Dresden,
16
September
2024
|
15:54
Europe/Amsterdam

Patientensicherheit durch stabilen Blutdruck

Der mittlere arterielle Blutdruck (MAP) darf 65 mmHg während einer OP nicht unterschreiten.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse haben gezeigt, dass ein zu niedriger mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) während einer Operation das Risiko für schwerwiegende postoperative Komplikationen deutlicher erhöht. Auf Grundlage dieser Forschungsergebnisse und um Patientenrisiken zu minimieren sowie den Behandlungserfolg nachhaltig zu verbessern, hat das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik auf Betreiben von Prof. Dr. Jens Faßl, Direktor des Instituts für Kardioanästhesiologie, das „Projekt 65 mmHg“ gestartet. Das Ziel ist es, dass während der gesamten OP der mittlere arterielle Blutdruck nicht unter 65mmHg fällt.

Bedeutung eines stabilen Blutdrucks für den Behandlungserfolg

Es hat sich gezeigt, dass bereits kurzzeitige Abfälle des MAP zu einer signifikanten Zunahme von Komplikationen führen können. Dies gilt sowohl für schwerwiegende Organfunktionsstörungen als auch für eine erhöhte Sterblichkeit. „Der MAP ist besonders wichtig für lebenswichtige Organe wie Gehirn, Nieren, Darm und auch das Herz. Denn er gilt als zuverlässigster Parameter für die Durchblutung und somit für die Sauerstoffversorgung“, erklärt Prof. Faßl.

„Die Studien haben ergeben, dass der MAP einen Wert von 65 mmHg nicht unterschreiten darf und somit ein entscheidender Faktor für die sichere Genesung von Patientinnen und Patienten nach operativen Eingriffen ist.Niedrigere Werte können zu Ischämie, Gewebeschäden und einem allgemeinen Verschlechterungsrisiko, im schlimmsten Falle sogar zu Nierenversagen führen.

Verbesserung der Versorgung durch optimierte Überwachung

Aufgrund des „Projektes 65mmHg“ wird in der klinischen Praxis des Herzzentrums Dresden verstärkt auf die Einhaltung der unteren Grenze für den MAP geachtet. Moderne Technologien wie extra angeschaffte Monitore und Echokardiografie, Behandlungsprotokolle sowie spezielle Auswertungstools setzen neue Qualitätsstandards und ermöglichen es, den MAP kontinuierlich zu überwachen und frühzeitig auf Abweichungen zu reagieren. Droht der Blutdruck unter den Zielwert zu fallen, reagieren die Anästhesisten sofort mit Medikamenten oder Flüssigkeitszufuhr.

„Durch die Sicherstellung eines MAP-Wertes über 65 mmHg verbessern wir nachweislich das Outcome unserer Patientinnen und Patienten und wir tragen so zu einer noch sicheren und schnelleren Genesung und Verringerung von Komplikationen bei“, so Prof. Jens Faßl.

Prof. Dr. Jens Faßl

Prof. Dr. Jens Faßl an seinem Arbeitsplatz im OP des Herzzentrums Dresden Universitätsklinik. Der Direktor des Instituts für Kardioanästhesiologie ist der Initiator des “Projektes 65 mmHg”, das zu einer noch sicheren und schnelleren Genesung der Patientinnen und Patienten und zu einer Verringerung von Komplikationen beitragen soll.

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Über das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik 

Das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik, ein Krankenhaus der Sana Kliniken AG, ist ein Fachkrankenhaus der Maximalversorgung mit 220 Planbetten und ca. 800 Mitarbeitern. Insgesamt werden in den Kliniken für Herzchirurgie sowie Innere Medizin und Kardiologie jährlich rund 15.000 Patienten ambulant und ca. 10.000 Patienten stationär behandelt.

Über die Sana Kliniken AG

Die Sana Kliniken AG ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister im deutschsprachigen Raum. Die ganzheitliche Gesundheitsversorgung für jährlich drei Millionen Patientinnen und Patienten erstreckt sich von Präventionsangeboten über die ambulante und stationäre Versorgung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. Diese Leistungen werden bundesweit in 43 Krankenhäusern, 51 MVZ-Gesellschaften mit knapp 600 Arztsitzen sowie zusammen rund 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen erbracht. Darüber hinaus bietet Sana als B2B-Services auch Dienstleistungen und Beratung für externe Kliniken unter anderem in den Bereichen Einkauf, Logistik, Medizintechnik sowie Managementverträge an. 2023 erwirtschafteten die rund 38.600 Beschäftigten (Stand Dezember 2023) einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Eigentümer der 1976 gegründeten Sana Kliniken AG sind 24 Private Krankenversicherungen.