Lichtenfels,
10
November
2025
|
15:14
Europe/Amsterdam

Experteninterview mit Chefarzt Roy Hoffmann

Herzwochen heuer mit dem Motto "Gesunde Gefäße - gesundes Herz. Den Herzinfarkt vermeiden"

Zusammenfassung
  • Herzwochen im November, heuer mit dem Motto “Gesunde Gefäße - gesundes Herz. Den Herzinfarkt vermeiden”
  • Chefarzt der Kardiologie, Roy Hoffmann, im Interview zu Prävention, innovativen Therapieformen und fachlicher Expertise am Sana Klinikum Lichtenfels
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind keine unaufhaltsamen Schicksalsschläge

Auch in diesem Jahr stellt die Deutsche Herzstiftung den gesamten November in das Zeichen der Herzgesundheit. Unter dem Motto „Gesunde Gefäße – gesundes Herz. Den Herzinfarkt vermeiden“ stehen heuer die Koronare Herzkrankheit (KHK) und der Herzinfarkt im Mittelpunkt Themenwochen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben nach wie vor einen starken Einfluss auf die Sterblichkeit in Deutschland und nach den Zahlen des aktuellen Deutschen Herzberichts sind Durchblutungsstörungen durch Herzkranzgefäßverengungen noch immer die häufigste Todesursache. Daher stehen m Gespräch mit Roy Hoffmann, Chefarzt der Kardiologie am Sana Klinikum Lichtenfels, innovative Verfahren und das hochqualifizierte Team der Fachabteilung im Mittelpunkt.

Frage: Herr Hoffmann, die Herzwochen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Gesunde Gefäße – den Herzinfarkt vermeiden“. Was bedeutet dieses Thema für Sie und Ihre Arbeit?

Roy Hoffmann:  Das diesjährige Motto greift einen ganz wesentlichen Punkt der Herzgesundheit auf: die Prävention. Mit gesunden Blutgefäßen können Herzinfarkte vermieden werden. Wir wissen, dass Verkalkungen und Ablagerungen in den Arterien oft der Ursprung von schwerwiegenden kardiovaskulären Erkrankungen sind. Die Vermeidung solcher Gefäßveränderungen ist nicht nur eine Frage der Behandlung, sondern vor allem der frühzeitigen Erkennung und dem Ergreifen präventiver Maßnahmen. In der Kardiologie konzentrieren wir uns darauf, Patienten mit modernen Verfahren und gezielten Therapien eine bessere Lebensqualität und mehr Sicherheit zu bieten. Wir können viele Eingriffe sehr schonend gestalten und sind stolz darauf, mit neuen Techniken das Herzinfarkt-Risiko zu senken.

Frage: Sie setzen dabei auch auf neue Techniken, die heute eine interventionelle Behandlung von schwer verkalkten Gefäßen erlauben, wohingegen früher eher eine Bypass-OP infrage kam. Welche Techniken sind das konkret?

Roy Hoffmann: Seit dem vergangenen Jahr bieten wir am Standort Lichtenfels die intravaskuläre Lithotripsie an – eine besonders innovative Technik, welche die Behandlung von verkalkten Arterien wesentlich verbessert. Hierbei werden gezielte Stoßwellen eingesetzt, um die Verkalkungen zu zertrümmern (bekannt ist die Methode ebenfalls bei der Behandlung von Nierensteinen). So können wir die Gefäße erweitern und den Blutfluss verbessern, ohne dass eine große Operation notwendig ist. Für die Patienten bedeutet das weniger Eingriffe, weniger Risiken und eine schnellere Genesung.

Seit diesem Jahr wenden wir im Haus auch die Rotablation an, eine sehr effektive Methode zur Behandlung von hartnäckigen Ablagerungen, besonders bei stark verkalkten Gefäßen, die mit herkömmlichen Verfahren nicht ausreichend behandelt werden können. Dabei wird ein spezieller Bohrkopf mit rotierenden Diamantaufsätzen eingesetzt, um die Ablagerungen zu entfernen. Diese Technik ist besonders bei Patienten mit fortgeschrittenen Verkalkungen von Bedeutung, da andere Therapien für sie oft nicht ausreichen.

Beide Verfahren erlauben es uns, nicht nur das Risiko eines Herzinfarkts zu reduzieren, sondern auch die Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern. Und das auf eine sehr schonende Weise.

Frage: Die Einführung dieser Verfahren setzen auch eine entsprechende fachliche Expertise voraus - wie ist das Sana Klinikum Lichtenfels und speziell die Kardiologie dahingehend aufgestellt?

Roy Hoffmann: Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Ein erfolgreiches Behandlungsergebnis hängt nicht nur von den angewandten Verfahren ab, sondern vor allem von der Expertise und dem Engagement des Teams. Wir haben zuletzt in beide Bereiche investiert. Ich freue mich insbesondere über Zuwachs im ärztlichen Bereich, der es uns erlaubt, diese modernen Verfahren anbieten zu können. In einer engen Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegekräften und anderen Spezialisten sind wir so in der Lage, jedem Patienten eine individuelle, auf seine Bedürfnisse zugeschnittene, Therapie anzubieten.

Darüber hinaus verfügen unsere Ärzte über eine umfangreiche Ausbildung in den neuesten kardiologischen Verfahren und werden regelmäßig weitergebildet. Ein starkes und erfahrenes Team sorgt nicht nur für die bestmögliche Behandlung, sondern auch für eine hohe Patientenzufriedenheit und -sicherheit.

Frage: Was tun Sie, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse Ihrer Patienten einzugehen? 

Roy Hoffmann: Wir wissen, dass keine zwei Patienten gleich sind. Jeder bringt eine individuelle Vorgeschichte, Risikofaktoren und Bedürfnisse mit. Die jeweilige Therapie wird darauf abgestimmt. Bei der Diagnose nehmen wir uns Zeit für eine gründliche Anamnese und berücksichtigen dabei sowohl körperliche als auch psychische Faktoren. Unser Ziel ist es, nicht nur akute Symptome zu lindern, sondern auch die langfristige Gesundheit zu fördern. Das schließt regelmäßige Nachsorge und ein begleitendes Monitoring ein, um sicherzustellen, dass unsere Patienten den bestmöglichen Therapieerfolg haben.

Frage: Welche Rolle spielt Prävention in Ihrer Arbeit und wie können Patienten aktiv dazu beitragen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen?

Roy Hoffmann: Prävention ist eine der zentralen Säulen in der Kardiologie. Die besten Behandlungsergebnisse erzielen wir, wenn wir frühzeitig eingreifen und Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte oder Rauchen konsequent angehen. Aber auch Bewegung, gesunde Ernährung und ein ausgeglichener Lebensstil sind unerlässlich.

Mein Appell ist klar: Schützen Sie Ihr Herz, indem Sie auf Ihre Gefäße achten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind keine unaufhaltsamen Schicksalsschläge, sondern meist das Resultat von Lebensgewohnheiten und vermeidbaren Risikofaktoren. Lassen Sie sich regelmäßig untersuchen, reagieren Sie frühzeitig bei Beschwerden und suchen Sie den Dialog mit einem Facharzt. 

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Bild: Chefarzt Roy Hoffmann (Copyright: SKOF)