Rummelsberg,
20
November
2025
|
14:50
Europe/Amsterdam

1.000 Patientin in der Gastroenterologie in Rummelsberg

Knapp ein halbes Jahr nach Eröffnung wird das ambulante Angebot für Magen- und Darmspiegelungen gut genutzt – und weiter ausgebaut

Zusammenfassung

Fast exakt sechs Monate nach der Eröffnung der Klinik für Gastroenterologie am Krankenhaus Rummelsberg hat Chefarzt Dr. Adrian Vizireanu den 1.000 ambulanten Patienten begrüßt. „Ich freue mich, dass dieses Angebot an unserer Klinik sich in so kurzer Zeit etabliert hat. Wir haben aber weiterhin freie Kapazitäten für ambulante Magen- und Darmspiegelungen und bauen unser Angebot weiter aus“, so Geschäftsführer Frank Stauch.

Die Zahlen sprechen für sich: 350 stationären Endoskopien für den oberen und unteren Verdauungstrakt stehen 1.000 ambulante Koloskopien und Gastroskopien gegenüber. Wenn Mediziner von Koloskopie sprechen, meinen sie damit eine Darmspiegelung, bei einer Gastroskopie ist eine Magenspiegelung gemeint. Bei den stationären Endoskopien sind die Organe des oberen Verdauungstraktes, also Speiseröhre, Magen und Dünndarm, häufiger in Rummelsberg gespiegelt worden, als die Organe im unteren Verdauungstrakt, namentlich Dickdarm, Rectum, Anus. Bei den ambulanten Fällen ist bei den Darmspiegelungen ein deutliches Übergewicht festzustellen. Aber auch die Kombination aus Magen- und Darmspiegelung wird in der Klinik für Gastroenterologie um Chefarzt Dr. Adrian Vizireanu angeboten und wahrgenommen. Der Mediziner ist zufrieden, wenn er auf die ersten sechs Monate seines Wirkens zurückblickt. „Wir haben hier eine eigene Klinik in Rekordzeit aus der Taufe gehoben. Selbstverständlich haben wir noch mehr Kapazitäten, aber unser ambulantes und stationäres Angebot an der Klinik in Rummelsberg muss sich noch weiter herumsprechen – sowohl bei den Patienten als auch bei den niedergelassenen Kollegen“, betont Vizireanu.

Zwei Endoskopie-Türme mit KI im Einsatz

Knapp eine Million Euro hat das Krankenhaus Rummelsberg für die Leistungserweiterung in den Bereich der Gastroenterologie im Frühjahr 2025 investiert. Im Eingangsbereich des Laurentiushauses wurden mehrere Räume umgebaut, so dass eine hochmoderne Endoskopieabteilung entstanden ist. Nachdem zum Start einer der angeschafften Endoskopie-Türme mit einem Künstliche-Intelligenz-Modul ausgestattet war, sind es mittlerweile beide. Dazu Dr. Vizireanu: „Bei der Untersuchung weist das Modul den Arzt auf kleinste Veränderungen der Schleimhäute hin. So können Veränderungen auch dann entdeckt werden, wenn Sie für den Arzt aufgrund der Anatomie des Darms oder der geringen Größe nur schwer zu erkennen sind. Die Nachfrage der Patienten war so groß, dass die Geschäftsführung auch den zweiten Turm mit KI ausgestattet hat.“

Bei neun von zehn Patienten wird Darmkrebs gänzlich vermieden

1.000 Patienten haben seit der Eröffnung Mitte April das ambulante Angebot an der Klinik für Gastroenterologie bislang wahrgenommen. Vizireanu wünscht sich, dass seine Klinik noch mehr Zulauf erhält, denn: „Mit einer Darmspiegelung kann Krebs schnell aufgespürt und auch verhindert werden. Vorformen können frühzeitig erkannt und entfernt werden. Damit können wir bei neun von zehn Patienten Darmkrebs sogar gänzlich verhindern. Ab dem 50. Lebensjahr haben gesetzlich Versicherte sogar einen Anspruch auf eine solche Maßnahme. Nehmen Sie dieses Angebot wahr und sprechen Sie mit ihrem Hausarzt, der Sie dann an uns überweist!“ Sollten Vorerkrankungen in der Familie bekannt sein, wird die Untersuchung auch vor dem 50. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen. Hier gilt laut Vizireanu die Devise: „Zehn Lebensjahre vor dem Bekanntwerden der Erkrankung des Angehörigen sollte eine Untersuchung durchgeführt werden. Das heißt, wenn jemand aus der Familie mit 45 Jahren erkrankt ist, sollte mit 35 Jahren der Gastroenterologe aufgesucht werden. Diese Untersuchungen werden dann von der Kasse auch übernommen.“

Bis zu 15 Patienten am Tag

Bei einer Darmspieglung wird der gesamte Dickdarm begutachtet und auf Polypen oder krebsverdächtiges Gewebe untersucht. Dazu wird ein flexibler Schlauch über den After in den Darm eingebracht. Dieser Schlauch, auch Koloskop genannt, ist mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet, mit der das Darminnere betrachtet werden kann. Für den Fall, dass verdächtige Schleimhautstellen entdeckt werden, kann eine Probe entnommen werden, die anschließend untersucht wird. Bis zu 15 Patienten kann das Team um Vizireanu pro Tag untersuchen. Dass man sich im Vorfeld der Untersuchungen mehr Gedanken macht, als eigentlich notwendig, das kann auch Patientin Carola Stöhr bestätigen. Sie wurde nach Ihrer Spiegelung mit einem Blumenstrauß überrascht – schließlich war sie die 1.000 ambulante Person am Krankenhaus Rummelsberg, die eine Spiegelung erhalten hat. „Es ist ein unangenehmes Thema, worüber man nicht gerne spricht. Aber mit so einer kurzen Untersuchung kann Schlimmeres vermieden werden – und man hat danach Gewissheit. Ich kann diese Vorsorgeuntersuchung nur wärmstens empfehlen. Das Team um Dr. Vizireanu ist sehr einfühlsam“, so Stöhr, die in Henfenfeld wohnt.

