Senftenberg,
21
Mai
2026
|
09:03
Europe/Amsterdam

Entscheidung fürs Leben

Welt-Organspende-Tag: Organspende verstehen und Entschluss bewusst treffen

Zusammenfassung
  • Welt-Organspende-Tag: Warum es so wichtig ist, eine Entscheidung zu treffen
  • Verständlich und transparent: Sana Kliniken Niederlausitz bieten kostenfreie Info-Veranstaltung am 3. Juni im Krankenhaus Senftenberg
  • Der Weg zur Spende: Thomas Schneider, Intensivmediziner und Transplantationsbeauftragter, informiert über Rechtliches, Medizinisches und Wege, den persönlichen Willen festzuhalten

Mehr als 8200 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Für viele von ihnen ist eine Transplantation lebensrettend, für andere bringt eine Organspende neue Lebensqualität. Anlässlich des bundesweiten Tages der Organspende rücken die Sana Kliniken Niederlausitz das Thema einmal mehr in den Fokus. Bei einer kostenfreien Info-Veranstaltung am 3. Juni im Krankenhaus Senftenberg erklärt Thomas Schneider, Intensivmediziner und Leitender Oberarzt, wie Organspenden wirklich ablaufen und warum es so wichtig ist, selbstbestimmt eine Entscheidung zu treffen.

Die Liste der Menschen, die auf eine Organspende warten, ist lang – die Anzahl der tatsächlichen Organspenden ist seit Jahren verhältnismäßig gering. Im vergangenen Jahr gab es bundesweit 985 Spender, die insgesamt 3000 Organe gespendet haben – am häufigsten Nieren, gefolgt von Leber und Herz. „Am Ende geht es nicht um die Gesamtzahl, sondern um Einzelschicksale. Es geht um Menschen, die viele Jahre oder Jahrzehnte mit einem Spenderorgan weiterleben können – und um diejenigen, deren Leben abrupt endet, wenn sie dieses Organ nicht erhalten“, sagt Thomas Schneider, Leitender Oberarzt im Zentrum für Interdisziplinäre Intensivmedizin und Anästhesie sowie Transplantationsbeauftragter in den Sana Kliniken Niederlausitz. „Patienten, die eine Organspende benötigen, sind häufig Menschen, die mitten im Leben stehen oder deren Leben noch nicht mal richtig angefangen hat. Für sie ist eine Organspende lebenswichtig“, betont der erfahrene Intensiv- und Notfallmediziner.

Große Last für Angehörige

Studien zufolge könnten deutlich mehr Patienten gerettet werden, wenn sich mehr Menschen für eine Organspende entscheiden würden. „Grundsätzlich ist die Einstellung in der Bevölkerung zu dem Thema positiv. Allerdings fehlt ganz oft eine verbindliche Entscheidung. Wir erleben im Klinikalltag leider immer wieder das Leid von Angehörigen, die dann eine Entscheidung treffen müssen, ohne den Wunsch des Verstorbenen zu kennen“, berichtet Thomas Schneider. Häufig würden sich Familienmitglieder in einer solchen Situation gegen eine Organspende entscheiden.

Thomas Schneider

Angehörigen und Patienten Sicherheit geben, Fragen beantworten, ausführlich und transparent zur Organspende aufklären - Herzensangelegenheit für den Transplantationsbeauftragten der Sana Kliniken Niederlausitz und Leitenden Oberarzt Thomas Schneider. 

Download und Copyright

Entscheidung treffen und darüber sprechen

„Es geht nicht darum, jemanden zum Organspenden zu überreden, sondern darum, zu Lebzeiten selbstbestimmt eine Entscheidung zu treffen – auch um Angehörige zu entlasten“, betont der Leitende Oberarzt. In Deutschland gibt es inzwischen viele Möglichkeiten seinen persönlichen Willen – also ein klares Ja oder Nein - verbindlich zu dokumentieren: von der Patientenverfügung über einen Organspendeausweis bis hin zur Eintragung im Organspenderegister. Thomas Schneider appelliert: „Jeder in jedem Alter sollte eine Entscheidung für sich treffen und diese Entscheidung auch seinen Angehörigen mitteilen.“

Höchste Sicherheit und strenge Richtlinien

Durch sein langjähriges Engagement als Transplantationsbeauftragter und die vielen Gespräche mit Patienten und Angehörigen auf der Intensivstation kennt Thomas Schneider die Ängste und Sorgen, die mit dem Thema Organspende verbunden sind. „Viele Menschen haben Angst, dass ihnen ein Organ entnommen wird, obwohl sie vielleicht noch gar nicht tot sein könnten. Hier lege ich die Hand dafür ins Feuer, weil ich weiß, wie wir es hier machen und die gesetzliche Grundlage dafür kenne“, erklärt der Arzt.  Wenn es um die Entnahme von Organen geht, müssen strenge Richtlinien und hochstandardisierte Prozesse eingehalten werden – für größte Sicherheit. „Bei der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalles stehen wir nicht nur am Patientenbett, sondern setzen auch hochmoderne, apparative Technik ein, um die Symptomatik des Todes nachzuweisen“, unterstreicht der Leitende Oberarzt. Nur wenn alle Hirnfunktionen unumkehrbar ausgefallen sind, ist die Grundvoraussetzung für eine Organspende erfüllt. „Dies gleicht der Feststellung des Todes, auch wenn Organfunktionen noch für eine gewisse Zeit durch Maschinen aufrechterhalten werden können. Ohne eine Zustimmung zur Organspende, wird es aber niemals zu einer Organentnahme kommen“, stellt Thomas Schneider klar.

Kostenfreie Info-Veranstaltung am 3. Juni

Anlässlich des Welt-Organspende-Tages bieten die Sana Kliniken Niederlausitz am 3. Juni eine kostenfreie Informationsveranstaltung für alle, die mehr über das Thema erfahren wollen. Transplantationsbeauftragter Thomas Schneider gibt nicht nur einen Einblick in aktuelle Daten und Fakten, sondern zeigt verständlich, transparent und ausführlich den Weg zur Spende – von den gesetzlichen Grundlagen über medizinische Voraussetzungen, die Feststellung des Hirntodes und medizinische Untersuchungen bis zur Organentnahme und Transplantation beim Empfänger. Dabei geht der Intensiv- und Notfallmediziner auch darauf ein, warum es wichtig ist, eine Entscheidung zu treffen und wie der persönliche Wille für oder gegen eine Organspende sicher dokumentiert werden kann. Die Teilnahme an der Info-Veranstaltung ist kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung möglich. Der Vortrag mit anschließender Fragestunde beginnt um 17 Uhr im Barbara-Foyer im Krankenhaus Senftenberg.