Medizinische Schwerpunkte

Septische Chirurgie / Tumore

Septische Chirurgie

Infektionen an Knochen, Gelenken und Weichteilen bedürfen einer differenzierten Herangehensweise, da diese oft mit Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus, arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) und venöser Insuffizienz einhergehen. So kann es insbesondere bei schweren Verletzungen, wie bei offenen Brüchen, zu akuten oder chronischen Infektionen kommen. Diese Infektion kann im Knochen, in den Gelenken und in den umgebenden Weichteilen, oder auch im Bereich eines künstlichen Gelenks (Endoprothese) oder eines chirurgischen Implantats auftreten.

Eine frühzeitige Erkennung der Infektion und eine umfassende Behandlung können eine oft lange Krankheitsdauer und Behandlungszeit mindern und Dauerfolgen wie Defekte der Haut- und Weichteile für den Betroffenen verhindern. Die Behandlung der Infektionen des Bewegungsapparates erfolgt in der Regel stationär. Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist die frühzeitige und langfristige Beruhigung des Infekts.

Die Infektsanierung beinhaltet dabei die vollständige Entfernung der betroffenen Gewebeanteile und Implantate, gegebenenfalls unter Mitnahme von Knochenanteilen, sowie die Ruhigstellung des betroffenen Körperabschnittes ohne das Einbringen von weiterem Fremdmaterial. Sofern eine Stabilisierung des Knochens und/oder der Gelenke erforderlich ist, finden äußere Spanner (Fixateur externe) Anwendung.

Neben der Wiederherstellung der Durchblutung durch minimal-invasive Verfahren (Ballondilatation) können Defekte an Knochen und Geweben durch Gewebeverpflanzung und Knochenzüchtungen rekonstruiert werden.

In Zusammenarbeit der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie sowie der Klinik für Hand-, Plastische und Mikrochirurgie des Karl-Olga-Krankenhauses sind auch große Defekte durch Haut-Muskeldeckungen (Lappenplastiken) heilbar.

Tumore

An Knochen, Gelenken und Muskeln kann sich eine Vielzahl von gutartigen, aber auch bösartigen Tumoren bilden. Sie sind insgesamt selten, ihre Behandlung kann aber sehr aufwendig sein und insbesondere bei bösartigen Läsionen die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen erforderlich machen.

Am Beginn einer Behandlung steht die genaue diagnostische Abklärung eines tumorverdächtigen Befundes mit bildgebenden Untersuchungen (Ultraschall, Röntgen, CT, MRT) und häufig einer Gewebeentnahme (Biopsie). Wird dabei eine bösartige Erkrankung festgestellt, so besprechen wir das weitere Vorgehen in der interdisziplinären Tumorkonferenz. Darüber hinaus kooperiert das Karl-Olga-Krankenhaus mit dem Onkologischen Schwerpunkt Stuttgart.

Operative Techniken der Behandlung von Knochentumoren erfordern neben der Entfernung des Krankheitsherdes die Stabilisierung und Wiederherstellung des Gewebes. Dazu kommen Methoden der Knochentransplantation, Metallimplantate und spezielle Endoprothesen zum Gelenkersatz zur Anwendung.

Für die interdisziplinäre Betreuung von Patienten mit Knochenmetastasen arbeiten wir eng mit unseren onkologischen Partnern zusammen.