Gastroenterologisches Angebot wird kontinuierlich erweitert – Zentrum angestrebt

Was das gastroenterologische Angebot betrifft, ist es erst der Anfang an der Klinik. Um Bewegungsstörungen im Verdauungstrakt zu diganostizieren, wird eine gastrointestinale Manomentrie angeboten. Sie wird eingesetzt, wenn organische Ursachen für Schluck- und Stuhlentleerungsstörungen ausgeschlossen sind. In Sachen Reflux, wenn also Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt und chronisches Sodbrennen, saueres Aufstoßen oder Beschwerden wie Husten, Heiserkeit und Schluckbeschwerden verursacht, gibt es ebenfalls Untersuchungsmöglichkeiten. „Hier steht uns eine Impedanzmessung zur Verfügung, mit der wir sowohl saure als auch nicht-saure Rückflüsse erkennen können, aber auch eine pH-Metrie, um den pH-Wert in der Speiseröhre über einen Zeitraum von 24 Stunden zu erfassen“, so Vizireanu. Eine Kapselendoskopie, wo eine Minikamera in Pillenform verschluckt wird und den Magen-Darm-Trakt durchquert, gehört ebenfalls zum diagnostischen Repertoire der Klinik. Diese Methode wird für eine Untersuchung des Dünndarms angewandt, da dieser mit herkömmlichen Endoskopen nur schwer zu erreichen ist. „Blutungsquellen können dadurch entdeckt werden oder auch Wucherungen wie Polypen oder Tumor“, erklärt Vizireanu. 50.000 bis 60.000 Bilder von der Darmwand werden übertragen, bis die Kapsel auf natürlichem Wege ausgeschieden wird. „Wir finden für jeden Patienten die richtige Untersuchungsmethode. Eine Kapseldendoskopie wird allerdings erst durchgeführt, wenn eine Magen- oder Darmspiegelung negativ ausfällt“, so der Gastroenterologe. Eine endoskopisch-retrograde Cholangio Pankreatikographie (ERCP) zur Untersuchung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen und eine Endosonografie zur Generierung von hochauflösenden Bildern von inneren Organen komplettieren das derzeitige Angebot der Klinik für Gastroenterologie in Rummelsberg. Wenn es nach Chefarzt Vizireanu geht, soll Rummelsberg künftig ein Zentrum für chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden. Aktuell absolvieren die Rummelsberger Ärzte aus seiner Klinik an der Universitätsklinik in Großhadern die Munich Masterclass of Gastroenterology, ein Fortbildungsangebot für fortgeschrittene Weiterbildungsassistenten in der Gastroenterologie.

Informationsveranstaltung im Dezember

Für Patienten und Interessierte gibt es am Mittwoch, 3. Dezember um 17 Uhr die Möglichkeit zu einer Informationsveranstaltung mit dem Thema „Vor- und Nachsorge in der Gastroenterologie“ im Krankenhaus Rummelsberg. Dabei wird Chefarzt Dr. Adrian Vizireanu die neuesten Studienergebnisse präsentieren, die kürzlich veröffentlicht wurden.

 

1000 Patientin in der Gastroenterologie

Weil sie die 1.000 ambulante Person war, die eine Spiegelung in der Klinik für Gastroenterologie am Krankenhaus Rummelsberg durchführen hat lassen, wurde Carola Stöhr mit einem Blumenstrauß überrascht. Überreicht wurde der Strauß von Chefarztsekretärin Sandra Krella (links) und Chefarzt Dr. Adrian Vizireanu (rechts im Bild).

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Über das Krankenhaus Rummelsberg

Das Krankenhaus Rummelsberg, in der Trägerschaft der Sana Kliniken AG, verfügt über 350 Betten und ist südöstlich von Nürnberg gelegen. Das Lehrkrankenhaus der Universität Erlangen-Nürnberg ist in den Fachbereichen Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Neurologie, Innere Medizin und Geriatrische Rehabilitation weit über die Grenzen der Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen hinaus bekannt und spezialisiert. Medizinische und pflegerische Fachkompetenz prägen die Arbeit im Krankenhaus Rummelsberg. Rund 13.500 stationäre und 23.000 ambulante Patienten werden hier jährlich versorgt. Zwischen 2023 und 2027 wird das bisherige Wichernhaus durch ein hochmodernes Klinikgebäude ersetzt. Die Baumaßnahme in Höhe von 140 Millionen Euro wird teilweise durch den Freistaat Bayern gefördert. Mehr Informationen unter www.krankenhaus-rummelsberg.de.

Über die Sana Kliniken AG