Ismaning,
15
April
2026
|
14:19
Europe/Amsterdam

Forschungspreis Herzmedizin 2026: Bessere Diagnostik bei akuten Herzerkrankungen durch prämiertes Projekt

Zusammenfassung
  • Gemeinsam mit der Sektion eCardiology der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Herzstiftung fördert die Sana Kliniken AG innovativer Ansätze zur Verbesserung der Versorgung von Herzpatienten.
  • In diesem Jahr wurde ein Projekt für eine schnellere und effizientere Diagnostik bei Verengungen der Herzkranzgefäße prämiert.

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Deshalb müssen Ärztinnen und Ärzte sehr schnell entscheiden, welche Behandlung nötig ist. In manchen Fällen sind die üblichen Untersuchungen nicht eindeutig, zum Beispiel das Elektrokardiogramm (EKG) oder ein spezieller Bluttest, die sogenannte Troponinbestimmung. In diesen Fällen ist es von Vorteil, eine schnell verfügbare und weitere sichere Entscheidungshilfe in der Notaufnahme zu haben.

Künstliche Intelligenz kann Gefäßverengungen erkennen

Die in diesem Jahr aus den Einreichungen ausgewählte und ausgezeichnete Forschungsarbeit wurde von Dr. med. Antonius Büscher von der Klinik für Kardiologie II (Rhythmologie) und dem Institut für Medizinische Informatik Universitätsklinikum Münster (UKM) eingereicht und wird von der Sana Kliniken AG mit 10.000 Euro gefördert. Das Forschungsprojekt hat für die Diagnostik ein neues, auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Verfahren entwickelt. Das Modell wurde gezielt darauf trainiert, Verengungen der Koronararterien anhand von EKG-Analysen zu erkennen.

In der Studie erwies sich die neue Methode im Vergleich zur herkömmlichen EKG-Auswertung als genauer – sowohl bei der Frage, ob ein Eingriff erforderlich ist, zum Beispiel ein Stent oder eine Bypass-Operation, als auch bei der Erkennung eines akuten Herzinfarktes. Zudem sind die Ergebnisse nahezu so aussagekräftig wie der spezielle Bluttest, der heute als Standard zur Herzinfarkt-Diagnostik eingesetzt wird.

Professor Dr. med. Thorsten Dill, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie am Sana Krankenhaus Düsseldorf-Benrath ist einer der Initiatoren des Forschungspreises und Mitglied der Gutachterkommission. Er ordnet die Relevanz der Ergebnisse ein: „Die schnelle Beseitigung eines Verschlusses oder einer Engstelle in einem Herzkranzgefäß ist bei einem Herzinfarkt für das Überleben und den weiteren Verlauf entscheidend. Die frühe und zuverlässige Risikoeinschätzung wird durch die in der Forschungsarbeit entwickelte KI-basierte EKG-Analyse weiter verbessert. Diese Diagnostik ist in der Notaufnahme eine sehr sinnvolle Ergänzung und sollte breiten Einsatz finden“.

Unnötige Eingriffe vermeiden

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Methode: Sie konnte häufiger korrekt anzeigen, wenn kein akuter Notfall vorlag. Das kann helfen, unnötige Eingriffe zu vermeiden. Tests in mehreren Notaufnahmen zeigten außerdem, dass das Verfahren standortunabhängig in verschiedenen Kliniken zuverlässig funktioniert.

Die neuen diagnostischen Möglichkeiten könnten Ärztinnen und Ärzte in der Notaufnahme künftig dabei unterstützen, schneller und sicherer die richtige Entscheidung zu treffen und so die Behandlung von Menschen mit Herzinfarkt weiter verbessern.

Kontinuierliche Forschung für eine bessere KI-Diagnostik

Schon die im vergangenen Jahr ausgezeichnete KI-Lösung von Dr. Betül Toprak und ihrer Arbeitsgruppe hatte gezeigt, wie moderne Datenanalyse die Herzinfarkt-Diagnostik beschleunigen kann. Die diesjährige Forschung geht den nächsten Schritt. Sie hilft dabei, kritische Gefäßverengungen frühzeitig und zuverlässig anhand von EKG-Messungen zu erkennen.

Dr. Jens Schick, Chief Operating Officer der Sana Kliniken AG, hebt die Bedeutung hervor: Neue Methoden, insbesondere die rasante Entwicklung digitaler Methoden in der Herzmedizin, führen zu einer besseren Versorgung der Patienten. KI-basierte Verfahren können künftig eine effizientere Diagnostik und Therapiesteuerung ermöglichen. Insbesondere für die Versorgung in ländlichen Regionen ohne spezialisierte Kliniken sind diese Fortschritte sehr wichtig. Daher engagieren wir uns bei Sana für die Forschungsförderung.“

Matthias Bescherer, kommissarischer Leiter des Bereichs Medizin und Prozesse bei Sana fügt hinzu: “Die beiden prämierten Projekte beweisen, dass Künstliche Intelligenz den klinischen Blick nicht ersetzt, sondern entscheidend schärfen kann. Somit werden medizinische Prozesse nicht nur schneller, sondern schlichtweg auch besser.”

 

Forschungspreis Herzmedizin 2026

v. l.: Matthias Bescherer, kommissarischer Leiter des Bereichs Medizin und Prozesse, Sana Kliniken AG; Prof. Armin Welz, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung; Preisträger Dr. Antonius Büscher Universitätsklinikum Münster, Klinik für Kardiologie II; Prof. Dr. Benjamin Meder, stellv. Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Sprecher Sektion eCardiology, DGK; Prof. Dr. Thorsten Dill, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie, Sana Krankenhaus Benrath.

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