Lungenkrebs: Früherkennung und gezielte Therapie
Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten weltweit und zählt nach wie vor zu den führenden Krebstodesursachen. In Deutschland ist Lungenkrebs bei Männern die häufigste, bei Frauen die zweithäufigste Krebstodesursache nach Brustkrebs.
Während die Häufigkeit bei Männern in den letzten Jahrzehnten leicht zurückging, steigt sie bei Frauen kontinuierlich an – vor allem bedingt durch den früher zunehmenden Zigarettenkonsum. Da Lungenkrebs oft erst 20–30 Jahre nach der Rauchexposition auftritt, spiegeln die heutigen Zahlen die Rauchgewohnheiten vergangener Jahrzehnte wider.
Trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten versterben leider noch viele Patienten an Lungenkrebs. Ein Grund dafür ist, dass etwa die Hälfte der Fälle erst im fortgeschrittenen, metastasierten Stadium entdeckt wird, in dem eine Heilung nur selten möglich ist. Frühstadien zeigen meist nur unauffällige Symptome wie leichten Husten, den Raucher oft als normal empfindet. Typische Warnzeichen wie Bluthusten, Heiserkeit, Brustschmerzen, Atemnot oder ungewollter Gewichtsverlust treten meist erst in späteren Stadien auf.
Deshalb ist es besonders wichtig, Lungenkrebs früh zu erkennen und vorzubeugen. Der wichtigste Schritt ist Rauchstopp – auch E-Zigaretten oder sogenannte Heat-not-Burn-Produkte enthalten weiterhin krebserregende Substanzen und sind keine sichere Alternative. Darüber hinaus sollte jeder Husten oder anhaltende Heiserkeit über zwei Wochen ärztlich abgeklärt werden.
Für eine erfolgreiche Diagnostik und Behandlung ist die enge Zusammenarbeit aller Fachrichtungen entscheidend. Im Lungenzentrum des Sana Klinikums Hof arbeiten Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und niedergelassene Fachärzte eng zusammen, um für jeden Patienten eine individuell zugeschnittene Therapie nach aktuellen Leitlinien zu gewährleisten.
Ablauf - Diagnose und Behandlung von Lungenkrebs
Die Diagnose von Lungenkrebs ist heute der entscheidende Schritt für die Behandlung. Um herauszufinden, um welche Tumorart es sich handelt, werden meist Gewebeproben entnommen – standardmäßig durch eine Bronchoskopie, bei der ein dünnes Endoskop über Mund oder Nase eingeführt wird. Auch Tumore oder Lymphknoten neben den Atemwegen können auf diese Weise untersucht werden.
Diagnose ist entscheidend für die Therapie
Die histologische (feingewebliche) Bestimmung des Tumors ist zwingend notwendig.
Standardmethode: Bronchoskopie – ein ca. 5 mm dünnes Endoskop, das über Mund oder Nase eingeführt wird, um die Atemwege zu untersuchen und Tumorproben zu entnehmen.
Spezielle Geräte mit Ultraschall ermöglichen auch die Entnahme von Proben aus Tumoren oder Lymphknoten neben den Atemwegen.
Für bestimmte Fälle (z. B. Brustfellerguss) gibt es spezielle Spiegelungen zur Probenentnahme.
Bei kleinen, gut zugänglichen Tumoren kann manchmal direkt operiert werden, wobei die Diagnose während der Operation erfolgt („Diagnose = Therapie“).
Früher vs. heute: Überlebenschancen
Früher: weniger als 5 % der Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs überlebten 5 Jahre.
Heute: durch gezielte Genanalyse, Immuntherapie und moderne Therapiestrategien können selbst Patienten mit Fernmetastasen teilweise 30 % Überlebensrate nach 5 Jahren erreichen.
Bei lokal fortgeschrittenem Krebs (Lymphknotenbefall zwischen den Lungen) kombinieren Ärzte Strahlen- und Chemotherapie, oft gefolgt von Immuntherapie, wodurch sich die 4-Jahres-Überlebensrate deutlich verbessert (von 36 % auf knapp 50 %).
Behandlungsansätze je nach Stadium
Frühe Stadien: Operation ist erste Wahl, zunehmend minimal-invasiv („Schlüsselloch“-Chirurgie) statt klassische Öffnung des Brustkorbs.
Nachbehandlung: Abhängig von Lymphknotenbefall und genetischen Tumormerkmalen kann eine Chemotherapie oder zielgerichtete Therapie folgen.
Fortgeschrittene Tumore: Forschung zielt darauf ab, Tumore zunächst mit Immun- oder Immunchemotherapie zu verkleinern, um sie operabel zu machen. Das ist laut Text bald Standard.
Wichtige Botschaft
Diagnose + molekulare Analyse = Grundlage der Therapie. Ohne qualifizierte Pathologie kann heute keine Therapieentscheidung getroffen werden.
Moderne Behandlungsmethoden, inklusive Immuntherapie, haben die Überlebenschancen und Lebensqualität deutlich verbessert.
Minimal-invasive Operationen, personalisierte Therapien und innovative Kombinationen von Chemo-, Strahlen- und Immuntherapie prägen die aktuelle Standardbehandlung.