14 Tagen, ist dieses einer genaueren Untersuchung zugänglich, insbesondere einer Überprüfung der Stabilität. Manchmal erbringt erst eine Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) den definitiven Nachweis einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes.

Behandlung

Der Verlust des vorderen Kreuzbandes führt zu einer vermehrten Scherbelastung des Gelenkknorpels sowie der Menisken am Knie, so dass ein frühzeitiger Knorpelschaden und Läsionen der Menisken auftreten können. Insbesondere bei jüngeren, aktiven Patienten ist der operative Ersatz des vorderen Kreuzbandes anzuraten, gerade bei Vorliegen einer Instabilitätssymptomatik. Liegen Begleitverletzungen des Meniskus sowie des Gelenkknorpels vor, so spricht dies ebenfalls für einen Ersatz des vorderen Kreuzbandes. Dieser erfolgt typischerweise mit körpereigenem Sehnengewebe vom Oberschenkel (Sehne des Musculus semitendinosus/ gracilis). Die Operation wird minimal-invasiv, unter Verwendung einer speziellen Kameratechnik (Arthroskopie) durchgeführt.  Die zur Platzierung und Fixierung des Transplantates notwendigen Techniken erfolgen unter Beachtung der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse. An die Operation schließt sich eine intensive Nachbehandlung an. Das Nachbehandlungsschema entnehmen Sie bitte der entsprechenden Seite unserer Homepage.