Senftenberg,
20
Oktober
2026
|
09:15
Europe/Amsterdam

Ergotherapie stärkt die Selbstständigkeit im Alltag

Erweitertes Angebot in Lauchhammer-Ost: Mehr Unterstützung für Menschen mit psychischen und neurologischen Erkrankungen

Zusammenfassung
  • Wachsender Bedarf: Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz stellt Praxis für Ergotherapie in Lauchhammer-Ost neu auf und erweitert Therapiespektrum
  • Neue Behandlungsangebote für Patienten mit neurologischen und psychischen Erkrankungen
  • Engagiertes Team: Ergotherapeutinnen Nicole Demke und Franziska Stets unterstützen Patienten mit Hilfe zur Selbsthilfe für einen möglichst selbstbestimmten Alltag

Wenn eine Hand nach einer Verletzung nicht mehr richtig greift, das Gedächtnis nachlässt oder eine psychische Erkrankung den Alltag aus dem Gleichgewicht bringt, bekommen selbstverständliche Dinge plötzlich neue Bedeutung. Ergotherapie hilft, den Alltag wieder selbstbestimmter zu gestalten. Weil der Bedarf wächst, hat das Sana Gesundheitszentrum Niederlausitz seine Ergotherapie-Praxis in Lauchhammer-Ost erweitert – mit neuen Angeboten für Menschen mit neurologischen und psychischen Erkrankungen.

Sich selbst anziehen, eine Mahlzeit zubereiten, schreiben oder den nächsten Einkauf planen – Ergotherapie hilft Menschen dabei, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen, vorhandene Ressourcen zu stärken und neue Wege zu finden. „Wir geben unseren Patienten Hilfe zur Selbsthilfe, damit der Alltag leichter gelingt. Unsere jüngsten Patienten gehen noch in den Kindergarten und in die Schule, haben beispielsweise Schwierigkeiten bei der Stifthaltung, beim Rechnen oder Konzentrieren. Und unsere ältesten Patienten sind weit über 70 Jahre und leiden unter anderem an Demenz oder an den Folgen eines Schlaganfalls“, beschreibt Nicole Demke das breite Spektrum an Patienten aus allen Generationen. Die Ergotherapeutin gehört wie Franziska Stets zum Team der ergotherapeutischen Praxis im Sockelgeschoss des Krankenhaus Lauchhammer. Die beiden können nicht nur auf jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bauen, sondern beherrschen auch ein breites Therapiespektrum.

Ergotherapie LH


Ergotherapie, die im Alltag unterstützt: Franziska Stets begleitet ihre Patienten dabei, Fähigkeiten zu stärken, neue Strategien zu entwickeln und mehr Selbstständigkeit im täglichen Leben zu gewinnen.
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Dem Tag Struktur geben

Zu Nicole Demkes Spezialgebieten gehört neben der Arbeit mit Kindern vor allem die Behandlung von Patienten mit neurologischen und psychischen Erkrankungen wie Demenz und Depressionen. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Gesprächstherapie, häufig auch in Verbindung mit verschiedenen kreativen Techniken, die den Patienten dabei helfen, ihre Emotionen auszudrücken“, erklärt die Ergotherapeutin. Nicole Demke unterstützt ihre Patienten dabei, ihren Alltag zu bewältigen, Termine vorzubereiten oder auszuwerten, den Tagen Struktur zu geben. „Außerdem erarbeiten wir gemeinsam einen ganz individuellen Skills-Koffer, auf den die Betroffenen in Notsituationen zurückgreifen können“, berichtet die Therapeutin. Was in den Koffer gepackt wird, ist von Patient zu Patient verschieden und reicht von Gummibändern zum Schnipsen in stressigen Situationen über ätherische Öle bis zu Affirmationskarten und Atemübungen.

Herzliches Willkommen für neue Ergotherapeutin

Franziska Stets ist seit September Teil des Teams und bringt Erfahrungen mit ganz unterschiedlichen Patientengruppen und Krankheitsbildern mit. Sie war nach ihrer Ausbildung unter anderem in einer neurologischen Klinik tätig, hat mit behinderten Menschen, Schülern und Kita-Kindern gearbeitet sowie in privaten Ergotherapie-Praxen. „Ich bin sehr herzlich hier in Lauchhammer aufgenommen worden und freue mich auf das interdisziplinäre Miteinander mit den Ärzten, Therapeuten und Pflegeprofis im Krankenhaus“, sagt die Großenhainerin. Auf die Zusammenarbeit mit Nicole Demke freut sie sich ganz besonders, denn die beiden Ergotherapeutinnen kennen sich bereits seit ihrer Ausbildung.

Ergotherapie LH


Verstärkung für die Ergotherapie in Lauchhammer-Ost: Nicole Demke (l.) und Franziska Stets bringen ihre Erfahrung und vielfältigen fachlichen Schwerpunkte ein, um Menschen aller Generationen individuell auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit zu begleiten.
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Neuer Schwerpunkt: Unterstützung für psychisch kranke Menschen

Mit den beiden Expertinnen kann in der Praxis künftig ein weites Feld an Therapien angeboten werden. Einen neuen Schwerpunkt bildet dabei die Arbeit mit psychisch kranken Menschen mit Depressionen, Angst- und Anpassungsstörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen, beispielsweise vorstationär zur Überbrückung der Zeit bis zum Klinikaufenthalt oder als Anschlussheilbehandlung nach einem stationären Aufenthalt. „Hierbei geht es nicht um Psychotherapie, sondern um ganz praktische Hilfe im Alltag“, betont Franziska Stets. Auch Unterstützung für ältere Menschen mit neurologischen Erkrankungen wird zunehmend gefragter. Bei Bedarf kommen die Therapeutinnen dafür sogar zu den Patienten nach Hause. Wenn Demenz, Parkinson oder die Folgen eines Schlaganfalls das Leben erschweren, helfen die Expertinnen mit individuellen Therapien wie Biographiearbeit und Alltagsbegleitung. Ein wichtiger Baustein dabei ist auch die Arbeit mit den Angehörigen, um sie zu unterstützen und zu entlasten.

Aktivität statt Zauberei

„Wir haben viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um zielorientiert auf die Bedürfnisse und Bedarfe der Patienten einzugehen. Was wir nicht haben, ist ein Zauberstab. Jeder Patient muss selbst aktiv tätig werden und meist wächst die Motivation, wenn Fortschritte und Verbesserungen sichtbar werden“, weiß Nicole Demke.