"Die Klinik ist mein Kind"
- Chefärztin Dr. Karin Schmidt geht Ende Januar 2026 in den Ruhestand
- Versierte Altersmedizinerin hat Klinik für Geriatrie über 30 Jahre mitaufgebaut und mitgeprägt
- Neue Diagnose- und Therapieverfahren ermöglichen ganzheitlichere Behandlung älterer, multimorbider Patienten
Sie ist die Expertin für Altersmedizin in der Niederlausitz: Dr. Karin Schmidt. Vor mehr als 30 Jahren hat die versierte Ärztin die Klinik für Geriatrie der Sana Kliniken Niederlausitz (SKN) mitaufgebaut und bis heute Maßstäbe in der Betreuung von älteren, oft multimorbiden Patienten gesetzt. Ende Januar geht die Chefärztin in ihren wohlverdienten Ruhestand. Die Nachfolge ist bereits geregelt: Dr. Josef Nees übernimmt ab dem 1. Februar die Chefarztposition.
Dr. Karin Schmidt ist eine Instanz in den Sana Kliniken Niederlausitz. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist sie mit ihrer ärztlichen Expertise Teil der Klinik für Geriatrie. Kein anderer Chefarzt des Niederlausitzer Gesundheitsversorgers ist so oft mit seinem Team und der kompletten Klinikausstattung umgezogen wie sie. Kein anderer ärztlicher Leiter in SKN hat eine Fachabteilung so lange geprägt und mitgestaltet wie sie. „Mir war immer wichtig, die Perspektive eines Patienten einzunehmen und zu schauen, was er in seiner Situation braucht“, erklärt die versierte Fachärztin für Innere Medizin, die auf Geriatrie und Naturheilverfahren spezialisiert ist. Diesem Leitgedanken ist sie in all den Jahren treu geblieben.
Mehr als drei Jahrzehnte hat Dr. Karin Schmidt die Klinik für Geriatrie der Sana Kliniken Niederlausitz geprägt. Ende Januar geht die Niederlausitzer Expertin für Altersmedizin in ihren wohl verdienten Ruhestand.
Zurück in die Lausitzer Heimat
Dr. Karin Schmidt ist ein Kind der Lausitz. Nach ihrem Medizinstudium in Magdeburg kehrte die gebürtige Klettwitzerin zurück in ihre Heimat. Sie absolvierte ihre Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin im Bergmannskrankenhaus Klettwitz, arbeitete als Stationsärztin in der Inneren Abteilung. Als sie 1994 zur Chefärztin der frisch gegründeten Geriatrischen Klinik berufen wurde, da konnten sich in der Lausitz nur wenige etwas unter dieser medizinischen Fachrichtung vorstellen, die sich mit den Erkrankungen und Bedürfnisse älterer Patienten befasst.
Klinikausstattung selbst ausgewählt
„Ich habe Anfang der 1990er-Jahre mehrere Monate in verschiedenen Kliniken in Deutschland hospitiert und mir überall das Beste herausgesucht“, erzählt Dr. Karin Schmidt und erinnert sich: „Wir hatten damals für die neue Station die modernsten Betten bestellt, die es gab. Elektrisch bewegbar in vier Ebenen. Wir sind damals extra zu Messen gefahren und ich habe mich in die Betten gelegt und ausprobiert, wie das Aufstehen am einfachsten klappt, wenn zum Beispiel ein Bein gebrochen ist.“ Ihren Blick für die pragmatischen Herausforderungen, die ältere und hochbetagte Menschen im Alltag bewältigen müssen, hat sie sich in all den Jahren bewahrt. „Unser Ziel ist immer, unsere Patienten so mobil und selbstständig wie möglich zu entlassen. Deswegen schauen wir genau, was sie brauchen, wenn sie wieder nach Hause gehen – welche Hilfsmittel, Medikamente oder weiteren Therapien“, erklärt die Chefärztin.
Arbeitsalltag auf der Station zwischen Patientenbett, Schreibtisch und Visitewagen: Mehr als 30 Jahre lang hat sich Dr. Karin Schmidt mit ihrem multiprofessionellen Team um hochbetagte und oft multimorbide Patienten gekümmert.
Breitere Diagnostik und neue Therapiemöglichkeiten
Ihr Fachbereich hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt. „Wir können heute viel genauer diagnostizieren, haben eine größere Auswahl an therapeutischen Möglichkeiten und deutlich schonendere OP-Verfahren. Der Balanceakt besteht darin, zwischen Machbarem und Sinnvollem abzuwägen. Das ist von Patient zu Patient sehr individuell und hängt von seiner Lebenssituation und der Lebensqualität ab“, betont Dr. Karin Schmidt. Bei dem Ziel, Patienten so viel Lebensqualität und Selbstständigkeit wie machbar zu ermöglichen, haben auch Behandlungsformen wie Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. In der Klinik für Geriatrie in Lauchhammer bekommt das Therapeutenteam dabei seit mehreren Jahren vierbeinige Unterstützung; zuerst durch die Therapiehündin Heidi, die bereits im wohlverdienten Ruhestand ist, und aktuell durch die Therapiehündin Mercedes.
Hand in Hand für die Patienten
„Die Klinik ist mein Kind. Aber alles, was in den mehr als 30 Jahren entstanden ist, wäre ohne die Zusammenarbeit der Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter, Psychologen und Pflegekräfte nicht möglich gewesen. Das schafft man nur Hand in Hand“, unterstreicht die Chefärztin den allgegenwärtigen Teamgedanken. Sie wünscht sich, dass der Fokus auf den Patienten bleibt, die in der Klinik begleitet werden – mit Empathie und Verständnis: „Ältere Menschen haben viel zu wenig Lobby. Viele Patienten lernen bei uns erst wieder zu sprechen, werden wieder aufgeschlossen und motiviert.“
Das Geheimnis des Älterwerdens
Wer sich so intensiv mit dem Älterwerden auseinandergesetzt hat wie Dr. Karin Schmidt, der kennt vielleicht das Geheimnis eines langen, erfüllten Lebens? Die Ärztin hat ihre Antwort auf diese Frage gefunden: „Man kann fast alles machen – aber nicht in Massen, sondern in Maßen. Kommunikation, Freundschaften und den Moment bewusst genießen, das ist wirklich wichtig.“
Das möchte die Klettwitzerin auch in ihrem Ruhestand. Die Mutter zweier erwachsener Töchter ist inzwischen stolze Oma von fünf Enkelkindern. Mit ihnen und ihrem Mann möchte sie die neue freie Zeit genießen, auf Reisen gehen und sich ihrem Garten widmen. Bodenständig, in Maßen und mit der nötigen Ruhe.
Die Nachfolge ist bereits geregelt: Dr. Josef Nees übernimmt ab dem 1. Februar die Chefarztposition.