Sana Kliniken im Bergischen Land warnen vor struktureller Unterfinanzierung
Versorgung in der Fläche gefährdet
Viele Kliniken arbeiten seit Jahren unter erheblichem finanziellem Druck. Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland wird sich mit der geplanten Gesundheitsreform, die tatsächlich ein reines Kürzungsgesetz ist, dramatisch zuspitzen – mit potenziell gravierenden Folgen für die Patientenversorgung.
Entgegen einer weit verbreiteten Wahrnehmung in der Berliner Politikblase sind Krankenhäuser nicht der zentrale Kostentreiber im Gesundheitswesen. Zwar stellen sie den größten Ausgabenblock innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dar, dies ist jedoch auch darauf zurückzuführen, dass zahlreiche kostenintensive Leistungen – etwa Arzneimittel oder komplexe Behandlungen – im Krankenhausbereich gebündelt sind. Tatsächlich ist der Anteil der Krankenhäuser an den Gesamtausgaben der GKV in den vergangenen Jahren im Verhältnis zu anderen Leistungsbereichen sogar gesunken.
„Krankenhäuser sichern die Versorgung von Millionen Menschen – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Gerade in einer alternden Gesellschaft ist ihre Rolle als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge unverzichtbar“, erklärt Janine Bender, Cluster-Geschäftsführerin der Sana Kliniken im Bergischen Land gemeinsam mit den Betriebsräten. „Diese Infrastruktur darf nicht durch kurzsichtige Sparpolitik gefährdet werden.“ Nach aktuellen Planungen sollen den Krankenhäusern im kommenden Jahr rund neun Milliarden Euro entzogen werden. Bis zum Jahr 2030 summieren sich die Einschnitte auf insgesamt etwa 30 Milliarden Euro. Aus Sicht der Kliniken ist diese Entwicklung wirtschaftlich nicht mehr tragfähig. „Diese Mittel fehlen unmittelbar in der Versorgung. Wer Krankenhäusern in dieser Größenordnung Geld entzieht, riskiert Versorgungslücken – insbesondere im ländlichen Raum“, so Bender. „Die Folgen werden für Patientinnen und Patienten direkt spürbar sein.“
Das Sana-Klinikum Remscheid, die Sana Fabricius-Klinik Remscheid sowie das Sana Krankenhaus Radevormwald warnen daher eindringlich vor einem schleichenden Abbau von Versorgungsstrukturen. Schon heute geraten zahlreiche Standorte in wirtschaftliche Schieflage. Ohne eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung drohen weitere Einschränkungen bis hin zu Schließungen. Die Kliniken appellieren an die Bundestagsabgeordneten in den Wahlkreisen, sich auf Bundesebene für eine nachhaltige Finanzierung der Krankenhausversorgung einzusetzen. Notwendige Reformen dürfen nicht zu neuen Versorgungslücken führen.
„Reformen sind richtig und wichtig. Aber sie müssen die Realität vor Ort berücksichtigen und dürfen die wirtschaftliche Grundlage der Krankenhäuser nicht untergraben“, betont die Cluster-Geschäftsführerin. „Es geht um nicht weniger als die Sicherstellung einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung.“
Mitarbeitende des Sana-Klinikums Remscheid protestieren vor dem Haupteingang gegen das Sparpaket
Über das Sana-Klinikum Remscheid GmbH
Die Sana-Klinikum Remscheid GmbH ist mit 506 Planbetten eines der größten Häuser unter den Kliniken der Sana Kliniken AG – einer der großen privaten Krankenhausträger Deutschlands. Für die Bürger in Remscheid und der gesamten Region ist das Sana Klinikum Remscheid erste Anlaufstelle für akute und chronische Erkrankungen. Fachübergreifend gewährleisten 14 Abteilungen und acht interdisziplinäre Zentren eine exzellente medizinische Behandlung. Das breite und spezialisierte Spektrum an qualifizierten Leistungen bietet Patienten eine qualitativ hochwertige, umfassende Generationenmedizin von Schwangerschaft und Geburt über Kinder- und Jugendmedizin bis hin zur Medizin des erwachsenen und auch älteren Menschen – und das alles unter einem Dach. Mehr als 1.000 Mitarbeiter arbeiten an zwei Standorten (Klinikum in der Burger Straße Remscheid und Tagesklinik und Psychiatrische Institutsambulanz Wuppertal) Hand in Hand für die Gesundheit und das Wohl der jährlich etwa 24.000 stationären und 45.000 ambulanten Patienten.